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Wo Tischler ein Traumberuf ist

Während der Pandemie ist das Interesse für eine Ausbildung im Handwerk gestiegen. 900 freie Lehrstellen gibt’s noch.

David Iffland (19/links), Azubi im 2. Lehrjahr, möchte sein Hobby zum Beruf machen und Tischler werden. Paul Zink (18) beginnt im August die Ausbildung in der Tischlerei Lehmann GmbH in Weißwasser und darf sich schon jetzt einarbeiten.
David Iffland (19/links), Azubi im 2. Lehrjahr, möchte sein Hobby zum Beruf machen und Tischler werden. Paul Zink (18) beginnt im August die Ausbildung in der Tischlerei Lehmann GmbH in Weißwasser und darf sich schon jetzt einarbeiten. © Constanze Knappe

Weißwasser. Im Landkreis Görlitz werden mit dem neuen Ausbildungsjahr 300 junge Frauen und Männer eine Lehre im Handwerk beginnen. Zwei davon haben ihren Lehrvertrag in der Tischlerei Lehmann GmbH in Weißwasser unterschrieben. Die ist einer jener „Betriebe mit Vorausschaublick, die rechtzeitig das Thema angehen“. So würdigte es Dr. Andreas Brzezinski.

Vor einigen Tagen übergab der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden (HWK) dem neuen Chef der Tischlerei, Alexander Hanisch, eine Tafel, die die Firma als „Vorbildlichen Ausbildungsbetrieb 2020“ ausweist (TAGEBLATT berichtete). Seit der neue Eigentümer den Betrieb vor einem Jahr übernommen hat, kamen zu den 28 Mitarbeitern vier weitere hinzu, wurde die Lehrausbildung zur Chefsache erklärt. „Lehrlinge finden und binden“, das sieht Alexander Hanisch als einen Schwerpunkt der weiteren Firmenentwicklung an. „Wir suchen nach solchen Beispielen“, hatte der HWK-Chef bekundet.

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In der Tischlerei Lehmann GmbH erlernt Azubi David Iffland im 2. Lehrjahr das Einmaleins seines Wunschberufs. Als einer von zwei Azubis, die im August die dreijährige Lehre in dem Handwerksberuf beginnen, darf sich Paul Zink quasi schon einarbeiten – zum Vorteil beider Seiten, wie es hieß. Alexander Hanisch lobte: „Es sind sehr höfliche Azubis, die kann man auch mal zum Kunden schicken.“ Darüber sei er froh, denn leider sei das keineswegs selbstverständlich.

Aktuell sind bei der Handwerkskammer im Regierungsbezirk Dresden 700 neue Ausbildungsverträge eingetragen. Das liegt nach Aussage von Dr. Andreas Brzezinski „deutlich über dem Wert von 2020“. Stark nachgefragt seien beispielsweise die Ausbildung zum Tischler wie auch die in anderen Baugewerken, etwa zum Installateur für Sanitär, Heizung und Klimatechnik. Dazu beigetragen habe der Umstand, dass viele Bereiche des Handwerks während der Lockdown-Phasen in der Corona-Pandemie durchgearbeitet haben. Das habe der Nachfrage nach Ausbildungsplätzen einen deutlichen Schub gegeben. „Bodenständig, solide und modern – das ist der Anspruch des Handwerks“, sagte er. Zudem seien Handwerksprodukte individuell und nicht „von der Stange“.

Im Handwerk gibt es 130 Ausbildungsberufe. Davon werden etwa 85 in der Region angeboten. Derzeit gibt es im Handwerk noch 900 freie Lehrstellen im Regierungsbezirk Dresden.

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Ausgezeichnete Firmen: Folgende Firmen der Oberlausitz zeichnete die Handwerkskammer Dresden als „Vorbildliche Ausbildungsbetriebe 2020“ aus: Tischlerei Lehmann GmbH Weißwasser, Autohaus Voigt Hochkirch , Autotreff Hille GmbH Ebersbach-Neugersdorf. Autohaus Henkel GmbH Löbau, Wolfgang Hesse und Peter Hesse GbR Görlitz. Tischlerei Kienöl Bertsdorf-Hörnitz, August Förster GmbH Löbau, Tischlerei Briesowsky-Graf Löbau, Theater Service GmbH Görlitz/ Zittau, Herrnhuter Holzmanufaktur GmbH

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