merken

Dippoldiswalde

Kommt das Osterzgebirge zu kurz?

Gleich drei Welterbestätten befinden sich zwischen Altenberg und Dippoldiswalde. Doch im Mittelpunkt stehen andere.

Welterbestätte in Altenberg: der ehemalige Zinnerz-Zentralschacht im Europark.
Welterbestätte in Altenberg: der ehemalige Zinnerz-Zentralschacht im Europark. © Egbert Kamprath

Die Osterzgebirgler hatten schon immer mal das Gefühl, nicht nur geografisch am Rand des Mittelgebirges zu liegen. Sie fanden hin und wieder, dass ihre Region im Erzgebirge und damit auch in der Außenwirkung etwas zu kurz kommt. Dieses Gefühl beschleicht manchen gerade wieder, so etwa Siegfried Rinke aus Lauenstein. 

Er hat aus der Sächsischen Zeitung erfahren, dass der Vorstand des Vereins "Welterbe Montanregion Erzgebirge" Besucherzentren schaffen will, um das neue Welterbe im sächsisch-böhmischen Bergbaugebiet Besuchern umfassend nahe zu bringen. Dafür wurden die Welterbestädte Schneeberg, Annaberg-Buchholz, Marienberg und Freiberg angefragt.  Rinke, der auch in Altenberg Stadtrat ist, war darüber verwundert und fragte in der jüngsten Ratssitzung: "Und wo bleibt Altenberg?"

Mit SZ-Reisen die Welt entdecken

Bei SZ-Reisen findet jeder seine Traumreise. Egal ob Kreuzfahrt, Busreise, Flugreise oder Aktivurlaub - hier bekommen Sie für jedes Reiseangebot kompetente Beratung, besten Service und können direkt buchen.

"Das Osterzgebirge ist nicht richtig vertreten", findet Rinke. Dabei befinden sich  von den insgesamt 22 Bestandteilen der Montanregion Erzgebirge/Krušnohori drei hier in der Region. Neben der Montanlandschaft Altenberg-Zinnwald und dem einstigen bergbaulichen Verwaltungssitz in Lauenstein mit Schloss und Kirche sind das nämlich auch noch die hochmittelalterlichen Silberbergwerke in Dippoldiswalde. "Wir müssen uns ernsthaft Gedanken machen, dass wir auch mehr für unsere Region werben", sagt Rinke.

Zwar soll es auch noch Welterbe-Infopunkte geben, sozusagen als erste Anlaufstelle für Welterbe-Interessierte. Einer ist zum Beispiel bereits im Museum für mittelalterlichen Bergbau (Miberz) in Dippoldiswalde. Ein zweiter im Osterzgebirge befindet sich im tschechischen Krupka (Graupen). Aber auch das kann Rinke nicht zufriedenstellen. "Sollen die Besucher erst nach Krupka fahren, um zu erfahren, dass es in Altenberg Welterbestätten gibt?", fragte er.

Der Altenberger Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) sieht das ähnlich. Er weiß, dass die Anforderungen an ein Welterbe-Besucherzentrum hoch sind. So müssten diese an 365 Tagen im Jahr mindestens von 8 bis 16 Uhr geöffnet sein. 

Aber die Stadt hat schon Ambitionen, bei der Vermittlung des Welterbes eine größere Rolle zu spielen und damit auch mehr Aufmerksamkeit der Gäste auf sich zu ziehen. "Meine persönlichen Vorschläge wurden bisher nicht berücksichtigt", so Kirsten. Er hofft, dass sich der Fokus noch ein Stück weit zugunsten des Osterzgebirges verschiebt - auch mit Blick auf die Welterbestätte in Dippoldiswalde.

Mehr Nachrichten aus Dippoldiswalde lesen Sie hier.