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Weitere Nachttransporte übers Terrassenufer

Auf Tiefladern rollen Silbertürme ins Reicker Kraftwerk. Der Letzte kommt aber nicht mehr durch.

© René Meinig

Von Peter Hilbert

Arbeiten in Görlitz

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Die Drewag muss sich sputen, damit die letzten Schwertransporte zum Kraftwerk Reick kommen. Die festgelegte Strecke führt übers Terrassenufer. Dort ist derzeit noch genügend Platz, da der erste Bogen der Augustusbrücke abgerissen ist. Doch Ende dieses Monats soll ein Gerüst aufgebaut werden, damit die Schalarbeiten für den neuen Brückenbogen beginnen können. Dann ist kein Durchkommen mehr für die Tieflader mit ihrer großen Last.

Die Drewag will ihr Fernwärmenetz und ihre Kraftwerke noch besser betreiben. Deshalb wird die Wärmespeicher-Anlage in Reick stark erweitert. Im Innovationskraftwerk speichern die 1985 errichteten Behälter 6 600 Kubikmeter heißes Wasser. Seit vergangenem Jahr werden 20 weitere silberne Wärmespeicher aufgestellt, die mit knapp 30 Metern die alten Türme weit überragen und zudem mit 7 800 Kubikmetern mehr speichern können.

14 dieser Silbertürme sind bisher angeliefert worden. Eine Bielefelder Spezialfirma hatte sie hergestellt. Über den Mittellandkanal kamen sie auf einem Schiff nach Dresden. Doch der ursprünglich geplante Transport auf der Elbe bis zum Blauen Wunder wurde abgelehnt. Also mussten die 100 Tonnen schweren Türme vom Alberthafen auf Tiefladern nach Reick gebracht werden. Doch übers Terrassenufer konnten sie erst ab November 2017 fahren, nachdem der erste Bogen der Augustusbrücke abgerissen und die Fahrbahn tiefer gelegt worden waren.

Drei Transporte mit jeweils zwei Silbertürmen sind noch nötig, erklärt Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann. Die erste Tour ist für die Nacht zum 22. Februar geplant, die nächste in der folgenden Nacht. Die letzten beiden Wärmespeicher werden erst im März geliefert. Dann steht das Gerüst für den Bogenbau bereits. Also muss für diesen Schwertransport eine andere Strecke bestimmt werden. Die Details müssten aber noch geklärt werden.

Dresdens Fernwärme kommt mit bis zu 128 Grad heißem Wasser durchs Leitungsnetz in die Haushalte. Mit den neuen Behältern kann viel mehr überschüssiges Heißwasser während der Zeiten gespeichert werden, in denen es nicht benötigt wird. Drehen die Dresdner Heizungen oder Wasserhähne wieder verstärkt auf, wird es weitergeleitet, so das Prinzip.