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Weißwasser plant mehr verkaufsoffene Sonntage als üblich

Viermal will Weißwasser 2021 auch Sonntags öffnen lassen. Auch, weil die Händler wegen Corona viel nachzuholen haben.

Dieses Schild hoffen Händler in Weißwasser auch an vier Sonntagen dieses Jahres zeigen zu können.
Dieses Schild hoffen Händler in Weißwasser auch an vier Sonntagen dieses Jahres zeigen zu können. © dpa

Weißwasser. An bis zu vier Sonntagen im Jahr dürfen Geschäfte öffnen, sofern ein besonderer Anlass vorliegt. Ob und wann, das liegt in der Entscheidung der jeweiligen Kommune. Zwar meint die Rechtssprechung im Freistaat Sachsen einen inhaltlichen Aufhänger, doch nach Ansicht von Andreas Kaulfuß sei der Corona-Lockdown Anlass genug. „Den Händlern in Weißwasser steht das Wasser bis zum Hals, einigen sogar schon darüber“, hatte er im Januar in der Sitzung des Stadtrats im Namen der Händlerschaft von Weißwasser erklärt. Selber Einzelhändler appellierte das Mitglied der CDU/SPD-Fraktion an seine Stadtratskollegen, 2021 unbedingt vier solche verkaufsoffenen Sonntage zuzulassen. Denn die Händler hätten viel nachzuholen.

Bevor sich der Stadtrat Ende Februar damit befasst, war das Thema in den Ausschüssen thematisiert worden. Grundlage sind der Paragraf 8 Absatz 1 des Gesetzes über die Ladenöffnungszeiten in Sachsen von 2010 sowie eine ergänzende Rechtsverordnung von 2017. In der Vorbereitung eines entsprechenden Beschlusses hatte es Gespräche mit Händlern, dem Citymanager Frank Lublow und Wirtschaftsförderer Thorsten Rennhak gegeben.

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Nach der Diskussion im Bau- und Wirtschaftsausschuss (BWA) einigte man sich auf drei Aktionen und eine Ergänzung zum Weihnachtsmarkt. Alle vier Termine stehen wie schon in den Vorjahren unter dem Motto „Erlebnis Innenstadt“, werden aber mit verschiedenen Themen unterlegt. Am 28. März startet Weißwasser in den Frühling, am 2. Mai kann man in den Mai bummeln, sich am 5. Dezember von „Weihnachten in der Glasmacherstadt“ verzaubern lassen und am 19. Dezember einen Adventsbummel mit der Familie unternehmen. An diesen vier Sonntagen können die Händler zwischen 14 und 18 Uhr öffnen – sofern der Stadtrat dem zustimmt.

Andreas Kaulfuß freut sich darüber. „Alles gut“, sagt er auf Nachfrage von TAGEBLATT. Die Stadt habe zu jedem Termin ein Thema vorgeschlagen, damit bleibe Spielraum für die Umsetzung. „Jeder ist doch froh, wenn er sein Geschäft öffnen darf“, begründet er. Und eigentlich, so sagt er weiter, bräuchte es noch einen fünften Termin, weil man damit rechnen muss, dass der 28. März nicht realisierbar sein wird. Der CDU-Stadtrat vermutet, dass der bis 7. März verlängerte Lockdown für die Auszeit im Handel „wohl noch nicht das Ende sein wird“. Etliche Geschäfte in Weißwasser hätten bereits unter dem geplatzten Oster- und Weihnachtsgeschäft zu leiden gehabt. Für die Textilhändler wird die Situation nun noch bedrohlicher, da sie auf der Winterware sitzenbleiben und womöglich auch auf den Frühlingssachen, die sie aber bezahlen müssen, erklärt er.

In der Stadtverwaltung bewertet man den Märztermin ebenfalls kritisch. „Der große Unsicherheitsfaktor ist der Verlauf der Corona-Pandemie – und damit die Frage, ab wann welche Geschäfte überhaupt geöffnet werden können“, erklärt Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext). Weil schon 2020 keine verkaufsoffenen Sonntage stattfinden konnten, brauche es nach seiner Ansicht „gerade jetzt vor allem eine Perspektive, eine Hoffnung.“Dafür haben die langen Verkaufs-Sonnabende 2020 richtig für Furore gesorgt. Sie zogen nach Angaben aus dem Rathaus deutlich mehr Kunden in die Geschäfte. „Die Idee in Weißwasser hat dann schnell in vielen anderen Städten Schule gemacht. Vielleicht ist das auch ein guter Weg, um den Verkauf anzukurbeln“, so der OB.

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