merken
PLUS Feuilleton

David Hasselhoff bringt Cover-Album heraus

Bei dem Party-Album von David Hasselhoff ist auch eine englische Version von Matthias Reims „Verdammt, ich lieb‘ dich“ dabei. Was er dazu im Interview sagt.

„Privat bin ich nicht immer so fröhlich“, stellt David Hasselhoff klar.
„Privat bin ich nicht immer so fröhlich“, stellt David Hasselhoff klar. © dpa

Er wurde mit seinem Sommerhit „Looking for Freedom“ 1989 auch als Sänger zum Weltstar und hörte die Legende mit einem Augenzwinkern gern, sein Song habe mit dazu beigetragen, die Mauer einzureißen.

Auf seinem neuen Album covert David Hasselhoff nun bekannte Hits wie Iggy Pops „The Passenger“ und „I Was Made For Loving You“ von Kiss, die jeder mitsingen kann. Auch eine englische Version von Matthias Reims „Verdammt, ich lieb‘ dich“ ist dabei. Wir sprachen mit dem früheren „Baywatch“-und „Knight Rider“-Star darüber, wie er die Songs für sein deutsches Publikum ausgewählt hat, was er von Nostalgie hält und wie ihm negative Kommentare zusetzen.

Anzeige
Berufsakademie Sachsen wird 30
Berufsakademie Sachsen wird 30

Die Staatliche Studienakademie Bautzen ist eine von sieben Einrichtungen der Berufsakademie. In Bautzen wird noch 70 Jahre Ingenieurstudium gefeiert.

Herzlichen Glückwunsch nachträglich, Herr Hasselhoff. In Instagram-Videos von ihrer Feier zum 69. Geburtstag machen Sie einen fitten Eindruck.

Ich hab mich zuletzt sehr auf meine Gesundheit konzentriert und auf mich aufgepasst. Morgens gehe ich zum Yoga. Und nach diesem Interview gehe ich ins Fitnesscenter. Es ist ein bisschen Arbeit. Aber ich fühle mich danach traumhaft.

Das neue Album „Party Your Hasselhoff“ enthält Coverversionen bekannter Gassenhauer und Songs, die wir hier gern als Schlager bezeichnen. Partymusik für ein deutsches Publikum?

Ja, das ist es tatsächlich. Viele der Lieder habe ich nur ausgewählt, weil sie Hits in Deutschland waren. Ein Fotograf, mit dem ich arbeite, hat zu mir gesagt: Die Leute wollen gute Laune und sich zurück in ihre Kindheit versetzen. Sie wollen das, woran sie sich erinnern, zurückbringen. Ich glaube, deshalb bin ich schon so lange erfolgreich. Weil sich alle daran erinnern, wie sie als Achtjährige „Looking For Freedom“ gehört haben. Jetzt sind sie 38, und ihre Kinder lernen „Looking For Freedom“ und „Crazy For You“.

Sind Sie ein Nostalgiker?

Ich bin nur ein Fan von Nostalgie, weil ich finde, dass die Achtziger und Neunziger großartige Jahre waren, in denen wir so viel Spaß hatten. Und jetzt ist die Welt so verrückt, so schlimm, so dramatisch und so schrecklich, dass die Leute sich einfach mal amüsieren müssen. Darum habe ich dieses Album gemacht. Und deshalb haben bei meinen Konzerten alle ihren Spaß.

Unabhängig davon, was Ihnen mehr Spaß macht: Sehen Sie sich selbst eher als Rock- oder als Schmusesänger?

Ich singe gern softe Lieder. Ich spiele gern Klavier, oder jemand spielt für mich, und ich singe dazu. Das liebe ich. Aber ich liebe auch das Rockzeug. Ich würde deshalb antworten: Ich bin ein Entertainer. Ich bin weder der beste Sänger der Welt noch der beste Schauspieler, aber ich bin ein ziemlich guter Entertainer. Ich kann Menschen zum Lächeln bringen, das liegt einfach in meiner Natur. Von meinem Vater habe ich früh gelernt, dass die Welt ein Lachen braucht.

Sie haben mal gesagt, Sie waren zu Beginn ihrer Karriere ein furchtbarer Schauspieler, sahen aber ganz okay aus. Sie sehen immer noch ganz okay aus, wie beurteilen Sie denn ihre schauspielerischen Fähigkeiten heute?

Ich bin mit 69 Jahren immer noch dabei zu lernen, wie man ein großartiger Schauspieler wird.

Sie drehen für das deutsche Fernsehen die Serie „Ze Network“ und spielen sich selbst. Was erfordert diese Rolle?

Komplexität. David Hasselhoff ist der Vater, der Ehemann, der Entertainer. David Hasselhoff ist bekannt in Deutschland, in Spanien und in der ganzen Welt wegen „Baywatch“ und „Knight Rider“. Ich bin angeblich Michael Knight und Mitch Buchannon, diese Figuren, die ich erfunden habe. Ich hatte keine Ahnung, dass ich damit Erfolg haben würde. Alles, was ich immer versuche, ist mein Bestes zu geben – und nicht die Kommentare zu lesen.

Was ist der Unterschied zwischen der öffentlichen Figur The Hoff und der Privatperson David Hasselhoff?

Ich bin nicht immer so fröhlich. Auch ich habe Wehwehchen und Schmerzen. Der Unterschied ist, dass ich ein Mensch bin, und die Kommentare mir nahegehen. Die Negativität trifft mich. Es verletzt mich, wenn Leute mich beleidigen. Trotzdem mache ich weiter und gebe mein Bestes. Das kann einem keiner vorwerfen. Viele Leute haben sich über mich lustig gemacht. Viele machen sich über The Hoff und über David Hasselhoff lustig. Aber ich habe ihnen immer wieder das Gegenteil bewiesen, obwohl es mir darum überhaupt nicht geht.

Das Gespräch führte Philip Dethlefs (dpa)

Das Album: Party Your Hasselhoff (Restless/Schubert)

Mehr zum Thema Feuilleton