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Weißwasser senkt die Friedhofsgebühren

Das passiert sogar rückwirkend zum Jahresbeginn 2022. Damit sind die Kosten zu 95 Prozent gedeckt – so viel wie bei keiner anderen städtischen Einrichtung.

Von Constanze Knappe
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Für den städtischen Friedhof in Weißwasser gelten jetzt neue Gebühren.
Für den städtischen Friedhof in Weißwasser gelten jetzt neue Gebühren. © Constanze Knappe

Aller fünf Jahre muss sich der Stadtrat Weißwasser mit der Neukalkulation der Friedhofsgebühren befassen. Das ist mit einer Anpassung verbunden und bedeutet zumeist, dass die Bürger im darauffolgenden Zeitraum mehr zahlen müssen. Dieses Mal jedoch nicht. Mit einer Enthaltung beschloss der Stadtrat Weißwasser jetzt die Friedhofsgebühren für die Jahre 2022 bis 2026. Und das Beste daran: Sie steigen nicht. Sie wurden sogar zum Teil erheblich gesenkt!

Nur einige Beispiele: Bei einer Reihengrabstätte für Urnen sind für die gesetzlich festgelegte Ruhezeit von 20 Jahren nunmehr 480 statt bisher 525 Euro zu zahlen. Bei einer Wahlgrabstätte für Erdbestattungen mit einer Nutzungsdauer von 30 Jahren werden 1.380 statt bisher 1.900 Euro fällig. Die Verlängerung von Grabstätten kostet bei einer Erdbestattung pro Jahr jetzt 55 statt bisher 65 Euro, bei einer Grabstätte für zwei Erdbestattungen pro Jahr statt 100 nunmehr 80 Euro. Man habe eine „grundsolide Kalkulation vorgelegt“, sagte Steffen Korn. Der Mitarbeiter der Verwaltung ist für städtische Objekte zuständig, wozu auch der Friedhof zählt. Die Abrechnung der vergangenen fünf Jahren ergab eine Überdeckung von 120 Prozent. Das zu viel eingenommene Geld sei nach Aussage von Steffen Korn zwingend in die neue Kalkulation einzuarbeiten

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.Dass sich die Gebühren verringern, sei ja grundsätzlich nicht verkehrt, sagte Kathrin Jung (SPD). Für sie blieb allerdings die Frage offen, ob sich das Ganze auf Dauer rechnet, zumal die Stromkosten exorbitant steigen, sich womöglich sogar verdoppeln würden. Beachtet werden müsse in der Kalkulation überdies, dass in der Zeit der Corona-Pandemie die Trauerhalle auf dem Friedhof ja gar nicht so oft genutzt wurde wie sonst. „Der Eindruck, dass das Sterben preiswerter wird, wo alles andere teurer wird, ist nicht die Aussage, die ich damit verbinden würde“, betonte sie.

Indes sind für Oberbürgermeister Torsten Pötzsch (Klartext) gleich zwei Sachen besonders bemerkenswert: „Dass gut gewirtschaftet wurde, ist nur der eine Punkt. Der andere, dass wir einen Deckungsgrad von 95 Prozent erreichen. Das ist bei keiner anderen städtischen Einrichtung so“, erklärte er. Der OB bat Steffen Korn zum Vergleich um eine Aussage, was 100 Prozent Kostendeckung bedeuten würden.

Für das Jahr 2025 sind Einnahmen von 186.000 Euro kalkuliert. Es kämen noch 9.000 Euro hinzu, wenn man den Deckungsgrad auf 100 Prozent erhöht. Das hätte zur Folge, dass die Gebühren um einige Euro steigen, rechnete Steffen Korn vor. Bei der Endabrechnung der Kalkulationsperiode könnte das abermals eine Überdeckung bedeuten. Das aber sei den Bürgern über den Verlauf von zehn Jahren nicht zuzumuten. „Außerdem verlangt der Gesetzgeber, dass eine Überdeckung unbedingt zu vermeiden ist“, fügte er hinzu. Kathrin Jung merkte an, dass sie schnell noch einmal nachgerechnet habe. „Wir würden auf 9.300 Euro verzichten, wenn wir nicht auf 100 Prozent Kostendeckung erhöhen“, gab sie mit Blick auf den städtischen Haushalt zu bedenken.

Bernd Frommelt (KJiK) wollte „die Möglichkeit, Findlinge als Grabsteine zu verwenden“ bekräftigen. Nach Aussage von Steffen Korn wäre das jedoch Sache der Friedhofssatzung, welche 2022 ebenfalls noch zu überarbeiten wäre. Schon seit 2009 seien die Spielräume in den Bereichen ohne Gestaltungsvorschriften relativgroß. „Es ist fast jedes Material möglich, sofern es nicht umweltschädlich ist“, sagte er.

Die Friedhofsgebührensatzung hat der Stadtrat mit einer Enthaltung beschlossen. Sie gilt rückwirkend zum 1. Januar 2022.

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