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Wenig Zulauf bei Heimatschützern

Erstmals demonstrierte die „Initiative Heimatschutz“ auf dem Markt im Meißen. Es kam, sah und schrie: Curd Ben Nemsi.

© Claudia Hübschmann

Von Christoph Scharf

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Meißen. „Merkel muss weg, Merkel muss weg“ – mit diesem Sprechchor zog gestern die Initiative Heimatschutz durch die Altstadt. Zum ersten Mal hatte die umstrittene Gruppierung direkt vor dem Meißner Rathaus demonstrieren dürfen. Die Stadt hatte sich mit ihrer ablehnenden Haltung beim zuständigen Landratsamt nicht durchsetzen können. Händler und Gastronomen rund um den Markt löschten deshalb aus Protest fast ausnahmslos das Licht in den Schaufenstern und schlossen ihre Türen.

Die Zahl der Unterstützer der Initiative blieb aber überschaubar – erst deutlich nach 19 Uhr hatten sich rund 150 Sympathisanten eingefunden. Sie lauschten einem Auftaktredner, der mit schreiender Stimme einerseits das Recht zum Widerstand im Grundgesetz beschwor und gleichzeitig in Reichsbürger-Manier Angela Merkel als „Chefin der BRD-GmbH“ bezeichnete. In der Asyl-Frage habe sie keinen Plan. „Ein Plan wäre es, die Asylanten einzufangen, zu registrieren, sie wieder abzuschieben.“ Die kämen ohnehin nur, um sich deutsche Steuergelder zu holen.

Hauptredner des Abends war ein als Curd Ben Nemsi auftretender Rheinländer. Er brüstete sich mit Gefängnis-Erfahrungen, stellte Angela Merkel als Marionette dar und forderte, dass von Meißen aus ein Signal für ganz Deutschland ausgehe. Bis Mitte November will die Initiative Heimatschutz nun im gewohnten Takt weiter demonstrieren.