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Döbeln

Weiter Ärger mit der Colditzer Straße

Die Anwohner sind sauer: Wieder schmilzt der Fahrbahnbelag, und es muss abgesplittet werden. Die Konsequenzen stehen fest.

Weil sich bei der Hitze wieder Belag von der Colditzer Straße in Leisnig abschält, muss gesplittet werden. Wie lange das so weitergeht, weiß keiner. Die Fahrbahnmarkierung wird aus diesem Grund verschoben.
Weil sich bei der Hitze wieder Belag von der Colditzer Straße in Leisnig abschält, muss gesplittet werden. Wie lange das so weitergeht, weiß keiner. Die Fahrbahnmarkierung wird aus diesem Grund verschoben. © Lars Halbauer

Leisnig. Die Probleme mit der Colditzer Straße scheinen sich zu einer unendlichen Geschichte zu entwickeln.

Die Anwohner sind genervt, nicht nur wegen der Hitze. Aber die hat auch etwas mit ihrem Problem zu tun. Die extremen Temperaturen weichen den Fahrbahnbelag auf. Und dann beginnt immer das gleiche „Spiel“.

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Mitarbeiter des Bauhofes müssen ausrücken und Splitt auf die weiche Fahrbahnoberfläche aufbringen – in diesem Jahr bereits zum dritten Mal. Der soll sich einfahren. Das ist für eine Zeitlang mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung verbunden. An die jedoch halten sich die wenigsten Kraftfahrer.

Das wiederum ist für die Anwohner eine Zumutung, wie Stadtrat Ray Mathys (Die Linke) als Betroffener und im Auftrag von Nachbarn schon mehrfach beschrieben hat: Die Raser wirbeln bei der Trockenheit jede Menge Staub auf. Die sensibilisierten Anwohner fühlen sich permanent von Staub umgeben, trauen sich kaum, Fenster zu öffnen.

„Inzwischen ist es schon soweit, dass ich Teerspuren auf dem Hof habe, wenn ich von der Straße aufs Grundstück fahre“, sagte Mathys. Derartige Schäden auch an Rädern und Fahrzeugen hat die Kommune schon im vergangenen Sommer angezeigt bekommen.

„Mir kann niemand sagen, dass die Straße in Ordnung ist“, schimpfte er. Das wolle er auch nicht, entgegnete Bauamtsleiter Thomas Schröder. Allerdings konnten weder er noch Bürgermeister Tobias Goth (CDU) eine Besserung der Situation in Aussicht stellen – bald schon gar nicht.

Die Colditzer Straße ist im Herbst 2017 in einem speziellen Verfahren mit einer neuen Oberfläche versehen worden. Bei dem wird eine Emulsion und auf diese wieder Splitt aufgetragen. Das verschließt Risse und wenn die Behandlung gelingt, kostet die nur einen Bruchteil dessen, was ein grundhafter Ausbau kosten würde.

Doch irgendetwas ist bei den Arbeiten im Spätsommer 2017 schief gegangen. Seitdem musste die Firma nachbessern, der Bauhof unterstützte. Inzwischen ist er wegen der Straße in einer Art Alarmbereitschaft. Das ist äußerst schwierig. „Der Bauhofleiter hat das bei mir moniert“, sagte der Bürgermeister den Stadträten.

Trotzdem: Die Kommune komme nicht umhin, den Eigenbetrieb loszuschicken und die Kosten in Kauf zu nehmen, so Goth. In diesem Zusammenhang erinnerte Schröder an eine Entscheidung der Räte. Sie folgten der Empfehlung eines Gutachters, nicht gegen die Baufirma vorzugehen. Nach Meinung des Experten sei es nahezu aussichtslos, Baufehler nachzuweisen.

Kein Ende in Sicht

Also müssen Anwohner und Nutzer weiter mit dem unbefriedigenden Zustand der Colditzer Straße leben. Irgendwann, stellten Goth und Schröder in Aussicht, soll sich der Belag soweit gefestigt haben, dass die derzeitigen Probleme nicht mehr auftreten. „Das kann dieses, nächstes Jahr oder noch später sein“, so der Bauamtsleiter.

Alternative sei gewesen, die Straße für mehrere Hunderttausend Euro zu erneuern. Das könnte immer noch ein Ausweg sein, der allerdings den Haushalt stark belasten würde, sagte Schröder.

Nach seinen Worten komme eine Oberflächenbehandlung in der bisherigen Art und Weise aus heutiger Sicht für Leisnig nicht mehr infrage. Ein Grund dafür ist dem Bauamtsleiter zufolge die Unzufriedenheit bei ein, zwei Straßen. Ein anderer die klimatische Entwicklung mit Temperaturen zwischen 70 und 80 Grad Celsius auf der Fahrbahnoberfläche.

Günstige andere Varianten, Straßen in Ordnung zu bringen, sieht der Amtsleiter im Moment nicht. „Die Fahrbahndecke zu fräsen und auszubessern kostet immerhin auch zwischen 16 und 17 Euro pro Quadratmeter“, rechnete er vor.

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