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Weißwasser

Stilles Gedenken am Volkstrauertag

Manche bezweifeln, ob er für die Alltagssorgen der Menschen überhaupt noch relevant ist. Er mahnt zur Menschlichkeit, hieß es in Weißwasser.

Gedenkveranstaltungen anlässlich des Volkstrauertages, so wie hier vor einem Jahr in Görlitz, waren diesmal nicht möglich.
Gedenkveranstaltungen anlässlich des Volkstrauertages, so wie hier vor einem Jahr in Görlitz, waren diesmal nicht möglich. © Nikolai Schmidt

Weißwasser/Bad Muskau. Der Volkstrauertag gilt als stilles Gedenken an jene Menschen, welche durch Krieg, Gewalt und Terror ihr Leben verloren. 2020 war dieses Gedenken in Weißwasser noch stiller. Es wurde zwar auf dem Friedhof ein Kranz niederlegt, wegen der Corona-Pandemie aber auf ein öffentliches Gedenken verzichtet.„An Tagen wie diesen zeigt sich die Macht dieser Seuche. Das Virus verhindert etwas, was für die Menschen und ihr Menschsein sehr wichtig ist. Ohne das Soziale, ohne die Gemeinschaft, ohne die Mittrauernden ist Aufarbeitung und seelischer Frieden kaum möglich“, so der stellvertretende Oberbürgermeister Hartmut Schirrock (Klartext) in einer Videobotschaft.

Er verwies darauf, dass die Menschen in Deutschland das große Glück hätten, seit 75 Jahren vom Krieg verschont zu sein, während überall auf der Welt Hunderte Kriege geführt wurden. „Für mich bedeutet der Gedenktag, dass wir uns alleglücklich schätzen können, in Frieden und relativem Wohlstand zu leben. Es ist ein Privileg, in einem demokratischen System, mit einem hervorragenden Gesundheitssystem, genug zu Essen und warmer Kleidung aufzuwachsen“, sagte er. Das sollte mahnen, sich für Frieden, Menschlichkeit und Freiheit einzusetzen.

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Hass und Hetze nicht zulassen

Wie Hartmut Schirrock betonte, gebe es in unseren Tagen immer wieder Zweifel, ob Gedenken wie der Volkstrauertag für die Menschen und ihre alltäglichen Probleme überhaupt noch relevant sei.Er selbst sei überzeugt davon, sagte er. „Denn keines unserer Alltagsprobleme hat noch eine Bedeutung, wenn nicht Frieden, Menschlichkeit und Freiheit gesichert sind.“ Die Corona-Pandemie zeige sehr deutlich, wie zerbrechlich der Mensch, die politischen Systeme und auch die körperliche Unversehrtheit sind. Das Corona-Virus führe deutlich vor, „dass wir alle gut daran tun, uns das Leben nicht durch Hass, Hetze, Gewalt und Aggression zu beinträchtigen“, erklärte er. Die Pandemie zeige, dass es auch ohne dieses Zutun leider mehr als genug Leid gibt. Der stellvertretende Oberbürgermeister forderte die Menschen in der Stadt Weißwasser dazu auf, zusammenzuhalten, einander zu helfen und sich für den Frieden als Basis jeder Zukunft einzusetzen.

In Bad Muskau gedachte die CDU mit einem Kranz am Mahnmal auf dem Bergfriedhof der Toten zweier Weltkriege und der Opfer von Gewalt. „Dieser Tag mahnt uns, dass Hass, Gewalt und die Abwertung menschlichen Lebens entsetzliche Folgen haben“, erklärte der CDU-Ortsvorsitzende Tom Lehnert. Er sprach von der Verantwortung im Alltag, die jeder ein Stück weit zu tragen hätte. Etwa, was die Lösung von Konflikten angeht. Aus der Geschichte heraus sei zu lernen, dass man selbst im Kleinen zu einem friedlichen Miteinander beitragen könne, sagte er.

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