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Gletschersturz in Dolomiten - Deutsche Bergsteiger verletzt

Eine Lawine aus Eis, Schnee und Fels hat in den Dolomiten mehrere Menschen getötet und verletzt. Zwei Deutsche Kletterer liegen auf einer Intensivstation.

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Menschen stehen nahe des Gletscherbruchs in den Dolomiten
Menschen stehen nahe des Gletscherbruchs in den Dolomiten © Corpo Nazionale Soccorso Alpino e Speleologico/dpa

Nach dem folgenschweren Gletschersturz in Norditalien geht das Auswärtige Amt davon aus, dass Deutsche in das Unglück involviert sind. Nach bisherigem Stand handle es sich um zwei Personen, sagte eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur am Montag. Weitere Angaben machte das Auswärtige Amt zunächst nicht. Der Honorarkonsul in Bozen und die deutsche Botschaft in Rom stünden im ständigen Austausch mit den italienischen Behörden, hieß es weiter.

Ein Krankenhaus in Belluno, südöstlich des Unglücksortes, behandle zwei am Berg gerettete Deutsche auf der Intensivstation, teilte die örtliche Gesundheitsbehörde am Montagmittag mit. Dabei handle es sich um einen 67 Jahre alten Mann und eine 58 Jahre alte Frau. Beide würden eng überwacht. Geholfen habe, dass das Klinikpersonal Deutsch sprach und Kontakt zur Familie herstellen konnte.

Nach dem Unglück mit mindestens sechs Toten wollen die Einsatzkräfte am Montag die Suche an der Flanke des Berges Marmolata fortsetzen. Sie haben dabei aber kaum noch Hoffnung, unter den Eis-, Schnee- und Felsmassen weitere Überlebende zu finden. Das sagte Walter Cainelli von der Bergrettung der norditalienischen Provinz Trentino am Sonntagabend.

Gut ein Dutzend Menschen wurden am Sonntagabend vermisst, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Auf dem Parkplatz am Fuße des Bergmassivs, von dem die Aufstiegswege los gehen, wurden 16 Autos gezählt, deren Halter noch nicht ausfindig gemacht wurden. "Wir wissen noch nicht, ob die Wagen den toten oder vermissten Personen gehören oder Leuten, die nichts mit dem Unfall zu tun haben", sagte der Regionalpräsident von Trentino-Südtirol, Maurizio Fugatti. Bis zu 14 Bergsportler wurden bei der Bergkatastrophe verletzt.

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Die Such- und Bergungsarbeiten an der Marmolata waren am Sonntagabend unterbrochen worden, weil die Gefahr bestand, dass weitere Eisblöcke abgehen könnten. Das gesamte Gebiet rund um den Gletscher wurde für die Öffentlichkeit gesperrt. Ministerpräsident Mario Draghi drückte den Opfern und Hinterbliebenen sein Beileid aus und ließ sich über die Rettungsmaßnahmen und die Ermittlungen auf dem Laufenden halten.

Extrembergsteiger und Umweltschützer Reinhold Messner sieht in dem Unglück eine Folge des Klimawandels und der Erderwärmung. "Diese fressen die Gletscher weg", sagte der 77-Jährige im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Der Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner
Der Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner © Roland Weihrauch/dpa

An den Abbruchkanten der Gletscher bilden sich dann sogenannte Eistürme - Seracs genannt - "die so groß sein können wie Wolkenkratzer oder Häuserzeilen", erklärte Messner. Vorfälle wie an der Marmolata "werden wir häufiger sehen", prognostizierte er, denn "heute gibt es viel mehr Fels- und Eisabbrüche als früher".

Und diese können dann furchtbare Folgen haben wie am Sonntag auf dem Massiv an der Grenze zwischen den Regionen Trentino-Südtirol und Venetien. Der sichtlich geschockte Bergretter Luigi Felicetti berichtete von dem Einsatz: "Als wir vor Ort ankamen, bot sich uns ein unglaubliches Bild. Überall lagen Eisblöcke und riesige Steine."

Die Nachrichtenagentur Ansa zitierte Ermittler, wonach sich an dem Berg ein "unvorstellbares Blutbad" abgespielt habe, nach dem "es schwer sein wird, die Identität der Opfer festzustellen, denn die Körper wurden zerstückelt" von den Eis- und Steinbrocken. (dpa)