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Weniger Geld für Weißenberg, mehr für Cunewalde

Der Kulturraum der Oberlausitz hat am Donnerstag über Fördermittel und Investitionen entschieden.

Weniger Geld vom Kulturraum bekommt die Alte Pfefferküchlerei in Weißenberg. © Wolfgang Wittchen

Bautzen/Kamenz. Warten. Für die Krabatmühle in Schwarzkollm, das Team vom Neiße-Filmfestival und die Macher des Soziokulturzentrums Rabryka in Görlitz ist noch längst nichts klar. „Es besteht Gesprächsbedarf“, sagt der Görlitzer Landrat Bernd Lange. Er ist zugleich Vorsitzender des Kulturraums Oberlausitz-Niederschlesien. Dieses Gremium verteilt Geld vom Freistaat und den Kommunen an Museen, Zoos und andere Kultureinrichtungen in der Region.

Auch die Krabatmühle, die Rabryka und das Filmfest profitieren davon – aber bei Projekten beziehungsweise Investitionen. Die drei haben aber beantragt, eine Grundförderung (institutionelle Förderung) zu erhalten. Die bietet mehr Sicherheit. Der Kulturkonvent als Entscheidungsorgan hat am Donnerstag in einer Klausur darüber beraten, einen Beschluss fassen will das Quartett erst Mitte des Jahres. Die weiteren Ergebnisse und Informationen aus der Sitzung fasst die SZ zusammen.

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Mitreden: Stadt Görlitz darf jetzt im Kulturraum mitentscheiden

Bislang gab es – zumindest gefühlt bei einigen Kulturverantwortlichen – ein regionales Ungleichgewicht im Kulturkonvent. Dort sitzen die beiden Landräte der Oberlausitz beziehungsweise ihre Vertreter und der Direktor der Stiftung für das Sorbische Volk. Das hieße 2:1 für den Landkreis Bautzen, denn dort hat die Stiftung ihren Sitz. Seit 1. Januar ist die Stadt Görlitz Mitglied im Konvent und darf mitentscheiden. Vertreten wird die Neißestadt von Kulturbürgermeister Michael Wieler.

Rausgefallen: Für Pfefferkuchen in Weißenberg gibt es weniger Geld

Für die Alte Pfefferküchlerei in Weißenberg gibt es weniger Geld. Statt 11 000 Euro an Grundförderung sind es noch 8 990 Euro, allerdings lediglich als Projektförderung. Die Einrichtung, die von einem Verein getragen wird, ist aus der Grundförderung herausgerutscht, weil sie „die Kriterien dafür nicht erfüllt“, hieß es vonseiten des Kulturkonvents. Die schreiben zum Beispiel vor, dass eine Einrichtung mindestens anderthalb Stellen für Fachpersonal haben, mindestens zwei Sonderausstellungen pro Jahr anbieten und seine Sammlung ständig ausbauen muss. Geld bekommen die Weißenberger jetzt erst einmal für den Ausbau der Museumspädagogik und für konservatorische Maßnahmen.

Aufgestockt: Der Museumsverbund bekommt knapp 170 000 Euro mehr

„Am Limit“ fahren die Mitarbeiter des Schlesisch-Oberlausitzer Museumsverbundes, wenn es um Führungen, größere Veranstaltungen oder die Absicherung der Öffnungszeiten geht – das Geld reiche nicht. Das sagt Geschäftsführer Sven Mimus. Vier Einrichtungen gehören zum Verbund – das Dorfmuseum Markersdorf, Schloss Krobnitz, das Granitabbaumuseum Königshain sowie das Ackerbürgermuseum in Reichenbach. Für den Verbund wurde ein Entwicklungskonzept erstellt. Außerdem soll mit den Gesellschaftern des Verbundes die Grundfinanzierung angepasst werden. Das geht nicht von jetzt auf gleich. Darum hatte der Verbund Geld beim Freistaat Sachsen beantragt, aber nicht bekommen. Stattdessen erhöht der Kulturraum die institutionelle Förderung 2019 zunächst um rund 170 000 Euro auf reichlich 288 000 Euro.

Investiert: Für Instrumente, Möbel, Technik und Neugestaltung gibt es Geld

Mit über 908 000 Euro unterstützt der Kulturraum dieses Jahr Investitionen in Zoos, Museen, Musikschulen, Theatern und anderen Einrichtungen. So gibt es über 99 000 Euro für die Umrüstung von Beleuchtungsanlagen in den Theatern in Zittau und Görlitz. Die Landkreismusikschule Bautzen erhält über 48 000 Euro für Instrumente. An das Soziokulturzentrum Steinhaus Bautzen fließen knapp 19 000 Euro für Kinotechnik. Hintergrund ist, Kinos müssen eine besondere Filmvorführtechnik haben, um Filme von vielen Verleihern zu bekommen. Das Steinhaus hat die bislang nicht, bis Jahresende will man umrüsten. Der Zoo Hoyerswerda wird beim Kauf eines Multicars und das Museum beim Kauf von Mobiliar fürs Depot unterstützt. Das Deutsche Damast- und Frottiermuseum bekommt über 25 000 Euro für die weitere Neugestaltung der Dauerausstellung. Laut Bürgermeister Frank Peuker soll unter anderem der Bereich zur Ortsgeschichte und zur Kirche verändert werden. Es gehe auch um Restaurierungen von Objekten.

Profitiert: Für Kabarett in Cunewalde gibt es Unterstützung aus „Resten“

Im Kulturraumtopf für Projekte war Geld übrig. Zudem hatte die Evangelische Stadtjugendarbeit Görlitz einen Antrag über 15 000 Euro zurückgezogen. Von dem Geld profitiert das Haus des Gastes „Blaue Kugel“ in Cunewalde. Es erhält nun bis zu 51 975 Euro für ein Kabarett-Zentrum.