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Strukturwandel: Bürger sollen mitreden

Bei den wichtigsten Vorhaben der Stadt sollen Einwohner sich einbringen können. Bisher scheiterte dies an Corona.

Oberbürgermeister Torsten Pötzsch hofft auch auf eine positive Zukunft für den Neufert-Bau.
Oberbürgermeister Torsten Pötzsch hofft auch auf eine positive Zukunft für den Neufert-Bau. © Wolfgang Wittchen

Weißwasser. Sanierung und Neubelebung von Bahnhof und Glasfachschule, die seit Jahrzehnten ein Dasein als Schandflecke und bauliche Brachen fristen, zählen zu den wichtigsten städtischen Projekten. Ihre Revitalisierung soll nun über den Strukturwandel verwirklicht werden.

Bis auf den festen Willen, erste Kostenhochrechnungen, Gestaltungs- und Nutzungspläne gibt es noch nicht viel Fassbares zu den Vorhaben. Aber auf der Basis der bereits vorhandenen Unterlagen, dies ist die gute Nachricht, wurden bereits Projektanträge gestellt, laufen seit Monaten Gespräche zwischen Stadt, kreislicher Entwicklungsgesellschaft, Sächsischer Agentur für Strukturentwicklung, Sächsischem Staatsministerium für Regionalentwicklung, Landkreis und Bund. Ziel ist es, auszuloten, was möglich und förderbar und in welchen Zeiträumen umsetzbar ist.

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Hoffen auf Strukturwandelgelder

„Wenn die grobe Richtung klar ist, kann in die Vorplanung und dann in die eigentliche Planungsphase gegangen werden, um wirklich zu erwartende Kosten zu ermitteln“, erläutert Oberbürgermeister Torsten Pötzsch den Werdegang und umschreibt so, dass Umsetzungen kaum sehr zeitnah zu erwarten sind. Eher mittelfristig. Immerhin ist der Kohleausstieg Deutschlands für 2038 beschlossen, dient die Zeit bis dahin der Umgestaltung betroffener Regionen für die Ära nach der Kohle.Noch muss Weißwasser mit vielen anderen Lausitzer Kommunen um die Berücksichtigung und dafür nutzbaren Strukturwandel- sowie Fördergelder von Bundesrepublik, EU und Land kämpfen, sind keine Entscheidungen für oder gegen die von der Stadt eingereichten Vorhaben gefallen. Erschwerend kommt hinzu, ob einstige Pläne und Kalkulationen noch ausreichen oder von Architekten- und Planerwettbewerben bis Kosten alles neu aufgerollt werden muss. Dies könnte insbesondere beim Bahnhof eintreffen, für dessen Erhalt und Sanierung die Entscheidungen schon lange fielen, Pläne in Schubladen liegen, Umsetzungen aber an Zeitschienen und nicht stemmbaren Eigenanteilen der Stadt Weißwasser durch nicht genehmigte Haushalte scheiterten. Auch darüber sprechen und verhandeln nun die beteiligten Gremien mit der Stadtführung von Weißwasser.

Zudem muss beim Bahnhof parallel die Entwicklung des Bereiches Innenstadt II mit beleuchtet werden. Beides ist in Verbindung und Abhängigkeit zu sehen. Inzwischen hat sich das Bundesamt für Ausfuhr und Wirtschaftkontrolle mit über 100 Mitarbeitern in dem Innenstadtbereich angesiedelt. Es wird von weiterer Expansion der Behörde ausgegangen. Um so mehr braucht es eine intakte moderne Infrastruktur – auch bessere Bahn-Bedingungen. Hinzu kommt, dass unweit vom Bahnhof ein energetisch autarkes und als Pilotprojekt geplantes Wohngebiet entstehen soll. Nicht zuletzt plant die Deutsche Bahn den Ausbau der Strecke Berlin-Cottbus-Weißwasser-Görlitz zur elektrifizierten Schnellbahnstrecke. „All dies muss ebenfalls in die Gespräche und Planungen zu Gestaltung und Finanzierung mit einfließen“, erklärt Pötzsch.

Glasschule, Bahn, WEM, Volkshaus ...

Da es sich sowohl bei der Glasfachschule – hier ist es Ziel, eine für Bildung und Forschung überregional bedeutsame Einrichtung, einen Campus oder eine Außenstelle im Objekt anzusiedeln – als auch dem Bahnhof um für Weißwasser und das Umland wegweisende Zukunftsprojekte handelt, will Pötzsch die Bürger von Anfang an in die Prozesse einbeziehen. Dies betreffe, so der Stadtchef, sowohl regelmäßige und öffentliche Informationen aus erster Hand zum Sachstand als auch Bürgerbeteiligung bei Ideen- und Lösungsfindungen „Wir werden also, sobald dies coronabedingt möglich ist, auch über Formen konkreter Bürgerbeteiligung sprechen müssen.

Und es gibt weitere Vorhaben, die für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung Weißwassers unerlässlich sind. Dazu zählt die Erweiterung des Industriegebietes Ost für ansiedlungswillige neue sowie vorhandene und an Expansion interessierte Unternehmen. „Auch das, sowie die Entwicklung des Gelsdorf-Grundstücks, haben wir dieses Jahr auf der Liste der Projektanträge.“ Wie Torsten Pötzsch weiter erklärt, seien hier bereits positive Vorabstimmungen mit dem Landkreis Görlitz erfolgt.

Wie es dagegen mit der Volkshaus-Brache und einer Nachnutzungsmöglichkeit aussieht, bleibe abzuwarten. Laut Torsten Pötzsch gab es viele Besichtigungen und ebenso viele Gedanken und Ideen. „Jedoch brauchen solche Prozesse leider mehrere Jahre“, so das Stadtoberhaupt. Dennoch bleibe man auch an diesem Thema oder der Weiterentwicklung und dem Erhalt der Waldeisenbahn Muskau dran. Was die WEM betrifft, so ist sie ein unverzichtbarer touristischer Bestandteil der Region. Das Volkshaus spiegelt Bauhaus- und Lebenskultur in Weißwasser wider.

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