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„Weihnachten in der Glasmacherstadt“ abgesagt

Monate lief die Vorbereitung. Künstler, Programm und Händler standen fest, Flyer sind gedruckt. Nun kam das Aus.

Von Sabine Larbig
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Es sollte die dritte Auflage von „Weihnachten in der Glasmacherstadt“ auf dem Telux-Gelände werden. Nun wurde das Fest wegen Corona erneut abgesagt.
Es sollte die dritte Auflage von „Weihnachten in der Glasmacherstadt“ auf dem Telux-Gelände werden. Nun wurde das Fest wegen Corona erneut abgesagt. © Archiv: Joachim Rehle

Weißwasser. Als bekannt wurde, was die neue sächsische Corona-Schutzverordnung beinhaltet, telefonierten Stadtvereins-Chef Frank Schwarzkopf und Stellvertreter Timo Schutza stetig, wurden Varianten, Szenarien und Folgen eines Weihnachtsmarktes analysiert und geprüft. Denn bislang galt für Feste und Weihnachtsmärkte eine 3-G-Regel, also die Teilnahme-Erlaubnis für Geimpfte, Genesene, Getestete, nach der der Markt vorbereitet wurde. Nun gelten Verschärfungen. Timo Schutza und Frank Schwarzkopf zogen daher die Reißleine, sagten den Weihnachtsmarkt ab.

Begründung: Die Risiken seien nicht vertretbar, um den Markt in bekannter Qualität und Umfang, mit kulturellen Inhalten nebst speziellem Flair durchzuführen. „Die Entscheidung schmerzt, da alle Helfer und Partner sehr frühzeitig mit Planungen begannen und schon enorme Vorleistungen erbrachten. Aber die pandemiebedingte Gesundheitsprävention und Gefahrenabwehr hat höchste Priorität“, erklärt Schutza. Zudem seien die Durchführungsmöglichkeiten für Weihnachtsmärkte keine realistischen Optionen für Weißwasser. Laut aktueller Corona-Schutzverordnung dürften sich, selbst bei strikter Aufteilung in Verweil- und Flanierbereiche, stets weniger als 1.000 Besucher zeitgleich in den Verweilbereichen aufhalten, um 2G zu vermeiden. „Das wären weniger als die Hälfte der Besucherwerte 2018 und 2019 und wirtschaftlich nicht machbar“, weiß Schwarzkopf. „Außerdem ist unser Weihnachtsmarkt als Veranstaltung für alle Besucher konzipiert. Es widerspricht unserem Ethos, Menschen durch Einschränkungen auszuschließen“, erklären die Veranstalter.

Und Frank Schwarzkopf setzt hinzu: „Unser Markt lebt davon, dass Leute an der Feuerschale stehen, reden und feiern, Kinder spielen und basteln.“ Und: Aus Händler-Reihen drohten bereits zahlreiche Absagen bei einem 2-G-Markt, also Zutritt nur für Geimpfte und Genesene, weil er weniger Besucher und Einnahmen bei Mehrkosten bedeutet. Dies und eine erforderliche Gäste-Selektion gab letztlich den Ausschlag zur Absage der Glasmacherstadt-Weihnacht. Hinzu käme, so Schutza, dass es unvorhersehbar, nicht kalkulierbar und unwahrscheinlich sei, dass sich die Situation mit Inkrafttreten der für den 26. November angekündigten neuen Schutzverordnung wesentlich ändere.

Inwieweit das SKZ im Dezember kleinere weihnachtliche Überraschungsangebote unterbreiten könne, bleibe abzuwarten. „Wir sagen herzlichen Dank an alle Unterstützer und bereiten uns, jetzt erst recht, bereits auf den Weihnachtsmarkt 2022 vor“, so Schutza und Schwarzkopf. Vorerst müssen sie aber Künstlern, Händlern, Vereinen und Gastronomen absagen, wird es keinen Glasmacher-Stollen-Verkauf beim Weihnachtsmarkt geben. Tausende gedruckte Programmhefte sowie Werbeplakate müssen vernichtet werden. Das tue besonders weh, so Schwarzkopf, weil alles beim Weihnachtsmarkt durch Spenden, Sponsoren, Sachleistungen, Standgebühren und Verkaufserlöse refinanziert werde. „Wir müssen nun abfragen, ob Spender ihr Geld zurückhaben wollen oder ob es zweckgebunden dem Weihnachtsmarkt 2022 oder für 2021 angefallene Kosten bleibt.“ Der ganze Aufwand und Ärger, so der Stadtvereins-Chef, hätten vermieden werden können, wenn Sachsen früher allgemeine und verschärfte Weihnachtsmarkt-Auflagen bekannt geben hätte.

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