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Weniger Autodiebstähle in Sachsen

Die „Soko KfZ“ ermittelte in den letzten Jahren Tausende Tatverdächtigte. Doch die meisten Fälle bleiben unaufgeklärt.

© Arno Burgi/dpa

Von Gunnar Saft

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Dresden. Autodiebstähle, oft durchgeführt von professionell organisierten Banden, reißen in Sachsen nicht ab. Der Freistaat reagierte darauf mit der Gründung der „Soko Kfz“. Und die Arbeit dieser Sonderkommission wirkt sich mittlerweile aus.

Laut einer neuen Statistik des sächsischen Innenministeriums ist die Zahl der Kfz-Diebstähle in Sachsen allein im Zeitraum von 2013 bis 2016 um 13,7 Prozent gesunken. Wurden zunächst immerhin 3 344 entsprechende Delikte pro Jahr erfasst, waren es später nur noch 2 866. Dieser Rückgang, so Innenminister Roland Wöller (CDU), habe auch im vergangenen Jahr angehalten. So wurden im ersten Halbjahr 2017 insgesamt 1 257 Autodiebstähle registriert. Das sei ein Rückgang um rund 22 Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten im Jahr 2016. Die Statistik für das komplette Vorjahr steht noch aus.

Neben sinkenden Fallzahlen können Polizei und Sicherheitsbehörden aber auch auf eine leicht angestiegene Aufklärungsquote verweisen. Lag diese im Jahr 2013 bei 24 Prozent, waren es zuletzt 27,8 Prozent.

Insgesamt wurden innerhalb von viereinhalb Jahren 3 297 Tatverdächtige ermittelt. Seit Bestehen der „Soko Kfz“ führte diese zudem fast 1 200 Ermittlungsverfahren zum Vorwurf des schweren Bandendiebstahls durch. Im Ergebnis kam es bisher zu 73 Verurteilungen zu Freiheitsstrafen. Acht Mal wurden dabei Haftstrafen von bis zu fünf Jahren, in weiteren fünf Fällen sogar darüber hinaus ausgesprochen.

Bei den ermittelten Tatverdächtigen handelte es sich in den vergangenen Jahren mehrheitlich um Deutsche. Der Anteil von Ausländern stieg aber zuletzt von 32 Prozent auf 46 Prozent (2016). Dabei handelte es sich bei mehr als der Hälfte um Polen. Danach folgen Tschechen und Litauer.

Innenminister Wöller setzt auch in Zukunft auf die Sonderkommission: „Die Soko Kfz leistet eine sehr erfolgreiche Arbeit. Dank der Bündelung und Vernetzung unserer auf Autodiebstähle spezialisierten Ermittler seit Herbst 2013, konnten wir unsere gesteckten Ziele erreichen: Die internationale Kfz-Verschiebung in Sachsen wurde zurückgedrängt, Tätergruppierungen konnten aufgedeckt werden.“ Zudem habe es sich bewährt, die Soko dienststellenübergreifend beim Landeskriminalamt zu konzentrieren. Der Minister kündigte ein aktualisiertes Einsatzkonzept für den Kampf gegen Autodiebstähle an, das auf den Arbeitsergebnissen der Soko basiert.

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