merken
PLUS Weißwasser

Weißwasser im Corona-Risikogebiet - was nun?

Für einige Veranstalter ist die Verschärfung der Corona-Regeln nicht so schlimm, für andere aber eine Katastrophe.

Halbleere Ränge in der Eisarena Weißwasser beim Eishockey-Sachsenderby der Lausitzer Füchse gegen Crimmitschau. Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach hofft derzeit eher, dass es wenigstens so bleiben darf.
Halbleere Ränge in der Eisarena Weißwasser beim Eishockey-Sachsenderby der Lausitzer Füchse gegen Crimmitschau. Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach hofft derzeit eher, dass es wenigstens so bleiben darf. © Thomas Heide

Weißwasser. Besorgt über die Entwicklung ist Weißwassers OB Torsten Pötzsch. Wie er schon kürzlich im Stadtrat informierte, werden alle für Weißwasser und die Region relevanten Informationen Covid-19 stetig aktualisiert auf der Homepage der Stadt veröffentlicht. „Das reicht von der neuesten Allgemeinverfügung, über Förderoptionen für Unternehmen, Dienstleister, Gewerbetreibende bis zu Regelungen in Gebäuden unserer Stadt oder im Rathaus“, so Pötzsch. Zudem werde man sich angesichts der aktuellen Lage zeitnah wieder mit Partnern vom Frühling, also dem Corona-Krisenstab, zum Informationsabgleich treffen.

Prekär wirken sich indes die neuen Einschränkungen auf das Hotel- und Gaststättengewerbe aus. Sie seien eine „Riesenkatastrophe“, wie es Daniel Piche vom Hotel Kristall in Weißwasser bezeichnet. Zwar laufe der Hotelbetrieb durch Touristen und Geschäftsreisende bislang sehr gut. „Wir bekommen allerdings täglich Anrufe von verunsicherten Gästen. Inzwischen ist ein Mitarbeiter allein mit der Erledigung aller Anfragen, Gästeanschreiben mit Informationen und der Bitte, nicht erkrankt anzureisen, sowie Kontaktbögen beschäftigt.“ Wirtschaftlich wirke sich die Verschärfung der Regelungen besonders auf den Restaurantbereich aus. „Uns fliegen vor allem geplante Feiern um die Ohren.“ Größere Familienfeiern, die teils schon drei Mal umgebucht wurden, müssten erneut abgesagt werden.

njumii – Das Bildungszentrum des Handwerks
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.
Erfolg ist mein Ziel. Wissen mein Weg.

njumii ist der Ausgangsort für individuelle Karrieren. Im Handwerk. Im Betrieb. Im Mittelstand. In der Selbstständigkeit.

Gastronomie im neuen Krisenmodus

„Viele legen sie nun ganz auf Eis oder warten 2021 ab“, weiß Piche. Auch Tagungen oder Weihnachtsfeiern von Unternehmen seien storniert. „Wir hatten auf das Weihnachtsgeschäft gesetzt. Die erneuten Absagen tun wirtschaftlich weh und man kann nicht planen. Das betrifft nicht nur uns, sondern alle Hotels und Gaststätten in und um Weißwasser. Wir müssen irgendwie damit leben. Wahrscheinlich noch 2021. Aber die von der Gastronomie erwartete Flexibilität wird immer schwerer“, meint Daniel Piche. Im Hotel Kristall setzt man derzeit weiter auf den Hotelbetrieb sowie Restaurantbesucher und Angebote wie das „Gänse-Taxi“ zur Advents- und Weihnachtszeit.

Weniger Probleme beschert die neue Covid-19-Allgemeinverfügung der Fürst-Pückler-Stiftung in Bad Muskau. „Großveranstaltungen wie die Schlossweihnacht haben wir bereits abgesagt. Angebote wie die Schlossgespräche-Reihe in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung – hier finden noch zwei Termine im November statt – werden sowieso im kleinen Rahmen und laut Hygienekonzepten inklusive Voranmeldung und Teilnehmerlisten veranstaltet“, erklärt Pressesprecherin Sophie Geissler. Noch unklar sei, ob die für den 19. und 20. Dezember im Festsaal vorgesehenen Märchenaufführungen mit dem Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz/Zittau stattfinden können. „Das hängt von den weiteren Entwicklungen und Regelungen ab“, sagt Geissler. Was Hochzeitsfeiern im Schloss betreffe, so lägen keine Anmeldungen vor. Und wenn, seien es vorrangig Trauungen im kleinen, zulässigen Rahmen.

Absagen im Njepila-Hof, nur eine im Telux

Für dieses Jahr alle Veranstaltungen abgesagt hat inzwischen der Verein Njepila-Hof in Rohne. Nicht fortgeführt wird aktuell das monatliche Kita-Welpenliga-Turnier. Eine Absage gibt es zudem für das am 24. Oktober in Weißwasser geplante Nationale Fußballturnier des Europäischen Oldie Fußball Sportvereins.Dem gegenüber wird im Soziokulturellen Zentrum Telux (SKZ) in Weißwasser am bisherigen Veranstaltungsplan festgehalten. „Unsere Angebote und Formate entsprechen den zulässigen Teilnehmerzahlen, bei denen auch die Abstände gewahrt und Besucherströme gelenkt werden können. Die geplante Depeche-Mode-Party sagten wir wegen des Tanzverbots allerdings schon ab“, äußert Christian Klämbt. Allerdings würde nun das Hygienekonzept überarbeitet und angepasst, insbesondere hinsichtlich der Nachverfolgung der Gäste. „Statt der bisher einfachen Form, die ausreichte, erarbeiten wir gerade ein erweitertes Kontaktformular.“ Ein Fragezeichen stehe nun aber möglicherweise hinter dem geplanten Weihnachtsmarkt in der Glasmacherstadt. „Wenn es zu weiteren Verschärfungen durch Covid-19 kommt, sind wir gezwungen, erneut Überlegungen anzustellen, ob und wie der Weihnachtsmarkt stattfinden kann.“

Füchse weiter vor 999 Zuschauern?

Betroffen sind die Lausitzer Füchse – das Eishockeyprofiteam aus Weißwasser – das vor der Coronazeit vor durchschnittlich rund 2.500 Zuschauer spielte. Durch die neue Verordnung ändert sich zunächst nichts, 999 Zuschauer dürfen wie schon in den vergangenen Wochen in die Eisarena. Füchse-Geschäftsführer Dirk Rohrbach sagt: „Wir stehen in ständigem Kontakt mit dem Gesundheitsamt und der Rechtsaufsicht des Landkreises. bei unseren drei Heimspielen bislang hat alles gut funktioniert. Eine Rückfrage des Gesundheitsamtes wegen der Nachverfolgung der Kontakte eines Corona-Infizierten gab es bislang übrigens noch nicht.“

Mehr Nachrichten aus Weißwasser und Umland lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Weißwasser