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Weltbank sorgt sich um schwache Entwicklungsländer

Die Weltbank hofft bei ihrem Kampf gegen die Armut auf Schützenhilfe der aufstrebenden Länder. Doch deren Konjunktur bleibt das dritte Jahr in Folge hinter den Erwartungen zurück. Der Eurozone gehe es hingegen besser.

Washington. Die Weltbank macht sich Sorgen über die anhaltende Konjunkturschwäche in den Entwicklungs- und Schwellenländern. Das Wachstum in diesen Staaten werde in diesem Jahr bereits zum dritten Mal in Folge insgesamt unter 5 Prozent bleiben, erklärt die Organisation in ihrem jüngsten Weltwirtschaftsausblick, der am Mittwoch in Washington vorgelegt wurde.

Dies sei zu wenig, um dort genügend Arbeitsplätze zu schaffen und das Leben der ärmsten 40 Prozent der globalen Bevölkerung entscheidend zu verbessern, sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim laut einer Mitteilung bei der Vorstellung des Berichtes. Vor allem die Zahlen für das südliche Afrika, Indien und den Nahe Osten seien enttäuschend.

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Für das laufende Jahr korrigierte die Weltbank ihre Wachstumsprognose für die Entwicklungs- und Schwellenländer auf 4,8 Prozent nach unten. Im Januar hatte sie noch mit 5,3 Prozent gerechnet. Die Absenkung habe zwar auch globale Gründe, etwa die Krise in der Ukraine, der extrem kalte Winter in den USA und die volkswirtschaftlichen Anpassungen in China.

„Die Länder müssen sich eindeutig schneller bewegen“

In den Staaten selbst gebe es aber zunehmend Produktionsengpässe und zu langsame Fortschritte bei Modernisierungen. „Die Länder müssen sich eindeutig schneller bewegen und mehr in inländische Strukturreformen investieren“, sagte Kim. Mit Blick auf die kommenden beiden Jahre hält die Weltbank jedoch an ihrer Prognose fest, dass die Wirtschaft der aufstrebenden Staaten insgesamt um 5,4 und 5,5 Prozent wachsen wird.

Auch ihre Schätzung für das Wachstum der gesamten Weltwirtschaft reduzierte die Organisation. 2014 lege das Bruttoinlandsprodukt (BIP) insgesamt um 2,8 Prozent zu. Zuvor hatte sie ein Plus von 3,2 Prozent angenommen. Unverändert blieb aber die Aussicht auf 2015 und 2016. Dann betrage der Zuwachs 3,4 beziehungsweise 3,5 Prozent. Im Vorjahr wurde das Wachstum mit 2,4 Prozent berechnet.

Deutlich besser als bisher angenommen dürfte sich die Konjunktur laut der Weltbank in der Eurozone entwickeln. Während die Wachstumsrate wie bislang angenommen in diesem Jahr bei 1,1 Prozent liegen soll, steigt sie demnach 2015 auf 1,8 Prozent und 2016 auf 1,9 Prozent. Bislang lag die Prognose bei 1,4 und 1,5 Prozent.

Abstriche gab es hingegen für die USA. Statt 2,8 Prozent werde die amerikanische Wirtschaft in diesem Jahr nur 2,1 Prozent wachsen. In den kommenden beiden Jahren lege sie dann aber auf jeweils 3,0 Prozent zu.

Insgesamt stellt die Entwicklungshilfe-Organisation der globalen Ökonomie aber ein gutes Zeugnis aus. Sie sei heute insgesamt gesünder als in den Jahren nach der zurückliegenden Krise. „Aber wir sind noch nicht über dem Berg“, betonte Weltbank-Chefvolkswirt Kaushik Basu laut einer Mitteilung. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um sich auf die nächste Krise vorzubereiten.“ (dpa)