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Stadt betreibt das Jahnbad selbst

Zumindest in dieser Saison. Öffnen soll es ab 1. Juli. Weißwasser plant aber noch einen ergänzenden touristischen Service.

Der Eingangsbereich des umgebauten Jahnbads in Weißwasser. Am 1. Juli sollen sich die Tore des Naturbads für die ersten Badegäste öffnen.
Der Eingangsbereich des umgebauten Jahnbads in Weißwasser. Am 1. Juli sollen sich die Tore des Naturbads für die ersten Badegäste öffnen. © Joachim Rehle

Am 1. Juli sollen sich die Tore des sanierten Jahnbads in Weißwasser öffnen. Das kündigte Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) in der jüngsten Sitzung beider Ausschüsse des Stadtrats an. Ursprünglich sollte es am 1. Juni losgehen. Doch angesichts der Bundesnotbremse und der nicht vorhersehbaren Entwicklungen in der Corona-Pandemie wurde der Start auf Juli verschoben.

Einstimmig gab der Stadtrat im April grünes Licht dafür, dass die Stadt Weißwasser das Jahnbad 2021 selbst betreibt. Der Beschluss war notwendig, weil es sich um eine freiwillige Aufgabe handelt, jedoch der städtische Haushalt für dieses Jahr noch nicht vorliegt, geschweige denn beschlossen und schon gar nicht genehmigt ist. Mit Fördermitteln war das Bad umgebaut worden. Um die Betreibung nach dem Umbau zu sichern, erging bereits 2018 der Beschluss, dafür 30.000 Euro bereitzuhalten. Die finanziellen Mittel wurden in den Entwurf des Haushalts 2021 eingestellt.

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Im Vorjahr nur Baustelle

Im Jahre 1930 war das Naturbad in Weißwasser eröffnet worden. Daran erinnert die Wandgestaltung des Schleifer Künstlers Frank Stein im sanierten Eingangsbereich. Dass auf dem Jahnteich – wie auf dem Wandbild nach historischer Vorlage zu sehen – sogar mal ein Raddampfer fuhr, dürfte für die jungen Weißwasseraner kaum vorstellbar sein. Eine Jubiläumsparty zum 90-jährigen Bestehen des Bads gab es im vorigen Jahr nicht. Das hatte weniger mit den Beschränkungen undank der Corona-Pandemie zu tun, sondern damit, dass das Jahnbad die ganze Saison hindurch eine Baustelle war. Es wurde komplett umgebaut und fit für die Zukunft gemacht.

Auf Bitten des Ältestenrates war das Jahnbad nach dem Grundsatzbeschluss des Stadtrats im April noch einmal in den Fokus gerückt worden. Im Rückblick auf die Baumaßnahmen zählte OB Torsten Pötzsch jetzt in beiden Ausschüssen des Stadtrats auf, was bisher alles passierte: Der Schwimmsteg wurde entfernt, der freistehende Kiosk abgerissen. Die Böschungen wurden neu gestaltet und ein barrierefreier Zugang zum Wasser geschaffen. Das Bestandsgebäude wurde saniert. Darin befinden sich nun ein Erste-Hilfe-Raum, ein Raum für die Schwimmmeister, Sanitäranlagen und Lager. Die Volleyball-Anlage mit drei Feldern wurde erneuert, eine Freidusche gebaut und ein neuer Spielplatz angelegt. Außerdem wurde der Vorplatz zwischen Jahnbad und Tierpark mit Sitzgelegenheiten und Bepflanzung neu gestaltet.

Jetzt sollen die Baumaßnahmen weitergehen. „Nach Beratung mit den beteiligten Firmen, den Fördermittelgebern und den Planern wird die Zeit der Bundesnotbremse genutzt, um Arbeiten vorzuziehen, die sonst nach Saisonende im Herbst hätten durchgeführt werden können“, erklärte Torsten Pötzsch.

Zusatzmodul für Kasse und Imbiss

Nach seiner Aussage soll für eine effiziente Betreibung des Jahnbads der Eingangsbereich ergänzt werden. Dazu habe es eine Vor-Ort-Begehung gegeben, in deren Folge die Abläufe noch einmal zu überdenken sind. Im Sommer 2021 wird es voraussichtlich eine mobile Imbisslösung geben. In einem noch zu errichtenden Multifunktionsmodul sollen aber Kasse und Imbiss ihren Platz finden wie auch das Angebot, touristisches Werbematerial auszugeben. Und das sowohl nach innen an die Badbesucher wie auch nach außen an Touristen und Gäste der Stadt. Dies allerdings würde erfordern, dass eine Servicekraft auch dann dort bedient, wenn das Jahnbad selbst geschlossen ist. Um das Modul errichten zu können, wird der Standort des WC-Containers den neuen Plänen angepasst, sprich: verschoben. Der Sanitärcontainer mit Toiletten, Waschbecken und Behinderten-WC war im vorigen Sommer aufgestellt worden – als Service für die Caravanstellplätze auf dem Vorplatz von Jahnbad und Tierpark und als Angebot an Spaziergänger und Radler, die den Grünzug zur Erholung nutzen.

Über diesen Platz führt ein Radweg, der ebenfalls auf Vordermann gebracht wurde. Damit wurde der nördliche Teil des Geländes am Jahnteich aufgewertet und zudem der Radweg in das überregionale Radwegenetz eingebunden.

Finanziert wurden die Maßnahmen durch Fördermittel aus einem Programm des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre): 166.000 Euro gab’s für Grünzug/Radweg sowie weitere 160.000 Euro fürs Jahnbad. Wie der OB in beiden Ausschüssen erklärte, habe eine Kostenkontrolle 2021 ergeben, dass das Geld noch nicht restlos verbraucht ist. Das habe man mit der Sächsischen Aufbaubank besprochen und auf Anraten von dort einen Ergänzungsantrag zur Nutzung der Fördermittel gestellt. Wie es jetzt hieß, können das Funktionsmodul finanziert und noch weitere Arbeiten bezahlt werden.

Nach aktuellem Stand der Dinge sollen die Eintrittspreise „wie gehabt“ bleiben. Was das im einzelnen bedeutet, damit wird sich der Stadtrat jedoch noch befassen müssen, denn in den Preisen ist die jeweils gültige Mehrwertsteuer enthalten. Die Betreibung des Jahnbads entspricht somit einem Betrieb gewerblicher Art. Daher wird über die Gebührenordnung 2021 noch zu befinden sein – voraussichtlich in der Stadtratssitzung Ende Mai.

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