Sport
Merken

Forderung an die Füchse: Den Worten müssen Taten folgen

Nach drei Niederlagen am Stück genießt der Trainer der Lausitzer Füchse weiter das Vertrauen. Noch. Trotzdem erwartet Geschäftsführer Rohrbach eine Reaktion.

Von Frank Thümmler
 3 Min.
Teilen
Folgen
Hier jubelt Füchse-Kapitän Clarke Breitkreuz noch über den Führungstreffer gegen Heilbronn. Später verschuldete er mit einem krassen individuellen Fehler den Gegentreffer zum 2:4.
Hier jubelt Füchse-Kapitän Clarke Breitkreuz noch über den Führungstreffer gegen Heilbronn. Später verschuldete er mit einem krassen individuellen Fehler den Gegentreffer zum 2:4. © Thomas Heide

Weißwasser. Als vor einer Woche für den Eishockey-Zweitligisten Lausitzer Füchse die heiße Saisonphase mit elf Spielen im Dezember und zwölf Spielen im Januar begann, setzte die SZ hinter das „gut gerüstet“ ein Fragezeichen.

Eine Woche später ist dieses deutlich größer geworden: Die drei Spiele seitdem gingen allesamt verloren. Die Niederlage gegen das Spitzenteam Löwen Frankfurt (2:3) war dabei aus Weißwasseraner Sicht noch akzeptabel, aber auch gegen die Teams auf vermeintlicher Augenhöhe gab es nichts zu holen.

In Freiburg gerieten die Füchse nach einer lange ausgeglichenen Partie mit 2:6 in Rückstand, kämpften sich immerhin noch auf 5:6 heran. Am Dienstag zu Hause gegen Heilbronn unterliefen den Lausitzern dann zu viele einfache Fehler. Knackpunkt war die Phase nach dem 2:3, als Weißwasser auf den Ausgleich drängte, aber nach einem erneut krassen Fehler (Breitkreuz) das 2:4 kassierte und im Schlussabschnitt regelrecht auseinanderfiel – Endstand 2:8. Nun überwiegen wieder die Zweifel, ob die Füchse gut gerüstet sind für die heiße Phase der Saison.

Trainer steht noch nicht zur Debatte

Diese Frage treibt natürlich auch Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach um, der trotz der unbefriedigenden Ergebnisse und Leistungen nach wie vor hinter Trainer Chris Straube und Co-Trainer André Mücke steht. „Wir haben uns am Mittwoch zusammengesetzt und die Lage analysiert. Wir haben über die taktische Ausrichtung geredet, über die Gegentreffer, was man jetzt ändern muss. Allen ist klar, dass es am Wochenende extrem wichtig sein wird, Punkte einzufahren.“ Von einem Ultimatum an den oder die Trainer wollte Rohrbach aber nicht sprechen.

Rohrbach, selbst sehr erfolgreicher Spieler und Ex-Trainer, hatte am Donnerstag auch das Gespräch mit Kapitän und Mannschaftsrat gesucht und gefordert, dass die erfahrenen Spieler vorangehen – beim Spiel, aber auch in der Kabine und beim Training.

„Ich habe mir dann die Zeit genommen, beim Videomeeting und auch beim Training da zu sein. Mein Eindruck war, dass unsere Botschaft angekommen ist, alle Teammitglieder mitziehen wollen. Ein kleiner Ruck in der Mannschaft war zu spüren. Aber die Spieler müssen das auch umsetzen, am Ende des Tages in den Spiegel schauen können“, so Rohrbach.

Kader in der Defensive zu schwach aufgestellt

Die Reserven der Füchse – neben dem Vermeiden individueller Fehler – sind altbekannt: Die dritte und vierte Reihe müssen mehr Entlastung bringen, nicht zuletzt in Sachen Torgefahr. „Auch Spieler wie Detig oder Döring müssen dazu beitragen“, sagt Rohrbach. In der Defensive ist der Kader schmal, zumal am Wochenende Hanusch ausfällt.

Aber: Das Team scheint trotz alledem stark aufgestellt. Mit Quenneville und Garlent haben die Füchse gleich zwei Spieler unter den Top Sechs der Scorer-Liste. Das Überzahlspiel des Teams (23,1 % Erfolgsquote) ist das immerhin viertbeste der Liga, das Unterzahlspiel (81 %) passabel.

Bei den Akteuren auf dem Eis erkennt Rohrbach keine Resignation, sondern den Willen, sich selbst aus dieser Situation zu befreien. Am Wochenende sollen den Worten Taten folgen. Am Freitag fahren die Lausitzer zu den Bayreuth Tigers (Beginn 20 Uhr), am Sonntag (17 Uhr) kommt der aktuell Vorletzte Landshut nach Weißwasser. Bayreuth hat zuletzt Bad Tölz zu Hause bezwungen, davor einen Punkt in Frankfurt geholt. Landshut steckt nach sechs Niederlagen in Folge (trotz einer langen Heimspielserie) in einer noch tieferen Krise als die Füchse. Es dürfte spannend sein, wer sich befreit.