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Sternradfahrt führt zur Waldeisenbahn

Die 19. Radtour des Landkreises Görlitz verlangt Aktiven und Organisatoren mehr denn je alles ab. Schuld ist Corona.

Neben Tonbahnfahrten bietet die WEM in Weißwasser auch einen geöffneten Museumsbahnhof mit historischer Technik. Der Eintritt in das Museum ist frei.
Neben Tonbahnfahrten bietet die WEM in Weißwasser auch einen geöffneten Museumsbahnhof mit historischer Technik. Der Eintritt in das Museum ist frei. © Joachim Rehle

Die Rapsfelder an regionalen und überregionalen Radwegen blühen gerade genauso schön wie auf dem Foto von vor fünf Jahren. Damals und bis 2019 erlebten Teilnehmer der traditionellen Sternradfahrt nicht nur sie, sondern in fast jedem Ort und an jeder geschafften Etappe auch eine Überraschung. Überall konnte man sich bewegen, waren Angebote an den Zielen reinste Volksfeste. Danach kam Corona.

Wegen der Pandemie wurde 2020 die Radfahrt, die anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Waldeisenbahn Muskau (WEM) ihr Ziel am Bahnhof Teichstraße in Weißwasser haben sollte, abgesagt. Als das Organisationsteam im Herbst die diesjährige Tour plante, hielt es zwar an der WEM als Ziel fest. Ansonsten blieb wenig vom einstigen Konzept.

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Pandemiebedingt entschied sich der Landkreis Görlitz als Veranstalter nach langer Überlegung erstmals für eine zweitägige Sternradfahrt, um Massenandrang an Stationen und Endziel zu vermeiden, und für ein abgespecktes Programm. Zudem musste ins Blaue geplant werden, da niemand Inzidenzzahlen, Inhalte von Corona-Schutzverordnungen oder eine möglicherweise erneute Absage einschätzen konnte.

Unsicherheit schwingt mit

„Ich war gestern bei der WEM zur finalen Abstimmung und muss ehrlich sagen, dass bei allen schon gewisse Unsicherheit mitschwingt“, bekennt Maja Daniel-Rublack von der Entwicklungsgesellschaft Niederschlesische Oberlausitz mbH (ENO), die erneut die Sternradfahrt im Auftrag des Landkreises konzipiert und betreut. Zwar kennt sie sich mit Herausforderungen rund um die Sternradfahrt aus. Bei der Tour 2019 nach Seifhennersdorf hatte es beispielsweise so stark geregnet, dass nur knapp 1.500 Radler teilnahmen, viele Touren abgebrochen und Transferbusse in Windeseile umorganisiert werden mussten. Eine Sternradfahrt unter Corona-Bedingungen ist jedoch auch für die ENO-Mitarbeiterin, die vielen Partnerunternehmen, Vereine und Einrichtungen vor, hinter und an den Strecken und im Ziel sowie für Teilnehmer eine neue Erfahrung. Alle müssen Abstands- und Hygieneregeln einhalten. Auf dem Zielgelände der WEM gilt: Mund-Nasen-Schutz tragen. Das Gelände darf nur mit gültigem 24-Stunden-Negativtest, Impfnachweis, positivem PCR-Test oder ärztlicher Bescheinigung auf PCR-Test-Basis betreten werden. Das gilt für alle ab sechs Jahre. Außerdem ist beim Vorlegen der Unterlagen der Personalausweis zu zeigen.„Wir haben auf dem Gelände zwei Kontrollstellen, wo wir an Besucher auch Bändchen aushändigen, damit sie sich ohne Neukontrolle überall bewegen können“, informiert WEM-Chef Heiko Lichnok. Nicht nur für die Waldbahner ist dies ein immenser Aufwand.

Lichnok und Daniel-Rublack hoffen dennoch, dass sich die Menschen nicht abschrecken lassen, mitradeln und die Bahn besuchen. Und weil wegen der aktuellen sächsischen Corona-Schutzverordnung der touristische Bahnbetrieb noch nicht erlaubt ist, haben sich die Waldbahner etwas Besonderes einfallen lassen. „Damit die Gäste endlich wieder Eisenbahnromantik erleben, bieten wir Rundfahrten auf der denkmalgeschützten Tonbahn mitten durch den Unesco--Geopark Muskauer Faltenbogen zum Aussichtsturm am Schweren Berg an“, verrät Heiko Lichnok. Je um 10, 11, 14 und 15 Uhr starten die Kleinbahnzüge ab Teichstraße zur dreistündigen Rundfahrt inklusive Versorgung und Halt am Schweren Berg. Tickets gibt es im Vorverkauf auf der Internetseite der Waldeisenbahn. Doch auch für Mitfahrten sind tagesaktueller Test, Impf- oder Genesenen-Bescheinigung nötig.

„Auch, wenn alles etwas anders und aufwendiger ist, das Begleitprogramm kleiner ausfällt als in den letzten Jahren, können Teilnehmer sich nach der Radtour an beiden Tagen bei der Bahn erholen, sich auf dem WEM-Gelände samt Informations- und Verkaufsständen umsehen, bei Glücksrad und Minigolf mitmachen, gastronomische Versorgung genießen und den Museumsbahnhof mit historischer Technik bestaunen. Ich kann nur empfehlen, an der Tour teilzunehmen, in Weißwasser vorbeizukommen, sich überraschen zu lassen!“, ermuntert Maja Daniel-Rublack. Ob zu den „Überraschungen“ eine Covid-Teststation am WEM-Bahnhof gehört, steht noch nicht fest. „Wir arbeiten daran und versuchen es“, so die ENO-Mitarbeiterin.

Und trotz aller Veränderungen gibt es auch Altbewährtes bei der Sternradfahrt. Alle Touren sind bestens ausgewiesen, Teilnehmerpässe, Stempelstellen und eine Teilnehmer-Tombola sind da. Dies gilt jedoch nicht für organisierte Rückbusse ab Weißwasser. Corona-bedingte Alternativen sind Zugverbindungen, zurück strampeln oder mit dem Pkw anreisen. Auch das ist ein Grund für die Unsicherheit der Veranstalter, die wegen der vielen Einschränkungen keine Besucher- oder Teilnehmerzahlen schätzen können.

Dennoch heißt es am 12. und 13. Juni auf neun Touren mit Start ab Tschechien, Polen, Zittau, Bautzen oder Döbern wieder: Rauf auf den Sattel, ran an die Pedale und den Streckensymbolen folgen!

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