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Werden Tagebaue zu Wasserspeichern?

Laut einem Vorschlag könnte das auch für Nochten gelten. Die Grünen sind skeptisch und unterstellen „Kohle-Nähe“.

Irgendwann einmal könnte der jetzige Tagebau Nochten ein See werden, auch Wasserspeicher?
Irgendwann einmal könnte der jetzige Tagebau Nochten ein See werden, auch Wasserspeicher? ©  André Schulze (Archiv)

Lausitz. Aufgrund der jahrelangen Trockenheit in der Lausitz und den Auswirkungen des Klimawandelskrise wird die Diskussion über Wasserspeicher in Lausitzer Bergbaufolgeseen immer konkreter, letztlich auch, um die Spree und damit den Ballungsraum Berlin stabil mit Wasser versorgen zu können. Der Verein „Wasser Cluster Lausitz“ hat erste Vorschläge für mögliche Wasserspeicher in der Lausitz veröffentlicht.

Demnach sollen vor allem die Leag-eigenen Tagebaue Welzow, Nochten und der sich bereits im Flutung befindliche ehemalige Tagebau Cottbus Nord (Cottbuser Ostsee) als möglicher Speicherorte in Betracht gezogen werden.Darüber informiert Heide Schinowsky, die die Vorsitzende der Bündnisgrünen Spree-Neiße, für die dieser Vorschlag „die Handschrift der Kohleindustrie trägt. Große Seen herzustellen ist schlichtweg billiger für den Bergbaubetreiber.“

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Neutrale Ergebnisse?

Aktuell untersucht auch ein Konsortium im Auftrag des Umweltbundesamtes die wasserwirtschaftlichen Folgen in der Lausitz. „Das Problem ist, dass die Gutachter aus dem Umfeld des Wasser Cluster Lausitz stammen. Ob man mit neutralen Ergebnissen rechnen, muss man sehen, wenn das Gutachten vorliegt“, meint Schinowsky.

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Wie und welcher See zu einem Speicher werden solle, das dürfe nicht ohne Einbeziehung der betroffenen Bevölkerung und der Klimawissenschaft passieren, sagt die Grünenpolitikerin an. Bereits im Januar 2021 hatte der Landtag Brandenburg beschlossen, dass zukünftig keine riesigen Bergbaufolgeseen mehr entstehen sollen. (red/fth)

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