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Weißwassers OB fordert Corona-Fahrplan

Vergangenes Wochenende fand in Weißwasser ein Autokorso gegen die Corona-Regeln statt. Der Stadtchef zeigt Verständnis.

Das Rathaus Weißwasser ist wegen der Corona-Pandemie schon seit dem 9. November 2020 für den Besucherverkehr geschlossen.
Das Rathaus Weißwasser ist wegen der Corona-Pandemie schon seit dem 9. November 2020 für den Besucherverkehr geschlossen. © Constanze Knappe

Weißwasser. Dutzende Teilnehmer waren einem Aufruf zum genehmigten Korso gefolgt. Darunter viele Gewerbetreibende, Friseure und Gastronomen aus Weißwasser und umliegenden Gemeinden sowie Landkreisen. Sie alle forderten schnelle Corona-Lockerungen und dass sie ihre Unternehmen wieder öffnen dürfen. Unterstützt wurden die Korso-Teilnehmer von AfD-Mitgliedern, darunter Stadträte und Landtagsabgeordnete. Die Polizei begleitete den Korso, sperrte den Verkehr bei der Fahrt durch die Stadt, die auf dem Marktplatz mit Hupkonzert und Sprechchören endete.

OB fordert Lockdown-Perspektiven

Weißwassers OB Torsten Pötzsch äußerte gestern in der öffentlichen Sitzung des Haupt- und Sozialausschusses Verständnis für die Aktion. Viele Menschen würden sich die Frage nach der Angemessenheit der Maßnahmen stellen und eine Perspektive für Veränderungen fordern. „Aus meiner Sicht ist es schwer bis unmöglich, von den Menschen immer mehr abzufordern, ohne auch ein Ende der Belastungen in Aussicht stellen zu können“, so Pötzsch. Andererseits räumte der Stadtchef ein, dass eine Prognose, wie es weiter geht, angesichts der Virusmutationen schwer sei. „Ich verstehe die Menschen nur zu gut, die zweifeln. Ich kann nachvollziehen, dass Schuldige an den Problemen gesucht werden und sich neben Angst und Enttäuschung auch Wut breitmache, wie der Autokorso am vergangenen Wochenende gezeigt habe.“

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Pötzsch kennzeichnete ihn als „Ventil für Frust, Hilf- und Perspektivlosigkeit.“ Die in dieser Woche im Land und auf Bundesebene anstehenden Diskussionen zu baldiger Öffnung von Schulen und Kitas seien deshalb ebenso wichtig wie Möglichkeiten für Händler und Gewerbetreibende. „Das gesellschaftliche, soziale, wirtschaftliche Leben kann nicht dauerhaft runtergefahren werden“, so Pötzsch.

Angespannte Finanzlage der Stadt

Indes hat Sachsen Pläne für weitere Lockerungen ab einem landesweiten 7-Tage-Inzidenzwert unter 100 auf 100.000 Einwohner. Kitas und Grundschulen werden ab Montag geöffnet, der Bestell- und Abholservice Click&Collect für den Handel ermöglicht. Die Öffnung von Friseuren, Vereinssport in Außenanlagen sowie die Öffnung von Museen und Zoos sind weitere Vorhaben. Was davon ab 15. Februar in Sachsen möglich wird, bleibt abzuwarten. Fakt ist, dass der Landkreis Görlitz mit einer aktuellen Inzidenz von 108 noch nicht unter Lockerungen fallen würde. Trotz allem hofft Weißwassers Stadtchef darauf. „Wir haben nun fast ein Jahr Ausnahmesituation aufgrund der Virus-Pandemie hinter uns und der Lockdown zehrt an den Kräften.“

Dies gilt übrigens auch für die Finanzlage der Stadt, die durch Zahlungseingänge wie Steuern und Abgaben und Zahlungsabgänge, also Ausgaben, aufgrund der Pandemiefolgen besonders großen Schwankungen unterworfen ist. „Zurzeit sind wir aber nicht im Kassenkredit. Der Kontobestand beträgt 105.632,91 Euro“, informierte der OB dazu in der Ausschusssitzung.

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