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Weniger Asphalt für Feldwege geplant

Die Initiative für einen ökologischen Ausbau im Flurneuordnungsgebiet hat einen Teilerfolg errungen. Nicht alle sind damit zufrieden.

© André Braun

Von Heike Heisig

Leisnig. Hausaufgaben hat Erik Sefkow, der Vorstandsvorsitzende der Teilnehmergemeinschaft im Flurneuordnungs-Verfahren Altenhof, bei einer Versammlung der Gemeinschaft im November „aufgebrummt“ bekommen. Aus den Diskussionen in dieser Runde nahm der Vorstand zwei Schwerpunkte mit. „Der Versiegelungsgrad der geplanten Wegebaumaßnahmen soll geringer ausfallen“, erklärt Sefkow. Die zweite Aufgabenstellung sei gewesen, die finanzielle Belastung im gesamten Verbandsgebiet beizubehalten. Die liegt dem Vorstandschef zufolge bei 300 Euro pro Hektar. Mit diesem Beitrag müssen sich die Landeigentümer an geplanten Verbesserungen der Infrastruktur beteiligen.

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Mit diesem Arbeitsziel habe es im Dezember ein Gespräch mit Vertretern der Bürgerinitiative gegeben. Wie der DA berichtete, haben sich mehrere Landeigentümer, aber auch Naturschützer zusammengetan, um ihren Unmut über die „alten“ Pläne kundzutun. Die sahen vor, Feldwege im Flurneuordnungsgebiet auf nahezu zehn Kilometern mit einer Asphaltdecke zu versehen. Die Gegner dieses Ausbaus führten dagegen ökologische Gründe ins Feld. Aber sie lieferten auch alternative Ausbauvorschläge. Dazu gehörte eine sandgeschlämmte Schotterdecke, wie sie der Forst auch zum Bewirtschaften des Waldes unterhält. Oder der Ausbau mit Ökopflaster. Den bevorzugt auch die Kommune, weil diese Wege von der anschließenden Pflege am unkompliziertesten sind. Selbst mit einem reinen Ausbessern der Schlaglöcher im Bereich der Feldzufahrten zeigten sich einige Mitglieder der Initiative schon zufrieden.

Über diese Alternativen haben die Bürger und die Mitglieder des Vorstandes der Teilnehmergemeinschaft gesprochen, vorher erneut Argumente ausgetauscht. „Im Ergebnis hat der Vorstand den Beschluss gefasst, den Wege- und Gewässerplan zu modifizieren“, sagt Erik Sefkow.

Das ist in den vergangenen Wochen passiert. „Die Beschlüsse und die textlichen Erklärungen wurden eingearbeitet“, so der Vorstandschef. An zwei Beispielen verdeutlicht er die Änderungen: Eine betrifft den Weg, der im Südosten aus Altenhof herausführt und in den Plänen als 1. Abschnitt des Roten Grundes bezeichnet ist. „Der wird auf eine reine Feldauffahrt reduziert. Der damit geschaffene finanzielle Puffer erlaubt der Teilnehmergemeinschaft, den Mühlenweg und die auch als Heuweg bekannte Kirchallee in Pflasterbauweise statt in Asphalt auszubauen“, sagt Sefkow. Zusätzlich kündigt er am vorhandenen Asphaltweg nach Klosterbuch das Pflanzen von Bäumen und Hecken an. „Dadurch entsteht ein weiterer durchgängiger Biotopverbund.“

Einigen Mitgliedern der Bürgerinitiative gehen die Änderungen nicht weit genug. Ronald Köllner dagegen kann mit dem Kompromiss leben. „Wir konnten überhaupt etwas bewirken“, findet er.

Zum weiteren Verfahrensweg erklärt Sefkow, dass nun die naturschutzrechtlichen Gutachten in Auftrag gegeben werden. „Im Anschluss daran prüft die obere Flurbereinigungsbehörde die Pläne und genehmigt sie gegen Ende 2019 hoffentlich auch.“ Erst dann könne die Teilnehmergemeinschaft die Detailplanung beauftragen und die Bauleistungen ausschreiben. Der Vorstandschef geht davon aus, dass sich auf den Wegen selbst frühestens 2021 etwas tut und dort die Bauarbeiten starten.

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