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WBG hält trotz Corona an ehrgeizigen Zielen fest

Für 5,6 Millionen Euro soll 2021 das Wohnen in Weißwasser moderner werden – und damit die Stadt auch schöner.

Das neue Stadthaus in der Humboldtstraße. In diesen Tagen erhalten die Mieter ihre Schlüssel. Für das zweite Stadthaus 2023 gibt es bereits Interessenten.
Das neue Stadthaus in der Humboldtstraße. In diesen Tagen erhalten die Mieter ihre Schlüssel. Für das zweite Stadthaus 2023 gibt es bereits Interessenten. © Joachim Rehle

Weißwasser verändert sich. Für die neue Stadtvilla der WBG-Wohnungsbaugesellschaft mbH Weißwasser auf der Humboldtstraße 2 bis 6 erhalten die zwölf Mietparteien jetzt ihre Wohnungsschlüssel. Aus dem einstigen Plattenbau ist nach einem Teilabriss und dem kompletten Umbau mit neuen Grundrissen ein modernes Stadthaus geworden. Ein bisschen traurig ist WBG-Chef Petra Sczesny, dass die geplanten „Tage der offenen Tür“ wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden dürfen. Denn das Interesse dafür sei riesig, sagt sie.

Schon jetzt gebe es für das zweite Stadthaus, also die Humboldtstraße 8 bis 12, viele Bewerbungen und sogar Reservierungen. Dabei ist die Realisierung erst für 2023 geplant. Das zeige aber, dass sich die WBG auf dem richtigen Weg befindet. „Jetzt fängt Stadtumbau an, richtig Spaß zu machen“, hatte Petra Sczesny im Herbst 2019 erklärt. Da war gerade mal der Teilabriss für das erste Stadthaus an der Humboldtstraße in vollem Gange. Dass das zweite Stadthaus nebenan noch schöner wird, das steht schon fest. „Denn bloß Etagen runter, das sind wir nicht“, betont die WBG-Chefin jetzt. In ihrem Team ringe man mit Kreativität und Leidenschaft um jedes Objekt, wobei man aber an wirtschaftliche Grenzen gebunden sei, damit das Wohnen bezahlbar bleibt. So, wie es auch der Auftrag des kommunalen Unternehmens ist.

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Ambitionierte Vorhaben 2021

Ähnliches, wenn auch im Aussehen nicht ganz so spektakulär, hat die WBG jetzt auf der Görlitzer Straße vor. Im Oktober 2020 begann an der 12 bis 16 der Rückbau der beiden oberen Etagen. Seither wurde das Gebäude restlos entkernt. Im März soll es mit dem Umbau losgehen. Auch dort werden die Grundrisse der Wohneinheiten vollkommen geändert. Es entstehen 14 Zwei- bis Vier-Raum-Wohnungen mit einer Größe von 52 bis 90 Quadratmeter, die zum Teil einen barrierearmen Zugang über Rampe und Laubengang erhalten. Die Grundmiete beträgt je nach Größe zwischen 340 und 590 Euro. Ende des Jahres soll alles fertig sein – sofern Corona dem keinen Strich durch die Rechnung macht. Fast alle Wohnungen sind reserviert.

Im März beginnt der Umbau der Görlitzer Straße 12 bis 16 in Weißwasser, die nach den Plänen der WBG bis Ende 2021 so wie im Bild aussehen soll.
Im März beginnt der Umbau der Görlitzer Straße 12 bis 16 in Weißwasser, die nach den Plänen der WBG bis Ende 2021 so wie im Bild aussehen soll. © Foto: WBG
Im Oktober 2020 hatte der Teilabriss begonnen. Inzwischen sind die oberen beiden Etagen abgetragen und das Gebäude entkernt.
Im Oktober 2020 hatte der Teilabriss begonnen. Inzwischen sind die oberen beiden Etagen abgetragen und das Gebäude entkernt. © Joachim Rehle

Umfangreich bauen will die WBG 2021 gleichfalls an anderer Stelle in Weißwasser. So soll das letzte der sechsgeschossigen Würfelhäuser am Freizeitpark 2 wie bereits die drei Nachbargebäude saniert und dabei der langersehnte Fahrstuhl eingebaut werden. Mit der Aufwertung der Außenanlagen finden die Arbeiten in diesem Wohngebiet dann im Jahr darauf ihren Abschluss.

Und in der Wolfgangstraße 32 bis 38 in Weißwasser beginnt nach derzeitigem Stand der Dinge zum Ende 2021 der Rückbau von 21 Wohnungen und die Errichtung einer neuen Dachkonstruktion. Alles in allem 5,6 Millionen Euro will die WBG 2021 investieren. „Ein ambitioniertes Programm“, wie es Petra Sczesny bezeichnet. So sind mehr als 2,3 Millionen Euro für die beschriebenen Komplexmaßnahmen vorgesehen. Mehr als eine Million Euro will das Wohnungsunternehmen in Instandhaltung und Instandsetzung stecken, weitere 1,5 Millionen Euro in das Herrichten von Wohnungen und Gewerbeeinheiten zur Neuvermietung wie auch den Fahrstuhleinbau, beispielsweise von vier Aufzügen in der Hanns-Eisler-Straße.

Trotz Corona optimistisch

Ungeachtet aller widrigen Umstände, etwa durch die Corona-Pandemie, wurden die Investitionsvorhaben im vorigen Jahr zum großen Teil planmäßig umgesetzt. Es gab zwar Lücken auf den Baustellen, die aber wurden aufgeholt. Ausdrücklich lobt Petra Sczesny die „unglaublich gute Zusammenarbeit“ mit den zumeist regionalen Firmen. „Bei der Sanierung betreten wir ja viel Neuland. Umso schöner ist es, dass die Firmen nicht einfach nur die Aufträge ausführen, sondern sich Gedanken machen, wie wir rationaler arbeiten können“, erklärt sie. Auch deshalb legt man bei der WBG großen Wert auf persönliche Kontakte zu den Handwerksfirmen, statt nur die Plattform der digitalen Auftragsvergabe zu nutzen.

Mit einem aktuellen Leerstand von 20 Prozent bei einem Bestand von 3.850 Wohn- und Gewerbeeinheiten in Weißwasser, Boxberg und Schleife steht das Unternehmen vor großen Herausforderungen. Nach der ersten Leerstandswelle, die dem Strukturwandel I geschuldet war, befinde man sich nach Aussage von Petra Sczesny nun inmitten einer zweiten Welle, deren größter Risikofaktor die demografische Entwicklung ist. Bis 2026 nimmt die WBG fast 32 Millionen Euro in die Hand, um die Bestände den gesellschaftlichen, sozialen und strukturellen Veränderungen anzupassen. Mit der Verbesserung der Wohnqualität einhergehen teilweise anspruchsvolle energetische Maßnahmen wie auch die Anpassung an die Bedürfnisse des altengerechten Wohnens. Die Reduzierung von Barrieren zählt da ebenso dazu wie der Bau von Unterstellmöglichkeiten für Hilfsmittel wie Rollatoren.

Wegen Corona bedingter Kapazitätsengpässe in den Firmen habe man bei Letzterem 2020 nicht alles geschafft. Daran werde weiter gearbeitet.„Auch dieses Jahr wird uns eine Menge abverlangen. Das Licht am Ende des Tunnels brauchen wir alle sehr“, sagt Petra Sczesny. Obwohl man angesichts der Corona-Pandemie noch nicht seriös einschätzen könne, was das Jahr bringen wird, schaut sie dennoch optimistisch in die Zukunft. Die WBG-Chefin bedauert sehr, dass Aktivitäten wie die Mieterfeste, Kinderfest, die Aufräumaktion und die Jubiläumsveranstaltung mit langjährigen Mietern 2020 wegen Corona nicht stattfinden konnten. „Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben“, verspricht sie.

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