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Politik

Berg-Karabach: 200 Leichen ausgetauscht

Nach dem Ende der Kämpfe in Berg-Karabach haben Armenien und Aserbaidschan die Leichen von etwa 200 getöteten Soldaten ausgetauscht.

Aserbaidschan, Stepanakert: Ein Mann geht durch Hof eines Wohnhauses, das  durch den Beschuss mit aserbaidschanischer Artillerie schwer beschädigt wurde.
Aserbaidschan, Stepanakert: Ein Mann geht durch Hof eines Wohnhauses, das durch den Beschuss mit aserbaidschanischer Artillerie schwer beschädigt wurde. © Dmitri Lovetsky/AP/dpa (Archivbild)

Baku/Eriwan. Nach dem Ende der Kämpfe in der Konfliktregion Berg-Karabach haben Armenien und Aserbaidschan die Leichen von etwa 200 getöteten Soldaten ausgetauscht. Das sagte Peter Maurer, Präsident des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), am Dienstag der russischen Staatsagentur Ria Nowosti. Der Austausch erfolgte demnach in Anwesenheit des IKRK und russischer Friedenstruppen. Priorität sei es nun, nach weiteren Gefallenen in der Region zu suchen und die Leichen zu bergen. Armenien hatte noch am Vortag von Hunderten vermissten Soldaten gesprochen.

Die Karabach-Behörden sprachen zuletzt von mehr als 1400 Soldaten, die während der sechswöchigen Kämpfe ihr Leben ließen. Armenien nannte die Zahl von mehr als 2300 Toten, die gerichtsmedizinisch untersucht worden seien. Viele seien noch nicht identifiziert worden. Aserbaidschan machte bislang mit dem Verweis auf das Kriegsrecht keine Angaben zu Verlusten in den eigenen Truppen.

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Der Austausch getöteter Soldaten ist Bestandteil eines vor einer Woche geschlossenen Abkommens zwischen beiden Ländern, das unter Vermittlung Russlands zustande kam.

Kern der Übereinkunft sind fast 2000 russische Friedenssoldaten, die die Waffenruhe überwachen sollen. Der Transport von Truppen in die Region dauerte dem russischen Verteidigungsministerium zufolge am Dienstag an. Das Internationale Rote Kreuz will nach eigenen Angaben notleidenden Menschen helfen, die ihre Heimat verlassen mussten. Zudem seien Besuche bei Gefangenen geplant, um sich auf mögliche Verhandlungen und den Austausch vorzubereiten, sagte Maurer.

Der Konflikt ist schon jahrzehntealt. In dem neuen Krieg hat sich das islamisch geprägte Aserbaidschan weite Teile des Gebiets zurückgeholt. Das Land berief sich dabei auf das Völkerrecht und sah sich von seinem "Bruderstaat" Türkei unterstützt. Das christlich geprägte Armenien wiederum setzt auf Russland als Schutzmacht.

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In Armenien ist der Unmut über das Abkommen groß. Präsident Armen Sarkissjan und die Opposition fordern den Rücktritt von Regierungschef Nikol Paschinjan. Der hatte das am Montag noch ausgeschlossen. Die Opposition in der Hauptstadt Eriwan fordert zudem, dass das Kriegsrecht aufgehoben wird. (dpa)

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