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Weißwasser
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Weißwasseraner demonstrieren für Kriegsende

Weißwasser steht für Frieden und Menschlichkeit. Das zeigte eine Kundgebung auf dem Markt.

Von Constanze Knappe
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Schätzungsweise 200 Menschen versammelten sich in Weißwasser zum Protest gegen den Ukraine-Krieg.
Schätzungsweise 200 Menschen versammelten sich in Weißwasser zum Protest gegen den Ukraine-Krieg. © Joachim Rehle

Weißwasser. Das Lied von der kleinen weißen Friedenstaube erklang am Mittwochabend auf dem Marktplatz in Weißwasser, gespielt vom Posaunenchor der evangelischen Kirchengemeinde. Schätzungsweise 200 Menschen aus der Stadt und dem Umland hatten sich eingefunden, um gegen den Krieg in der Ukraine zu protestieren. Dazu eingeladen hatte ein breites Bündnis demokratischer Kräfte. Auf Transparenten der Linken war zu lesen: „Pure Vernunft darf siegen!“ und „Frieden schaffen nicht mit Waffen!“ Einer der Teilnehmer hatte eine Pace-Regenbogenfahne dabei, das Symbol der internationalen Friedensbewegung.

Nach Aussage der Landtagsabgeordneten Antonia Mertsching (Linke) könne man darüber streiten, wie der Krieg zustande kam, aber dass Putin in der Ukraine einmarschiert ist, sei nicht zu rechtfertigen. „Mich beunruhigen die Propagandamaschinerie und Falschmeldungen. Die Leute streiten, wer Recht hat, selbst in den eigenen Reihen“, erklärte sie. Einzige Lösung sei, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden. „Dafür braucht es einen Ausweg, damit Putin sein Gesicht wahren kann, sonst geht der Krieg weiter“, sagte sie.

Als Frau, Mutter und Großmutter erinnerte Kati Struck aus Schleife an den Frauentag am Tag zuvor. „Wir sehen täglich die schrecklichen Bilder und können nur erahnen, was die Frauen in der Ukraine erleiden, wie sie für ihre Heimat und ihre Kinder kämpfen“, so die stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende. Putin führe seinen Krieg aus einem antiquierten Weltbild heraus als einen Angriff auf die Demokratie, Europa und den Weltfrieden.

Ernst Opitz vom Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde Weißwasser betonte, wie wichtig es sei, den Protest öffentlich wahrnehmbar zu machen. Die Kirchen hätten die Bischöfe der russisch-orthodoxen Kirche aufgefordert, sich nicht vom Staat instrumentalisieren zu lassen.

Als stellvertretender Oberbürgermeister bedankte sich Hans-Eckhard Rudoba (Linke) bei all jenen, die spontan Hilfsaktionen gestartet und nicht erst gewartet hätten, bis die formellen Regeln geklärt sind. „Dafür unseren Respekt“, sagte er. Die Kundgebung sei ein Ausdruck der Forderung nach Frieden und Menschlichkeit.

Man war sich einig darin, dass die Hilfe und Unterstützung für die Ukraine und die ukrainischen Flüchtlinge nicht nachlassen dürfe. Die Redner bekräftigten aber auch, dass es der Krieg des Machthabers und nicht des russischen Volkes sei, dass man die russischen Mitmenschen deswegen nicht ausgrenzen dürfe. Oder wie Ernst Opitz ausdrückte: „Wir wollen hier auch weiterhin eine gute Nachbarschaft.“

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