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Weißwasser

Zerbrechlich und vergänglich wie Glas

Weißwasser feierte den 25. Jahrestag der Gründung des Glasmuseums mit einem zünftigen Fest.

Manuela führte den Kindern und Erwachsenen am Sonnabendnachmittag im Garten des Glasmuseums vor, wie mit einfachen Mitteln Riesenseifenblasen entstehen.
Manuela führte den Kindern und Erwachsenen am Sonnabendnachmittag im Garten des Glasmuseums vor, wie mit einfachen Mitteln Riesenseifenblasen entstehen. © Rolf Ullmann

Weißwasser. Der Wettermacher vom Dienst muss ein Glasmacher sein, zumindest aber ein Sympathisant der Hersteller des durchsichtigen Materials. Denn die äußeren Bedingungen konnten am Sonnabendnachmittag nicht besser sein. Sehr zur Freude der zahlreichen Besucher und natürlich der Organisatoren des Museumsfestes. Christine Lehmann, die Leiterin des Museums, dankte mit bewegten Worten allen, die das Event mit viel Engagement vorbereitet haben, allen voran den Mitgliedern des Fördervereins. Seit seiner Gründung im Jahr 1993 erweisen sich dessen Mitglieder als die treibende Kraft, zunächst als es darum ging, das Museum aufzubauen und später in der Organisation zahlreicher Veranstaltungen.

Heute wirken 85 Mitglieder in seinen Reihen für die einzigartige Einrichtung in Ostsachsen. Oberbürgermeister Torsten Pötzsch zückt daher nur allzugern einen Scheck über 1.000 Euro, mit dem die Stadt, trotz klammer Kassen, die Arbeit des Vereins unterstützt. In seinem Grußwort verdeutlichte das Stadtoberhaupt, dass „die Glasindustrie in Weißwasser unsere Vergangenheit war und ein Teil unserer Zukunft werden soll“. Auch wenn derzeit mit dem Unternehmen Stölzle nur noch ein Betrieb hierzulande Glas produziert, weisen die Zeichen der Zeit positiv in Richtung Zukunft.

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So haben sich hochrangige Vertreter der Stölzle-Gruppe bei einem Besuch vor wenigen Tagen nicht nur positiv zum Erhalt des Betriebs positioniert, sondern weitere Investitionen zur Erweiterung der Produktion in Aussicht gestellt. Gute Aussichten also für die derzeit 410 Mitarbeiter des Betriebes, hier auch künftig Lohn und Brot zu finden. Zudem berichtete der Oberbürgermeister, dass sich ein möglicher Investor ernsthaft mit der Absicht trägt, einen Produktionsstandort, zwar nicht für Gebrauchsglas, sondern für medizinisches Glas in Weißwasser einzurichten. Spezialisten des Unternehmens prüfen dazu die technischen Möglichkeiten.

Vielleicht wird in der Telux dann zukünftig erneut Glas erzeugt. In der Stadt als Träger des Gebäudes des Glasmuseums reifen Überlegungen über dessen weitere Zukunft. Sollte der durch den Stadtrat beschlossene Ankauf des Geländes der ehemaligen Gelsdorf-Hütte gelingen, eröffnen sich gute Chancen zur Erweiterung des Glasmuseums. Doch bis dahin ist es noch weiter Weg, der durch erfolgreiche Verhandlungen mit den Eigentümern des Grundstücks einen ersten Schritt erfahren soll, so Torsten Pötzsch.

Wie schwer der Weg sowie die Anfänge zur Errichtung des Glasmuseums waren und mit welch hohem Einsatz die Mitglieder des Fördervereins alle Hindernisse übwunden haben, darüber berichtet Jochen Exner in seinen Darlegungen.

Dank der finanziellen Unterstützung durch die Kulturstiftung Sachsen war es den Organisatoren möglich, mehrere Künstler aus Leipzig und aus Görlitz für das Fest zu gewinnen. Manuela und Kati verzauberten die Kinder, aber auch die Erwachsenen mit ihren Riesenseifenblasen. „Diese passen sehr gut hierher. Denn sie sind ebenso zerbrechlich und vergänglich wie das Glas“, meinte Manuela. Larsen Sechert zog die Kinder mit seinem Einmann-stück vom „Hans im Glück“ in seinen Bann. Als eine flüssige Besonderheit mundete den Gästen das Schnitterbier, dessen Inschrift auf der Bauchbinde der Flaschen dieses denkwürdige Jubiläum würdigt.

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