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Weltreisender in Sachen Fußball

Bernd Stange war schon im Ruhestand, doch jetzt geht er als Trainer nach Syrien.

© picture alliance / dpa

Von Sven Geisler

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Es ist eine heikle Mission. Mal wieder begibt sich Bernd Stange als Trainer auf politisch schwieriges Terrain, auch wenn er betont: „Mein Thema ist der Fußball. Aus der Politik halte ich mich raus.“ Er übernimmt die Nationalmannschaft Syriens, soll sie beim Asien-Cup 2019 zu Siegen führen. Wenn er das schafft, verhilft er mindestens indirekt dem Assad-Regime im vom Bürger- und Stellvertreterkrieg geschundenen Land zu einem Prestigeerfolg.

Das hatten ihm die Kritiker auch vor 15 Jahren vorgeworfen, als er in den Irak ging. Doch nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein habe er „für die gleiche Arbeit wie vorher den Fifa-Präsidenten-Preis erhalten“, sagte Stange jetzt dem Fußballmagazin Kicker. Seit 1995 ist der in Gnaschwitz bei Bautzen geborene Stange als Weltreisender in Sachen Fußball unterwegs, es ist seine achte Station im Ausland. Beworben hatte er sich darum nicht, sondern ist vom syrischen Verband per E-Mail eingeladen worden. Auf der Fahrt nach Damaskus habe er „schon ein mulmiges Gefühl“ bekommen. „Allerdings habe ich Damaskus dann als lebendige Stadt erlebt.“ Auch die syrische Liga stehe voll im Saft, die Spiele fänden vor großen Kulissen statt.

Der frühere Auswahlcoach der DDR hat nach der Wiedervereinigung bei Hertha BSC und dem VfB Leipzig gearbeitet, jenseits der Grenzen jedoch mehr Wertschätzung gefunden. In der Ukraine, Australien und auf Zypern wurde er als Trainer des Jahres gewählt. Mit dem Irak schaffte er die Qualifikation für Olympia 2004, musste sein Amt aber kurz vorher aus Sicherheitsgründen aufgeben. Schon mit der DDR war er um die Teilnahme gebracht worden durch den Boykott der Spiele 1984. Mit Syrien würde er also, dann 70 Jahre alt, sein erstes großes Turnier erleben. Das ist der Reiz, knapp zwei Jahre nach seinem bislang letzten Engagement in Singapur den Ruhestand noch einmal zu unterbrechen.

Stange übernimmt eine „tolle Mannschaft“, wie er sagt. In der Quali zur WM in Russland war sie erst in der Verlängerung an Australien gescheitert. „Ich will die Jungs kennenlernen, werde also zu den 20 Klubs reisen“, sagt er. Außerdem möchte er eine Olympiaauswahl bilden mit den Talenten. Einer, der dafür infrage käme, könnte Aias Aosman von Dynamo Dresden sein. Gut möglich also, dass Stange demnächst auf Heimatbesuch kommt.