SZ + Weißwasser
Merken

Wandbild des Volkshauses gesichert

Die Metallinstallation von Peter Reichelt konnte abgenommen und sicher eingelagert werden. Sie soll später an ihren Platz zurück.

Von Constanze Knappe
 3 Min.
Teilen
Folgen
Die Metallinstallation von Peter Reichelt schmückte den Treppenaufgang vom Foyer zum ersten Obergeschoss.
Die Metallinstallation von Peter Reichelt schmückte den Treppenaufgang vom Foyer zum ersten Obergeschoss. © foto-von-oben.eu/egon

Weißwasser. Als sich Anfang Oktober Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) mit Medienvertretern im Volkshaus traf, um über den aktuellen Stand der Dinge zu informieren, galt das Interesse auch jenem Wandbild im Treppenaufgang. An der stark verrußten Wand war es nur schwer zu erkennen. Aber schon zu jenem Zeitpunkt waren sich Baureferatsleiterin Dorit Baumeister und die Vorsitzende der städtischen Denkmalkommission, Stefanie Sprejz, darin einig, dass dieses Wandbild gesichert werden muss. Und dass möglichst noch, bevor der Winter beginnt.

Mitglieder der Interessengruppe (IG) Freunde des Volkshauses, die bei jenem Termin anwesend waren, sehen das ebenso und obendrein „dringenden Handlungsbedarf“. Sie wandten sich in einem Brief an den OB und die Chefin der Denkmalkommission. Durch den Brand im April habe das Dach in diesem Bereich erheblichen Schaden genommen und muss zurückgebaut werden. Wie Olaf Schober schreibt, befürchten die Freunde des Volkshauses, dass es dabei zu einer Beschädigung der Metallinstallation kommen könnte. „Ebenso kann es passieren, dass im Winter durch Schnee, insbesondere durch Nassschnee, oder bei Tauwetter die Dachkonstruktion nicht mehr diese Last aushält und zusammenbricht. Neben der Beschädigung durch den Einsturz wäre die Metallinstallation dann den Witterungs- und Umwelteinflüssen komplett ausgesetzt“. Wegen der Kontamination müsse ohnehin der Putz entfernt werden, weshalb zuvor die Metallinstallation abzunehmen sei.

Im November hatten sich Bürger an die Freunde des Volkshauses gewandt, weil sie gern für den Erhalt und die Sicherung dieser Metallkonstruktion spenden wollten. Dank dieser Mittel und des Einsatzes der Firma Kegel und Hossmang Gerüstbau GmbH aus Hoyerswerda, der Feuerwehr Weißwasser und des städtischen Wirtschaftshofes „konnte das Wandbild nun zügig gesichert und an einem trockenen, sicheren Ort eingelagert werden“. Die IG möchte sich bei allen Helfern bedanken. Durch Petra Greiner konnte mehr über das Wandbild in Erfahrung gebracht werden. Peter Reichelt soll es Ende der 1970er/Anfang 1980er Jahren entworfen haben. Der Maler und Grafiker war Mitarbeiter im Kreiskabinett für Kulturarbeit, welches seine Räume im Volkshaus hatte, und außerdem Leiter des Keramikzirkels in Weißwasser. Gefertigt wurde die Konstruktion von der Schmiede Klenner in Bad Muskau.

Wie Peter Sievers von der Interessengruppe jetzt mitteilt, habe das Wandbild den Brand „überraschend gut überstanden“, lediglich das Glas der Uhr sei durch die große Hitze zersprungen. Aus Sicht der Freunde des Volkshauses wäre es wünschenswert, dass die Konstruktion als ein gebäudeprägendes Detail nach der Sanierung des Volkshauses wieder ihren alten Platz einnimmt. Da sie stark mit Ruß verschmutzt ist, wären sicher eine Reinigung durch Sandstrahlen und ein neuer Anstrich nötig. Und an die früher funktionstüchtige Uhr müsse sicher ein Uhrmacher ran.

Bei ihrer jüngsten Zusammenkunft beschlossen die Mitglieder der Interessengruppe, eine Spende von 250 Euro „für unser Volkshaus“ zu überweisen. Damit wollen sie ein Zeichen setzen. Zwar sei ihnen bewusst, dass das Geld nicht für all die Arbeiten zum Erhalt des Wandbilds reicht, aber viele kleinere Einzelspenden könnten zu einer größeren Summe anwachsen. „Es kommt nicht darauf an, wie viel jemand gibt, sondern dass das, was er spendet, von Herzen kommt“, sagen sie.

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.