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Weitermachen nach dem Orkan

Die Aufräumarbeiten auf dem Auenhof gehen voran. Dabei stehen bereits wichtigere Aufgaben an.

© André Braun

Von Eric Mittmann

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Ostrau. Es ist ein trauriges Bild, das sich auf dem Auenhof in Niederlützschera bietet: Noch immer stehen einige der Tunnel und Gewächshäuser entkleidet und ohne Folie da, nachdem sie vier Wochen zuvor von Sturmtief Friederike erwischt worden waren. Zwischen all dem macht sich jedoch auch Hoffnung breit. „Wir haben bereits zwei Tunnel wieder zurechtgebogen und mit Folie bedeckt“, verkündet Oliver Leipacher, Geschäftsführer der Biogärtnerei Auenhof in Niederlützschera. „Der Teil eines weiteren Gewächshauses wird auch schon vorbereitet.“

Vier Wochen zuvor sah die Szenerie noch anders aus. Orkan Friederike hatte große Teile der Gärtnerei verwüstet und große Schäden hinterlassen.
Vier Wochen zuvor sah die Szenerie noch anders aus. Orkan Friederike hatte große Teile der Gärtnerei verwüstet und große Schäden hinterlassen. © Dietmar Thomas

Insgesamt zehn Tunnel wurden während des Orkans beschädigt. Bei vier von ihnen konnte nur noch Totalschaden konstatiert werden. Auch die sich darin befindenden Pflanzen mussten Wind und Wetter klein bei geben. „Das sah nicht gut aus. Wir konnten von einem Satz Feldsalat nur die Hälfte des Plans retten“, so Leipacher.

Dennoch zeigt sich der Geschäftsführer zuversichtlich und dankbar. „Unsere polnischen Mitarbeiter sind extra früher angereist und haben die beiden Tunnel mit einfachsten Mitteln wieder zurechtgebogen und in Stand gesetzt.“ Das erste bezogene Zelt soll nächste Woche wieder bepflanzt werden.

Darüber hinaus habe man in den letzten Wochen sehr viel Unterstützung erhalten, sowohl finanziell, als auch persönlich und moralisch. „Leute haben kleinere und größere Beträge geschickt, mit angefasst oder versucht, unsere Moral wieder aufzubauen“, erzählt Leipacher. „Das sind die wirklich positiven Seiten daran. Die Menschen, mit denen man ins Gespräch kommt und die einem sagen: ‚Macht weiter, wir wollen auch in Zukunft Gemüse von euch kaufen.’“

Damit diese Wünsche auch in Erfüllung gehen, sei man bereits mit den Investitionen für das Frühjahr beschäftigt. „Die Jungpflanzenerde muss besorgt, der Boden bearbeitet und natürlich auch die Mitarbeiter bezahlt werden. Das geht jetzt Schlag auf Schlag. Der Frühling erwacht und der Bauer noch etwas früher“, erklärt Leipacher.

Aus diesem Grund habe man auch akzeptiert, dass nicht alles, was vom Sturm beschädigt und zerstört wurde, wieder aufgebaut wird. „Derzeit versuchen wir eher, aus drei Tunneln zwei zu machen, oder vielleicht aus vier zwei, um die Reparaturkosten gering zu halten.“

Gleichzeitig gäbe es bereits erste Überlegungen für Windschutzmaßnahmen und auch das Tunnelsystem soll überarbeitet werden. „Ich halte immer noch daran fest, dass die Tunnel sicher waren, aber wir hatten es hier schließlich mit einem Orkan zu tun“, so der Geschäftsführer des Auenhofs. Die Gewächshäuser seien so konstruiert, dass sie eine gewisse Windstärke aushalten. Dieser sei im Fall von Friederike jedoch überschritten worden und habe die Zelte „wie ein Handkantenschlag erwischt“, wie Leipacher es beschreibt und dabei noch einen interessanten Gedanken anfügt: „Man muss sich natürlich auch fragen, für welchen Zweck man die Zelte errichtet. Haben wir nun alle zehn Jahre einen Jahrhundert-Orkan wie mit den Jahrhundert-Hochwassern? Reicht es, wenn die Zelte ohnehin nur fünf Jahre stehen? Was ist einem das Ganze wert?“

Aufgrund der Frühjahrsinvestitionen seien die meisten Planungen aktuell längerfristig gedacht. Im März soll ein weiteres Gewächshaus stehen, im April eines dazu kommen und zwischendurch vielleicht noch ein Teil errichtet werden. „Was die Schutzmaßnahmen angeht, so denken wir natürlich über Netze und weitere Windschutzpflanzungen nach. Wir haben ja im Grunde auch schon eine Windschutzhecke gepflanzt, allerdings war die noch nicht groß genug, um einen Unterschied zu machen.“

Allen Umständen zum trotz geht die Arbeit weiter. Der Feldsalat wurde geerntet, Schnittlauch und Petersilie sind bereits gepflanzt. „Wir haben auch extra Leute eingestellt, unabhängig vom Sturm“, meint Oliver Leipacher, während er auf eine Gruppe gedeihender Pflanzen zeigt.