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Weltbild-Mitarbeiter bekommen noch Geld

Augsburg. Drei Tage nach der Insolvenz-Anmeldung des katholischen Weltbild-Verlages hat sich der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz gestern den Beschäftigten vorgestellt. Es gebe zur Lage des Unternehmens...

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Augsburg. Drei Tage nach der Insolvenz-Anmeldung des katholischen Weltbild-Verlages hat sich der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz gestern den Beschäftigten vorgestellt. Es gebe zur Lage des Unternehmens nichts zu beschönigen, aber auch die Guthabenseite sei nicht leer, sagte Geiwitz bei einer Mitarbeiterversammlung im Augsburger Verlagsgebäude. Denn Weltbild sei eine gute Marke und habe treue Kunden.

Er könne den Beschäftigten die Unsicherheit nicht nehmen, aber als Insolvenzverwalter werde er mit seinen Kollegen alles tun, damit das Unternehmen weitermachen könne, sagte Geiwitz den Abgaben zufolge. Eine Firmenauflösung sei ein Albtraum. Geiwitz‘ Kanzlei Schneider, Geiwitz & Partner hatte auch die Schlecker-Pleite verwaltet. Neben den Mitarbeitern und dem Management suche er nun zunächst das Gespräch mit Lieferanten, Großkunden, Gesellschaftern sowie Finanzierungspartnern, kündigte der Anwalt an.

Verdi erhebt Vorwürfe gegen Kirche

Wie Geiwitz sagte, bekommen die Weltbild-Beschäftigten planmäßig ihr nächstes Gehalt. Es sei gelungen, die Vorfinanzierung des Insolvenzgelds zu sichern, damit könnten alle Mitarbeiter zum Monatswechsel ihr Gehalt bekommen.

Weltbild hatte am Freitag Insolvenz angemeldet, nachdem die katholischen Gesellschafter eine weitere Finanzierung für die Sanierung abgelehnt hatten. Die Verlagsgruppe mit rund 6 300 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von zuletzt fast 1,6 Milliarden Euro gehört zwölf Bistümern, dem Verband der Diözesen Deutschlands und der katholischen Soldatenseelsorge in Berlin. Die Gewerkschaft Verdi wirft den Kirchen Verantwortungslosigkeit gegenüber den Mitarbeitern, „Kapitalismus in Reinkultur“ und Verstoß gegen die katholische Soziallehre vor. (dpa)

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