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Weißwasser

Spitzenreiter spielt zu abgezockt

Die Lausitzer Füchse unterliegen Ravensburg, weil die Gäste ihre Tore eiskalt erzielen und den Füchsen auch Glück fehlt.

Nein, auch diese Scheibe findet nicht den Weg ins Ravensburger Tor, auch wenn Torwart Olafr Schmidt (war auch mal in Weißwasser) sie aus den Augen verloren hat. Der insgesamt unglücklich spielende Füchse-Stürmer Jonathon Martin schaut hinterher, im Hi
Nein, auch diese Scheibe findet nicht den Weg ins Ravensburger Tor, auch wenn Torwart Olafr Schmidt (war auch mal in Weißwasser) sie aus den Augen verloren hat. Der insgesamt unglücklich spielende Füchse-Stürmer Jonathon Martin schaut hinterher, im Hi © Thomas Heide

Vielleicht haben wir eine Chance, wenn die Ravensburger einen schlechten Tag erwischen und wir keine Fehler machen und einen guten Tag haben. So sah Trainer Corey Neilson die Chancen vor der Partie gegen den Spitzenreiter der DEL 2, verriet er auf der Pressekonferenz. Die Ravensburger erwischten keinen schlechten, und trotzdem hatten die Füchse bis in die Schlussphase die Chance auf Punkte. Am Ende aber hieß es 1:3.

Wie mit der extrem jungen Füchse-Mannschaft gegen den Spitzenreitern, gespickt mit erfahrenen Cracks, anfangen? Die Füchse versuchten es gleich mit Offensive, gaben nach wenigen Sekunden durch Schwartz aus spitzem Winkel den ersten Schuss ab. Aber dann zeigten die Ravensburger, warum sie in der Tabelle vorn stehen: Die Gäste machten sofort Druck und setzten Füchse-Torwart Mac Carruth unter Beschuss. Die Füchse kamen zu ein paar Nadelstichen (Preuß 3., Nachschuss Raab 8.) und zu einer ersten Überzahl, in der sie allerdings nicht einen Schuss abgaben. Dann fiel das 0:1, bei dem Andreas Driendl (viele Jahre DEL für Krefeld) seine individuelle Klasse zeigte: Erst vernaschte der Stürmer der Gäste Füchse-Verteidiger Kuschel und dann auch Torwart Mac Carruth, dem er den Puck mit der Rückhand durch die Beine schob (13.). Wenig später hatten die Füchse nach einem Puckverlust von Kania Riesenglück, als Zucker aus bester Position über das Tor schoss. Die Füchse kamen zu einer weiteren Überzahl, strahlten dabei erneut zu wenig Gefahr aus und hatten durch Andres, der vors Tor zog, aber geblockt wurde, die beste Chance. Insgesamt wirkten die Füchse im ersten Spielabschnitt nicht selbstbewusst, nicht aggressiv genug.

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Das änderte sich mit Beginn des Mittelabschnitts. Zwar hatte Towerstars-Stürmer Mayer gleich eine Riesenchance aus drei Metern (Carruth hielt), aber dann hatten die Füchse eine ganz starke Phase. Erst zielte der freigespielte Brad Ross am Tor vorbei, dann schoss Verteidiger Walters einen Ravensburger ab, der über das Eis humpelte, aber wegen des weiten Wechsels ins eigene Angriffsdrittel nicht wechseln konnte. Die Füchse setzten sich im Drittel fest. Schließlich passte Kerbashian quer auf die andere Seite zu Walters, der mit einem Direktschuss gegen die Laufrichtung des Ravensburger Torwarts Olafr Schmidt traf, sein erstes Tor im Füchse-Trikot. Die Ravensburger antworteten mit wütenden Angriffen und hatten auch große Chancen. Einmal war Carruth nach einem Querpass vors Tor zur Stelle und hatte dann auch Glück, als er sekundenlang nicht wusste, wo der Puck ist. Dann holte sich der 25-jährige, ehemalige AHL-Stürmer Jonathan Martin eine sehr unnötige Strafe ab – der Füchse Stürmer attackierte beim Nachsetzen im Angriffsdrittel zu ungestüm – und die Ravensburger nutzten ihre erste Überzahl zum 1:2-Führungstreffer. John Henrion traf mit einem Direktschuss genau unter die Latte. Ein tolles Solo von Kerbashian (scheiterte an Torwart Schmidt) leitete eine starke Phase der Füchse ein. Die Ravensburger schafften es nicht, ihre Reihe zu wechseln, im Gewühl vor dem Tor kassierten die Gäste eine Strafe, und bei angezeigter Strafe traf Schwartz mit einem Handgelenkschuss den Pfosten. Mit der anschließenden Überzahl konnten die Füchse erneut wenig anfangen, zwei Sekunden vor der Drittelsirene hatte Pompei auf der anderen Seite noch die Riesenchance zum 1:3, aber Torwart Mac Carruth hielt seine Mannschaft im Spiel.

Das Schlussdrittel begann mit einer erneut ungeschickten/unglücklichen Aktion von Jonathan Martin. Erst verlor er zentral vor dem eigenen Tor den Puck und stolperte beim Rettungsversuch. Zum Glück konnte Carruth halten. Dann lief er, wohl auch mit Wut im Bauch an der Bande einen Gegner förmlich über den Haufen und erhielt eine Zwei-Minuten-Strafe, die hart war und in Amerika wohl so nicht gepfiffen worden wäre. Dazu kassierte Martin, der in der ersten Reihe mit Kerbashian und Schwartz noch wie ein Fremdkörper wirkt, noch eine Zehn-Minutenstrafe wegen Checks gegen Kopf und Nacken – naja. Die Ravensburger konnten daraus diesmal kein Kapital schlagen, weil Czarnik eine ebenfalls eher kleinliche Strafe kassierte. Als die letztlich resultierenden 50 Sekunden Füchse-Überzahl vorbei waren und Czarnik zurück aufs Eis kamen, verloren die Füchse den Puck. Czarnik war auf und davon und netzte zum 1:3 ein, indem er Torwart Carruth ausspielte.

Füchse-Trainer Corey Neilson beorderte Andres in die erste Reihe. Die Füchse versuchten danach, ins Spiel zurückzukommen. Als sich Roßmy hinter dem Tor durchsetzte, und vor das Tor passte, schloss Kuschel direkt ab und Reuß verfehlte den Abpraller. Dann wohl die Szene, die am meisten nach dem Spiel diskutiert wurde. Nirschl erkämpfte sich hinter dem Tor den Puck und spielte dann quer auf Ross, der das Gestänge am linken Dreiangel traf. Von dort flog der Puck Richtung rechten Pfosten und gerade so noch auf die Linie, wo er von einem Ravensburger gerettet wurde. Die Schiedsrichter entschieden auf dem Eis auf Tor und zeigten sofort Videobeweis an. Danach, so die Regel, ändern sie diese Entscheidung nur, wenn sie sich sicher sind, dass sie falsch war. Sie waren sich sicher, obwohl sich der Puck in der Luft drehte – kein Tor. Danach liefen die Füchse weiter an, Brad Ross hatte noch eine gute Chance am langen Pfosten. Bei einer Überzahl nahmen sie Torwart Carruth vom Eis und hatten auch gute Schusschancen, aber der Anschlusstreffer wollte nicht gelingen. Und in der Schlussphase hatten die Gäste mehrere Versuche aus der Ferne auf das leere Tor. Sie trafen nicht, aber das spielte auch keine entscheidende Rolle mehr.

Nach dem Spiel verwies Corey Neilson auf das junge Team: „Wir haben heute mit elf U21-Spielern gespielt. Und den Kids passieren nun mal noch Fehler.“ Besonders die erfahrenen Verteidiger Nick Ross (diesmal noch gesperrt) und Pozivil (verletzt) sind kaum zu ersetzen, aber es fehlen eben auch Thomas Reichel und die Berliner Förderlizenzspieler, die bis auf Mik von den Berlinern selbst gebraucht werden. Auch das ist eine Corona-Auswirkung.

Am morgigen Dienstag kommt aber schon die nächste Chance – Sachsenderby gegen Dresden. (mit Thomas Wagner)

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