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Ein Musterprofi hört endgültig auf

Verteidiger Jörg Wartenberg hängt seine Schlittschuhe an den berühmten Nagel. In seiner Laufbahn brachte er es auf weit über 1.000 Pflichtspiele.

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Jörg Wartenberg, hier in seinem letzten Spiel, ist immer noch topfit.
Jörg Wartenberg, hier in seinem letzten Spiel, ist immer noch topfit. © Gunnar Schulze

Von Gunnar Schulze

Weißwasser. Kurz vor 23 Uhr war das Werk von Jörg Wartenberg am vergangenen Sonnabend in der Weißwasseraner Eisarena getan. Nach über 33 Jahren zog der Verteidiger die Schlittschuhe zumindest für seine Karriere im aktiven Spielbetrieb aus – begleitet vom Beifall der Zuschauer. Wartenberg war einer der wenigen noch Aktiven, die das ABC des Schlittschuhlaufens im Freiluftstadion bei Wind und Wetter erlernt hatten.

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„Ich war von den Voraussetzungen nicht der begnadetste Eishockeyspieler. Fleiß, Ehrgeiz und hartes Training ebneten mir den Weg zu einer schönen Zeit als Spieler bei der schnellsten Mannschaftssportart der Welt“, sagt der 42-jährige über sich. Mit sechs Jahren zog sich Jörg Wartenberg erstmals die Schlittschuhe an, begann unter Trainern wie Anton Weißgerber und Horymir Sekera. Damals fand der Blondschopf den Weg über den Eisschnelllauf nach zwei Jahren zum Eishockey.

Dort lernte er von der Pike auf und durchlief zunächst die Nachwuchsstationen des Eissports Weißwassers. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Zahlreiche Titel heimste Jörg Wartenberg bei Schüler-, Jugend- und Juniorenmeisterschaften mit seinen damaligen Mannschaftskameraden Marcel Linke, Ronny Ahrend, Marco Ludwig und Co. ein.

Irgendwann wurde die Familie wichtiger

Nach Beendigung der Schule fuhr „Bodo“, wie ihn seine Mannschaftskameraden nennen, zweigleisig. Neben dem harten Training begann er zunächst eine Ausbildung zum Energie-Elektroniker für Automatisierung und Anlagentechnik beim damaligen Energiedienstleister Vattenfall im Kraftwerk Boxberg. Von diesem Zeitpunkt an stand er unter Doppelbelastung von Sport und Beruf.

1999 absolvierte Jörg Wartenberg sein erstes Profispiel im blau-gelben Füchse-Trikot. Nach sieben Jahren waren Dresden, Heilbronn, wiederum Dresden und Dortmund (3. Liga) die sportlichen Stationen, bevor es Jörg Wartenberg von 2011 bis 2015 wieder in den Fuchsbau nach Weißwasser zurückzog. Von 2015 bis 2017 spielte der Verteidiger dann als Leitwolf und Kapitän in Halle und Bad Muskau.

Nach und nach verschoben sich auch bei Jörg Wartenberg persönliche Schwerpunkte. Mit dem Älterwerden des heranwachsenden Sohnes Marc wurde ihm im Familienkreis ein Versprechen abgerungen: Er sollte mehr Zeit für die Familie finden. Dies tat Jörg Wartenberg auch.

Ein Traum wartet noch auf die Erfüllung

Im Laufe der Jahre summierten sich die Pflichtspiele seiner Karriere: 649 Partien allein in der zweiten deutschen Liga, über 200 Spiele in der Oberliga, 90 in der Regionalliga und über 300 Begegnungen im Nachwuchsbereich. Mit etwas Wehmut denkt Wartenberg zurück. Gern erinnert er sich an alte Zeiten und schöne Momente wie das Erzielen des entscheidenden Treffers zum 1:0 in den Play-downs gegen Kaufbeuren, nachdem die Uhr 67 Minuten und 18 Sekunden in der Verlängerung zeigte. Doch es nützte nichts. Das entscheidende siebte Spiel ging dann dramatisch in Kaufbeuren verloren.

„Besonders das Heimatgefühl und das familiäre Feeling im Verein – Jeder kennt Jeden – dabei oft das Zünglein an der Waage und das Entscheidende für einen sehr schönen Lebensabschnitt, der jetzt zu Ende geht“, so Jörg Wartenberg. Jetzt stellt der Fitnessfreak die Weichen persönlich neu. Neben seinem Engagement als Übungsleiter beim ES Weißwasser und der jetzigen Haupttätigkeit als Mechatroniker wartet die nächste Herausforderung auf Jörg Wartenberg: In diesem Sommer wird sich der Crack einen weiteren Traum erfüllen – Hausbau in Trebendorf.

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