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Weitere Trekkinghütte geplant

Die Nachfrage nach Tickets für Trekkinghütten in der Sächsischen Schweiz steigt. Der Sachsenforst plant weitere Schlafplätze im Wald.

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© Marko Förster

Von Gunnar Klehm

Sächsische Schweiz. Sie sind nur für eine Nacht gedacht. Viel länger würden es auch nur die wenigsten in den Trekkinghütten des Sachsenforstes in der linkselbischen Sächsischen Schweiz aushalten. Kein Wasser, kein Strom, kaum Handy-Empfang. Trotzdem steigt die Zahl derer rasant, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu einer Übernachtung in den Wald aufbrechen. Zwischen Schöna, Cunnersdorf und Rosenthal hat der Sachsenforst drei ehemalige Forsthütten zu rustikalen Schlafplätzen ausgebaut. Der einzige Komfort: Es gibt genügend Holz, um Ofen oder Kamin anzuheizen.

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Im Oktober endete die zweite Saison. Beim zuständigen Forstbezirk Neustadt ist man mit der Entwicklung mehr als zufrieden. Wurden im Jahr 2015 insgesamt 143 Tickets für eine Übernachtung verkauft, waren es in diesem Jahr fast 600. In die dafür vorgesehenen Kästen an den Hütten wurden allerdings nur zwei Drittel der verkauften Tickets eingeworfen. Ob sie nicht eingelöst wurden oder das Einwerfen nur „vergessen“ wurde, kann der Sachsenforst aber nicht einschätzen. Die Revierförster schauen zwar jedes Mal nach dem Rechten, wenn sie an den Hütten vorbeikommen. Kontrolliert wird aber nicht jeden Tag.

Am beliebtesten war die Hütte Willys Ruh bei Cunnersdorf/Gohrisch. Hier wurden dieses Jahr 220 Tickets eingelöst. Für die Biwak-Plätze, die der Sachsenforst in dieser Saison auch eingeweiht hatte, gibt es aber noch keine Statistik.

Solch eine Steigerung war nicht zu erwarten. „Aber offenbar haben wir den Nerv derjenigen getroffen, die das Naturerlebnis wollen“, sagt Uwe Borrmeister, der Leiter des Forstbezirks. Er weiß aber auch, „dass das Projekt ohne Partner nicht lebt“. Das sind zum einen die Einrichtungen, die die Tickets anbieten, aber auch Menschen im Bundesfreiwilligendienst und Ehrenamtliche aus dem Bergwaldprojekt.

Noch mehr als die steigende Zahl der Nutzer freut Uwe Borrmeister aber, dass in den ersten beiden Jahren noch keinerlei Konflikte registriert wurden. „Es gab keinen Diebstahl, es war nie wirklich verschmutzt und es wurden auch keine Zerstörungen entdeckt“, sagt der Chef des Forstbezirks. Auch aus den Eintragungen in den Gästebüchern ließ sich nur konstruktive Kritik rauslesen, wie etwa der Wunsch nach mehr Haken, einer Anleitung fürs Anheizen der Öfen oder der Wunsch nach noch mehr solcher Hütten.

Letzteres will der Sachsenforst schon im nächsten Frühjahr realisieren. Dann soll mit der Haselmausbaude – früher nach dem zuständigen Revierförster auch Kubatzki-Hütte genannt – eine vierte hinzukommen. Auch sie liegt im Cunnersdorfer Revier. An den Wochenenden im Oktober waren die meisten Wanderer unterwegs. Wenn es voll wird, gilt laut Verhaltenskodex übrigens: Familien mit Kindern und Langstreckenwanderer zuerst.