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Weitere Brücke für Schnellstraße

Vor einem Jahr entdeckten bei Radeberg Archäologen eine historische Wasserleitung. Jetzt wird für die S 177 gebaggert.

© Thorsten Eckert

Von Reiner Hanke

Radeberg. Hitze hat sich über die Baustelle für die neue S 177 südlich der Sandgrube am Radeberger Ortsausgang gelegt – gegenüber vom früheren Heiteren Blick. Die Baustelle dort ist eine der Jüngsten, die in den vergangenen Wochen eröffnet wurde. Ein Kran ragt aus dem früheren Ackerland empor in den Himmel. An dem schwebt Baustahl über das Areal. Hier entsteht eine weitere Brücke, erklärt Vorarbeiter Uwe Finke vom Brückenbauer Matthäi. Die unteren Fundamente sind fertig. Nun geht es an die Pfeiler. Seine Mannschaft arbeitet an der Verschalung für den ersten Pfeiler. Zwischen den Stützen wird die künftige Trasse der S 177 verlaufen.

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Von der Ausgrabungs- zur Baustelle

Vor einem Jahr waren hier noch die Archäologen bei der Arbeit. Sie förderten damals eine historische Holzwasserleitung zutage und dokumentierten die Fundstücke. Die Leitung versorgte wohl früher einmal Schloss Klippenstein in Radeberg mit Wasser. Nun wird hier am nächsten Bauwerk gearbeitet, das für die neue S 177 entsteht. In diesem Fall nicht für die neue Trasse selbst, sondern für einen Wirtschaftsweg, der die Schnellstraße in dem Bereich flankieren wird. Dazu wird teilweise die alte Trasse der jetzt noch bestehenden S 95 genutzt, andere Abschnitte werden neu gebaut. An dieser Stelle überquert der Wirtschaftsweg die künftige Schnellstraße nach Westen, läuft dann parallel, um sie dann erneut vor der Kreuzung mit der Ortsverbindungsstraße zwischen Wachau und Kleinröhrsdorf zu queren. In die Ortsverbindung Kleinröhrsdorf – Wachau wird der Weg dann auch münden. Diese Trasse werde auf eine Zufahrt für Wohnstandorte und Gewerbe reduziert, um langsame Fahrzeuge, wie Traktoren von der S 177 fernzuhalten und ist auch für Radler da. Denn Räder sind auf der S 177 nicht erlaubt. Allein für diese Brücke liegen die Kosten bei 940.000 Euro, die der Freistaat finanziert, lässt Nicole Wernicke vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) wissen. Fast zeitgleich startete der Bau an einem weiteren Brückenbauwerk. Er dient zur Überführung eines Wirtschaftsweges über die Kleine Röder bei Leppersdorf. Die Brücke entsteht dort südlich der Kläranlage am Birkenweg. Im Baubereich werde das Flussbett neu profiliert, heißt es. Die Baukosten für diese Brücke und die Neuprofilierung der Kleinen Röder betragen laut Lasuv insgesamt 615.000 Euro. Damit sind nach SZ-Informationen jetzt acht von insgesamt 14 Brückenbauwerken für die künftige Straße in Arbeit. Weitere fünf seien jetzt ausgeschrieben worden, heißt es. Dazu gehört die Brücke über den Deponieteich bei Radeberg an der Landwehr mit über 80 Metern Länge. Die dritte Überflugbrücke für Fledermäuse ist ebenfalls in dem Paket. Die entsteht bei Leppersdorf. Ziel für den Baustart sei noch in diesem Jahr, heißt es. Dazu kommt ein aufwendiger Hochwasserschutz mit vier Regenrückhaltebecken und weiteren Hochwasserschutzanlagen. Auch Durchlässe für Kleintiere sind geplant.

Stammgäste dokumentieren den Fortschritt der Baustelle

Das alles sind immer noch Vorbereitungen, bevor überhaupt mit dem Straßenbau an der rund 6,7 Kilometer langen und 50 Millionen Euro teuren Trasse begonnen werden kann. Es ist ein weiteres Teilstück der Spange von Pirna zur A 4 bei Lichtenberg und Ortsumgehung für Leppersdorf. Auch für die Anwohner der jetzigen S 95 werde das eine Entlastung. Manche verfolgen den Baufortschritt ganz genau. Er habe sogar Stammgäste, die den Bau dokumentieren, erzählt der Vorarbeiter. Bis Dezember 2020 soll die Trasse nach Angaben des Lasuv komplett fertig sein.

Um den ersten Pfeiler gegenüber vom Heiteren Blick zu gießen, werden die Vorbereitungen noch andauern. Wegen des Baubooms sei das alles gar nicht so leicht zu koordinieren. Uwe Finke: „Die Betonwerke sind ausgelastet.“ In drei Wochen ungefähr können die Betonlaster voraussichtlich anrollen und der erste der beiden Brückenpfeiler gegossen werden.