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US-Präsident Biden zu Kandidatur: "Ich bleibe im Rennen"

Trotz des TV-Debakels gegen Trump erklärt Biden, dass er im Präsidentschaftsrennen bleiben will. Ob er dem wachsenden Druck standhalten kann, bleibt abzuwarten.

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US-Präsident Joe Biden winkt auf dem Weg zur Air Force One auf einer Wahlkampfreise. Biden will weitermachen.
US-Präsident Joe Biden winkt auf dem Weg zur Air Force One auf einer Wahlkampfreise. Biden will weitermachen. © Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

Washington. Joe Biden besteht nach dem TV-Debakel gegen seinen republikanischen Herausforderer Donald Trump darauf, im Präsidentschaftsrennen zu bleiben. "Lassen Sie mich das so klar sagen, wie ich kann: Ich bleibe im Rennen. Ich werde Donald Trump schlagen", sagte der 81 Jahre alte US-Präsident bei einem Wahlkampfauftritt in Madison im US-Bundesstaat Wisconsin.

Der Demokrat kämpft aktuell an allen Fronten, um seine Präsidentschaftskandidatur zu retten. In den vergangenen Tagen ist der Druck auf ihn deutlich gewachsen - sowohl einige Parteimitglieder als auch Großspender haben sich gegen ihn gestellt. Es ist offen, ob Biden diesem Druck langfristig standhalten kann.

Biden tritt selbstbewusst auf

"Wenn man am Boden liegt, steht man wieder auf", sagte der Demokrat vor jubelnden Anhängern. Mit Blick auf seinen Kontrahenten Trump sagte Biden: "Ich kann es kaum erwarten, Leute, konzentrieren wir uns auf das, was wirklich wichtig ist, nämlich gegen den größten Lügner und die größte Bedrohung anzutreten."

Biden hatte vor einer Woche bei dem abendlichen Fernseh-Duell mit seinem republikanischen Herausforderer Donald Trump einen desaströsen Auftritt hingelegt, sich mehrfach versprochen und den Faden verloren. Nach dem Auftritt entbrannte in den USA eine Debatte darüber, ob Biden wirklich der richtige Kandidat der Demokraten für die Präsidentenwahl im November ist.

Der älteste Präsident in der US-Geschichte beharrt allerdings darauf, fit genug für eine weitere Amtszeit zu sein und zeigt sich unbeirrt. So deutlich und selbstbewusst wie bei seinem Auftritt in Wisconsin hatte er sich aber zuvor noch nicht geäußert.

Alle Augen auf Biden

Der 81-Jährige steht unter intensiver Beobachtung - jeder Auftritt wird genau verfolgt. Biden tut sich bei Auftritten, bei denen er nicht vom Teleprompter ablesen kann, oft schwer. Er verhaspelt sich regelmäßig, verwechselt Namen und Orte. Das dürfte einer der Gründe sein, warum der Demokrat kaum TV-Interviews gibt.

Offenbar war der Druck nun aber so groß, dass Biden heute TV-Journalist George Stephanopoulos in Wisconsin Rede und Antwort stehen will. Das gesamte Interview soll zur besten Sendezeit (2.00 Uhr in der deutschen Nacht zum Samstag) ausgestrahlt werden. Der Auftritt gilt als bedeutende Bewährungsprobe.

Biden hat die Präsidentschaftskandidatur für seine Partei eigentlich sicher - offiziell soll er beim Parteitag der Demokraten in Chicago im August gekürt werden. Bei den Vorwahlen hat der US-Präsident die nötigen Delegiertenstimmen dafür gesammelt. Nennenswerte Konkurrenz hatte er im Vorwahlkampf nicht. Offen ist nun, ob er doch noch das Handtuch wirft. (dpa)