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Weniger Brände, mehr Sturmeinsätze

Feuerwehr und Rettungsdienst ziehen Bilanz für 2017. Eine Tierseuche und ein Orkan machten zusätzliche Arbeit.

© Roland Halkasch

Von Christoph Springer

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Die Häuser in Dresden sind sicherer und die Baustoffe besser geworden. Das sind laut Feuerwehrchef Andreas Rümpel zwei Gründe dafür, dass die Zahl der Brände 2017 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken ist. Das bedeutet aber nicht, dass die Feuerwehr in diesem Jahr weniger Arbeit hatte. Andere Einsatzgründe hielten die Brandschützer und Retter auf Trab. Dazu trugen unter anderem viele Sturmschäden bei. Die Gesamtzahl der Einsätze war aber nahezu konstant. 2016 waren es reichlich 27 600, 2017 knapp 27 800.

Ein Mensch kam in einem Feuer ums Leben

Am 15. November 2017 brennt eine Wohnung im zweiten Stock eines Mehrfamilienhauses an der Franz-Latzel-Straße in Niedersedlitz. Als die Feuerwehr eintrifft, steht bereits die gesamte Wohnung in Flammen. Der 87-jährige Mieter kann nur noch tot geborgen werden. Dieses Feuer war einer von fünf Großbränden im vergangenen Jahr. Zu dieser Kategorie gehörten auch der Brand mehrerer Lauben Anfang Februar in einer Sparte am Emerich-Ambros-Ufer, Feuer bei Entsorgungsunternehmen im Lockwitzgrund im März und am Hammerweg im August sowie ein Dachstuhlbrand Ende Oktober an der Bühlauer Straße in Schullwitz. 2017 rückte die Dresdner Feuerwehr zu insgesamt 735 Bränden aus. Im Jahr zuvor waren es 820.

Großeinsatz nach Sturmtief Herwart Ende Oktober

2016 war Petrus gnädig. Die Feuerwehr musste nur 79 Sturmschäden beseitigen. 2017 war das ganz anders. Ursache dafür war vor allem das Sturmtief Herwart am 29. Oktober. Allein danach musste die Feuerwehr zu 340 Einsätzen ausrücken und umgestürzte Bäume entfernen, abgebrochene Äste entsorgen oder beschädigte Gebäude sichern. Kleinere Sturmschäden hatten die Spezialisten mit Leitern und Kettensägen schon am 22. Juni und am 5. Oktober beschäftigt. Die Zahl der Einsätze stieg 2017 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt um fast 600 Prozent auf 551.

Der Rettungsdienst leistet die meiste Arbeit.

Knapp 20 300 Rettungsdiensteinsätze stehen in der Feuerwehrbilanz für das vergangene Jahr. Keine andere Einsatzart ist häufiger für die Mitarbeiter des städtischen Brand- und Katastrophenschutzamtes. Das sind vier Prozent weniger als 2016. Dabei setzt sich ein Trend fort, den die Verantwortlichen seit Jahren beobachten: Die Rettungswagen werden besonders häufig gebraucht. 15 660 Einsätze zählte das Brand- und Katastrophenschutzamt im vergangenen Jahr. Bürgermeister Detlef Sittel (CDU), dem die städtische Feuerwehr und der Rettungsdienst zugeordnet sind, sieht seine Zukunftsstrategie bestätigt. Weil mehr qualifizierte Retter gebraucht werden, hat die Stadt erstmalig die Fortbildung der bereits aktiven Rettungsassistenten zu umfassender ausgebildeten Notfallsanitätern übernommen. Auch die Berufsfeuerwehr bildet inzwischen selbst aus. So soll gesichert werden, dass es in Dresden auch künftig genug Brandschützer gibt. Der Hintergrund: Die Ausbildungsplätze in der Feuerwehrschule in Nardt bei Hoyerswerda reichen nicht für ganz Sachsen. Dazu bekommt die Dresdner Feuerwehr in der Wache Albertstadt an der Magazinstraße unter anderem ein neues Übungshaus, in dem Brände simuliert werden können.

Brandschützer müssen auch tote Tiere entsorgen

721 Mal musste die Feuerwehr 2017 Tiere abholen, die gestorben sind. Das waren fast 73 Prozent mehr als 2016. Grund für den Anstieg waren vor allem die Auswirkungen der Vogelgrippe Anfang des vergangenen Jahres.

Feuerwehr rettet gefesselten Mann

Der Fuß war dick, denn die Handschelle war zu eng, mit der eine Dresdnerin ihren Mann im vergangenen Jahr beim Liebesspiel gefesselt hat. Die Feuerwehr war gefragt, um den lädierten Romeo zu befreien.