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Weißwasser will Gewerbegebiet Ost erweitern

Der Kampf um Kohlegelder geht weiter. Im November ist die zweite Runde von Geldvergaben für Projekte. Das Industriegebiet ist definitiv nicht dabei.

Das Industriegebiet Ost in Weißwasser soll um 49 Hektar Fläche, die derzeit noch Wald des Staatsbetriebes Sachsenforst sind, erweitert werden. Grund: Die Nachfrage nach Flächen ist groß
Das Industriegebiet Ost in Weißwasser soll um 49 Hektar Fläche, die derzeit noch Wald des Staatsbetriebes Sachsenforst sind, erweitert werden. Grund: Die Nachfrage nach Flächen ist groß © Archiv: Sabine Larbig

Weißwasser. Man kann nicht sagen, dass sich Unternehmen nicht für Weißwasser interessieren. Das Problem ist vielmehr, dass für Neuansiedlungen oder Expansionen geeignete Flächen fehlen und das bestehende Industriegebiet Ost belegt und längst zu klein ist.

Schon lange soll daher das Weißwasseraner Gewerbegebiet Ost erweitert werden. Konkret geht es um 49 Hektar Fläche. Doch die Kosten dafür konnte Weißwasser bisher nicht stemmen. Nun liegt die Hoffnung der Weiterentwicklung auf dem Kohlegeld und der Befürwortung des Projekts im sächsischen Revier durch den regionalen Begleitausschuss und den Bund.

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Dieses Jahr wird der Antrag der Stadt definitiv nicht vorliegen. „Wir bereiten ihn für 2022 vor“, erklärt OB Pötzsch gegenüber TAGEBLATT. Es gebe bereits „konstruktive und sehr gute Gespräche“ mit der zuständigen Behörde, dem Regionalen Planungsverband, und dem Flächeneigentümer (Land Sachsen), die beide den Willen zur Unterstützung des Vorhabens zeigten. Doch es gibt weitere Hürden, abgesehen von der Finanzierung, zu meistern. Noch ist die Erweiterungsfläche Wald, der vom Staatsbetrieb Sachsenforst bewirtschaftet wird und abgeholzt werden müsste. Zudem hat der Wald eine Schutzfunktion gegenüber dem Tagebau. Seit die Bagger weitergerückt sind, sei dies aus Sicht der Stadt aber keine vorrangige Aufgabe mehr.

Und sollte die Stadt das Gelände kaufen und den Wald abholzen dürfen, so muss sie auch noch Medien, Straßen und Wege anlegen beziehungsweise das vorhandene Netz erweitern. Noch werde laut Pötzsch geprüft und festgestellt, was Waldumwandlung und Gesamtprojekt kosten. Von mehreren Millionen Euro Kosten, sagt der Oberbürgermeister, sei jedoch auszugehen.

Dass das Projekt und die Ausgaben sich lohnen, steht für den Stadt-Chef indes außer Frage. „Einige schon ansässige Firmen, aber auch Neuinvestoren wie Zulieferfirmen von in Weißwasser angesiedelten Branchen, wollen in das Gewerbegebiet, weshalb schon ein Teil der Fläche fest verplant ist“, erläutert Pötzsch. Zudem würden parallel Verhandlungen mit weiteren Interessenten laufen. Denn das Gebiet habe Vorteile. Zum einen biete es eine schnelle Anbindung an die B 115 und die B 156. Zum anderen liebäugeln Stadt und Investoren mit einer Anbindung des Gewerbegebietes an die Schiene im Zuge des Ausbaus der Schnellzugstrecke Berlin-Weißwasser-Görlitz. „Auch um die Anbindung bemühen wir uns als Stadt Weißwasser, weil viele Unternehmen in der Logistik verstärkt auf die Schiene setzen wollen“, so Pötzsch.

Um die Erweiterungsplanung zu erstellen, das Vorhaben zum Erfolg und zur Finanzierung zu führen, arbeitet die Stadtverwaltung inzwischen „Hand in Hand“ mit den Fachleuten der Strukturentwicklung-Task-Force der kreislichen Entwicklungsgesellschaft ENO und deren Flächengesellschaft sowie zuständigen Behörden. Und man sei mit dem Flächeneigentümer in ständigem Kontakt. Dass in Weißwasser auf die Hilfe und Mitarbeit externer Experten gesetzt wird, hat übrigens einen gut nachvollziehbaren Grund: Der Stadtverwaltung fehlt schlichtweg das Personal für Vorbereitung und Planung derartiger Groß- und Zukunftsprojekte, die im Rahmen des Strukturwandels und des damit verbundenen komplizierten Antragsverfahrens auf Kohlegelder umgesetzt werden sollen.

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