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Was machen die Naturforscher denn da im Weißwasseraner Tierpark?

Die AG Lernwerkstatt Natur versucht, Kinder, ganz praktisch für Naturschutz zu begeistern.

Carsten Proft, der Leiter der Arbeitsgemeinschaft, baut gemeinsam mit Eveline Petz, Ines Bergner sowie den beiden Achtjährigen Joel und Hannes im Tierpark Weißwasser einen Igelunterschlupf für die kalte Jahreszeit.
Carsten Proft, der Leiter der Arbeitsgemeinschaft, baut gemeinsam mit Eveline Petz, Ines Bergner sowie den beiden Achtjährigen Joel und Hannes im Tierpark Weißwasser einen Igelunterschlupf für die kalte Jahreszeit. © Rolf Ullmann

Weißwasser. Wie kommen die Igel gut über den Winter? Natürlich schlafend. Damit einer oder mehrere der stachligen Gesellen einen geeigneten Unterschlupf im Tierpark finden, packen Kinder und Erwachsene in der Arbeitsgemeinschaft Lernwerkstatt Natur kräftig mit an. An zwei Montagnachmittagen errichteten sie sie aus Laub und Ästen einen Igelhaufen. Dieser befindet sich in einem ruhigen Bereich des Tierparks, der von den Besuchern nicht betreten werden darf.

Den Hut bei der Verwirklichung dieses Projekts hat Carsten Proft als der Leiter der Lernwerkstatt Natur auf. Seit nunmehr drei Jahren zeichnet er für den Bereich Umweltbildung von Kindern und Jugendlichen im Tierpark Weißwasser verantwortlich. Über die Tätigkeit als ehrenamtlicher Naturschützer im Landkreis, die er seit 2014 ausübt, kam er zur neu gebildeten Naturschutzstation Muskauer Heide unter dem Dach der Station Junger Naturschützer und Techniker in Weißwasser. Seit Anfang dieses Jahres zählt er zu den Mitarbeitern der Station. Er sieht seine Aufgabe darin, „Kinder für den Naturschutz zu begeistern, damit sie sich künftig aktiv als Naturschützer engagieren.“ Derzeit ist die Zahl der sechs- bis 14 jährigen Kinder und Jugendlichen in der Arbeitsgemeinschaft noch sehr begrenzt. Doch das ist durch den Wechsel an andere Schulen, zum Teil in anderen Orten, nicht ungewöhnlich. Natürlich freuen sich Carsten Proft und seine Mitstreiterinnen deshalb über Mädchen und Jungen, die den Weg zur Arbeitsgemeinschaft im Tierpark finden. Dazu sind sie jeden Montag ab 15 Uhr eingeladen. „Es ist wichtig, alle Zusammenkünfte so zu gestalten, dass neben der Wissensvermittlung und der praktischen Arbeit die Freude an der Begegnung mit den Tieren nicht zu kurz kommt,“ sagt der Leiter der Arbeitsgemeinschaft.

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28 Storchen-Kilometer

Wenn die Kinder nach der getanen Arbeit am Igelhaufen abends ins Bett gehen, sollen sie das gute Gefühl haben, dass nun auch die Igel in Kürze ein für sie gemachtes Bett vorfinden. So beginnt jedes der zweistündigen Treffen auch mit einer Streicheleinheit für die Meerschweinchen oder dem Besuch eines anderen Geheges. Anschließend stehen im Wechsel die Vermittlung von Wissen und die praktische Tätigkeit im Fokus.

Auch zu Exkursionen in die Natur der Umgebung startet die Arbeitsgemeinschaft mehrmals im Jahr. So sind die zwei Storchentage den Kindern und Erwachsenen in guter Erinnerung: Insgesamt 28 Kilometer haben die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft dabei mit Fahrrädern zurückgelegt, um Störche in ihrem Nest zum Beispiel in Gablenz, Halbendorf und Groß Düben zu beobachten. Ein Besuch der Schmetterlingswiese an der Südpassage in Weißwasser verschaffte ihnen dabei die Erkenntnis, wie wichtig Grünflächen, Wiesen und Gehölze für Insekten und andere Tiere gerade in der Stadt sind.

Mit dabei: Hannes und Joel. Beide halten bereits seit zwei Jahren zur Stange. Joel erklärt: „Ich mag die Natur sehr, und deshalb bin ich auch viel mit dem Fahrrad draußen unterwegs. Im Tierpark finde ich einen Ausgleich zum Stillsitzen in der Schule.“Das schöne Schild, das den Igelunterschlupf ziert, ist ein Ergebnis der guten Zusammenarbeit mit der Station Junger Naturschützer und Techniker. Entworfen im Tierpark von Romy Reichelt, wurde es von Randolf Rotter am Computer und anschließend auf der Holzfläche bearbeitet.

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