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War es das schon mit den Play-offs?

Die Lausitzer Füchse verlängern ihre Gruselserie mit einer Niederlage gegen Bayreuth. Das liegt nicht an den jungen Spielern.

Der einzige Torschütze der Füchse, Thomas Reichel, war am Sonntag einer der wenigen Lichtblicke.
Der einzige Torschütze der Füchse, Thomas Reichel, war am Sonntag einer der wenigen Lichtblicke. © Gunnar Schulze

Die Lausitzer Füchse haben ein weiteres Heimspiel verloren. Gegen die Bayreuth Tigers hieß am Ende 1:3, obwohl die Weißwasseraner auf einem guten Weg schienen, das Spiel zu gewinnen – bis die erste Reihe in den entscheidenden Konter lief.

Die Lausitzer Füchse begannen mit nur 15 Feldspielern, weil Kuschel und Brad Ross nach Blessuren aus dem Dresden-Spiel die Verletztenliste verlängerten und Berlin viele Förderlizenzspieler selbst brauchte. Die Bayreuth Tigers aber begannen mit gar nur 13 Feldspielern. Es war klar, dass es auch eine Kraftfrage werden würde, zumal beide Mannschaften am Freitag in die Verlängerung mussten, also bis in die letzte Minute voll gefordert waren.

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Die Füchse konnten ihre Top-Angriffsreihe mit Clarke, Kerbashian und Andres unverändert lassen und kamen auch gleich zur ersten Chance, aber Kerbashian verzog knapp. Danach war es eine ausgeglichene Anfangsphase. Das 0:1 fiel bei Vier-gegen-Vier nach einem Puckverlust im eigenen Drittel, als die erste Füchse-Reihe auf dem Eis stand. Lillich kam vor dem Tor völlig frei an den Puck, drehte sich um die eigene Achse und vollendete flach. Füchse-Torwart Carruth hatte keine Chance. Eine weitere Strafe überstanden die Füchse dann unbeschadet. Nach dem Rückstand aber taten sich die Füchse, wie schon in den vergangenen Spielen, ausgesprochen schwer. Es schien die Idee zu fehlen, wie man ein Tor erzielen will. Fast alle Stürmer im Aufgebot sind eher Techniker, die mit spielerischen Mitteln zum Erfolg kommen wollen. Für die „einfachen“ Tore – Distanzschuss und Abfälscher oder/und Abpraller verwerten, fehlt den Füchsen viel zu oft der Spieler vor dem Tor. Da wünschte man sich einen Spielertyp wie Clarke Breitkreuz zurück, der vielleicht technisch nicht so stark und auch nicht so schnell war, aber einfach wusste, was man vor dem Tor machen muss.

Das Mitteldrittel begannen die Füchse in Unterzahl, die sie überstanden. Aber dann kassierte Pozivil für einen hohen Stock mit Verletzungsfolge gleich eine doppelte Strafe. Auch diese vier Minuten Unterzahl überstanden die Füchse, die danach aufdrehten. Bei der ersten 2:1-Situation scheiterte Reichel noch, als er es allein versuchte, bei der nächsten gelang Roßmy der Querpass auf Reichel, der zum Ausgleich vollendete. Die Füchse versuchten danach, das Tempo hochzuhalten, um die Gäste angesichts der langen Wege zum Wechsel auch konditionell zu fordern. Bei einem schnellen Gegenangriff der Füchse ergab sich eine 3:2-Situation. Nick Ross kam zum Abschluss, konnte aus Nahdistanz aber den Gästekeeper Wölfl nicht überwinden. In einer Überzahl für die Füchse erzeugte dann die zweite Füchse-Reihe viel Torgefahr mit vielen Schüssen, Reichel scheiterte mit seinem Versuch aus Nahdistanz am überragend reagierenden Wölfl. Eine Unterzahl beendete dann die Drangphase der Füchse, aber auch die überstanden die Füchse. Nach einem Fehler von Rentsch lief Lillich allein auf Torwart Carruth zu, aber der hielt. Im Anschluss gab es ein kleines Handgemenge. Beim folgenden Vier-gegen-Vier spielte Clark Kerbashian vor dem Tor an, aber für den war die Entfernung zu Tor und Torwart zu kurz.

Eine Überzahl für die Füchse zu Beginn des Schlussdrittels verlief wieder einmal ohne Torgefahr. Die Füchse konnten dann nach und nach den Druck erhöhen. Roßmy scheiterte mit einer Einzelaktion, später hatte Kerbashian eine gute Gelegenheit, wurde aber aus Nahdistanz noch geblockt. Vom Gefühl her war es dann eine Frage der Zeit, bis den Füchsen das Führungstor gelingt, wobei Torgefahr eher nicht von der ersten Reihe kam. Der Gästen schienen etwas die Kräfte auszugehen. Rentsch hatte dann eine gute Schusschance. Aber dann liefen die Füchse (wieder war die Füchse-Top-Reihe auf dem Eis) in den einen Konter. Zimmermann war auf und davon und schloss entschlossen vor Carruth ins rechte Angel ab – 1:2, gut fünf Minuten vor dem Ende. Die Füchse mussten sich kurz fangen. Dann war Roßmy mit viel Tempo ins Gästedrittel unterwegs, scheiterte dann aber mit einem guten Versuch an Wölfl und der Torlatte. Eine Überzahlgelegenheit bekamen die Füchse noch, aber dieses Erfolgserlebnis gab es nicht mehr. Als die Überzahl 90 Sekunden vor Schluss zu Ende war, nahm Trainer Neilson den Torwart vom Eis. Andres hatte noch eine Riesenchance zum Ausgleich, nutzte sie aber nicht, und aus dem Konter entstand das 1:3, das Järveläinen etwas glücklich nach einem „Pressschlag“ erzielte.

Das Ergebnis ist deprimierend. Mit äußerst schwachen gut drei haben die Füchse wohl ihre Chancen auf die Play-offs fast schon verspielt: In den letzten zehn Spielen haben die Füchse gerade einmal fünf Punkte geholt. In sechs Spielen davon erzielten sie nicht mehr als einen Treffer. Da reicht selbst ein starker Torwart nicht. Besonders enttäuschend diesmal war die erste Reihe, die bei allen drei Gegentoren auf dem Eis stand, selbst keinen Treffer erzielte und das gesamte Spiel über viele Puckverluste zu beklagen hatte.

Trainer Corey Neilson, der auf der Pressekonferenz vom schwächsten Drittel der Saison bezogen auf die ersten 20 Minuten sprach (keine Konzentration, keine Intensität), wirkte nach dem Spiel etwas ratlos. „Wir haben ganz viel den Puck, erzielen aber einfach keine Tore.“ Besonders kritisierte er die erfahrenen Spieler, die zuletzt die Spiele nicht für die Füchse, sondern mit Fehlern gar gegen die Füchse entschieden. Auf die Frage, wie er mit der Kritik der Fans umgehe, antwortete er: „Ich verstehe die Fans.“, sagte aber auch: „I can‘t play! – Ich kann nicht spielen!“

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Trotzdem: Ein Umschwung muss schnellstens her. Erfahrungsgemäß benötigt man für die Play-offs einen Punkteschnitt pro Spiel von 1,5. Dem hinken die Füchse jetzt um bereits neun Punkte hinterher. Es braucht zum Beispiel drei Sechs-Punkte Wochenenden, um das Defizit auszugleichen. Aber woher den Optimismus dafür nehmen? Am Freitag geht es für die Füchse nach Landshut, am Sonntag kommt der souveräne Spitzenreiter Kassel Huskies. Vielleicht ist ja die Tatsache, dass da niemand etwas erwartet, die Chance für die Lausitzer Füchse.

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