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Weißwasser saniert unbefestigte Straßen

Drei Straßen der Stadt werden über das Schwarzdeckenprogramm ausgebessert. Zu mehr reicht das Geld vorerst nicht.

Bald wird wieder im Kromlauer Weg gebaut – diesmal an der Schwarzdecke.
Bald wird wieder im Kromlauer Weg gebaut – diesmal an der Schwarzdecke. © Archiv: Joachim Rehle

Weißwasser. Holprige und löchrige Straßen, zu schmale oder nicht vorhandene Gehwege, defekte Regenwasserableitungen, zu hohe Bordsteine, fehlende Hilfen für behinderte Menschen. Die Liste der Straßenmängel in Weißwasser ließe sich fortsetzen. Immer wieder kommt es daher zu Unterschriftenaktionen, Anwohner-Initiativen und Beschwerden bei der Stadt. Zwar versucht die finanziell stark angeschlagene Kommune, zu ändern, was sie mit ihren Mitteln und Möglichkeiten zu ändern in der Lage ist. So ist geplant, demnächst die Schwarzdecken in der Ziegeleistraße, im Weißkeißler und im Kromlauer Weg sowie im Brückenweg zu erneuern, um die Situation zu verbessern.

Problem Förderfähigkeit

„Der Zustand dieser und anderer Straßen bewegt Bürger, Stadträte und Verwaltung seit langer Zeit. Die Wunschliste ist lang, alles aber abhängig vom Finanzbudget, weshalb immer wieder neu entschieden werden muss“, kennzeichnet Thomas Böse, Leiter Referat Bau der Stadtverwaltung, die Lage. Während kommunale Hauptstraßen wie Berliner Straße, Jahnstraße oder Neuteichweg über das Städtebauprogramm gut förderfähig sind, so Böse, habe es für unbefestigte kommunale Straßen lange keine Förderung gegeben, wodurch für die Sanierungskosten Kommune und Bürger durch anteilige Straßenausbaubeiträge aufkommen mussten. Manches Vorhaben wurde daher gekippt. Nun werden auch solche Straßen gefördert. Theoretisch. Praktisch aber sieht es etwas anders aus: Da ist das Programm stets überzeichnet, gibt es mehr Anträge, als Geld bereitsteht.

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Erst im Mai stand das Thema Sanierung unbefestigter Straßen dennoch im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung auf der Tagesordnung. Laut Böse sei es wegen des da noch nicht genehmigten Stadthaushalts „nur angetippt“ worden. Und obwohl Weißwasser auch für 2021 noch weit entfernt von einem genehmigungsfähigen Haushalt ist, wurden nun im Bau- und Wirtschaftsausschuss erneut Diskussionen geführt und Vorhaben festgelegt. Einerseits, weil der Zustand vieler Straße dringend eine Lösung erfordert und es viele Beschwerden gibt. So wie im Weißkeißler Weg oder der Feldstraße, die wegen fehlenden Kanalbaus oft unter Wasser stehen. Auch die verlängerte Schillerstraße, die Rothenburger Straße ab Bahnübergang bis Brückenweg, die Feldstraße, die Schulze-Delitzsch-Straße, die August-Bebel-Straße und die Hermannstraße sind Sorgenkinder.

Mängelliste zu lang für finanzielle Mittel

Zwar gibt es seit 2009 einen Grundsatzbeschluss des Stadtrates, nach dem möglichst jährlich unbefestigte Straßen einfach auszubauen sind. Also alte Schwarzdecke ’runter und neue drauf. „Das hat gut funktioniert, vieles vereinfacht und Anwohner entlastet“, bekennt Böse. Die Finanzierung über Vattenfall- /Leag-Gelder habe geklappt, bis die Zuwendungen stark sanken. Somit kann Weißwasser unbefestigte Straßen nur noch übers Schwarzdeckenprogramm des Freistaates sanieren. Bei einem 90-Prozent-Fördersatz stehen pro Jahr rund 100.000 Euro zur Verfügung. Zu wenig, um die Mängelliste zügig abzuarbeiten.

 In Weißwasser gilt daher eine Reihenfolge für Straßensanierungen, die von Kriterien wie Dichte der Wohnbebauung, Verkehrsaufkommen, Zustand der unterirdischen Wirtschaft und Straßenentwässerung sowie Planungsaufwand hinsichtlich Grundstücksfragen, Trassenverlauf oder erforderlicher Baumfällungen bestimmt wird. „Auf die Straßen angepasst bedeutet dies, dass wir Ziegelei- und Brückenweg machen und für rund 30.000 Euro den Weißkeißler Weg relativ einfach und überschaubar gestalten können“, so Thomas Böse. Auch der Kromlauer Weg sei aus seiner Sicht mit Entwässerung machbar. Zu mehr reiche das Geld aktuell nicht. Auch, weil Straßen wie die Rothenburger und die Schulze-Delitzsch-Straße komplizierter seien.

Ausbau bringt nicht nur Vorteile

Neben Trassierungen müssten Grundstücksfragen geklärt werden und ein grundhafter Ausbau erfolgen. In der Feldstraße sei eine Lösung nicht ohne Kanalbau möglich. Die Schillerstraße ist als Baumaßnahme verschoben worden, da erst 2021 im angrenzenden Brentanoweg die Erschließung der verkauften Baugrundstücken startet.

Zur Forderung von Detlef Wolsch (berufener Bürger im Ausschuss), die Hermannstraße in Richtung August-Bebel-Straße wegen des Wasserproblems auszubauen, äußerte sich Böse zurückhaltend. Hier bestehe anschließend die Gefahr eines enormen Durchgangsverkehrs. Andererseits sei ohne Ausbau, Planung, Gestaltung keine Verbesserung des Zustandes möglich. Böse empfahl, die Thematik separat und vor Ort zu diskutieren. Und er gab zu bedenken, dass der Weg, bis auf Ausnahmen, vorrangig der Gartennutzung diene.

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