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Weniger Handysünder erwischt

Die große Übersicht über Verkehrsverstöße in Sachsen: Wo wird gerast, wo telefoniert, wer schnallt sich nicht an?

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© Symbolfoto/ dpa

Von Gunnar Saft

Dresden. Es ist unangenehm und mitunter teuer, wenn man als Autofahrer gegen das Gesetz verstößt – sei es beim Telefonieren am Lenkrad oder durch den Verzicht aufs Angurten. Beamte der fünf sächsischen Polizeidirektionen ahnden jedes Jahr Tausende Ordnungswidrigkeiten. Allerdings müssen sie nicht überall gleich oft eingreifen.

Autofahrer, die im vergangenen Jahr innerhalb der Polizeidirektion Dresden unterwegs waren, haben im Sachsenvergleich 2016 beispielsweise am häufigsten während der Fahrt telefoniert. Das ergeben die Antworten von Innenminister Markus Ulbig (CDU) auf mehrere parlamentarische Anfragen. So wurden dort mit insgesamt 1 759 Fällen die meisten solcher Verstöße registriert. Es folgen die Polizeidirektionen Zwickau (1 409) und Chemnitz (1 200). Die wenigsten Handysünder gab es unterdessen in der Polizeidirektion Görlitz (920).

Die meisten Fahrten ohne den für alle Autoinsassen vorgeschriebenen Anschnallgurt wurden innerhalb der Polizeidirektion Chemnitz festgestellt – 7 525. Die Polizeidirektionen Dresden und Zwickau lagen mit 6  516 beziehungsweise 6 207 Fällen allerdings in einem ähnlich hohen Bereich.

Die landesweit größten Unterschiede traten im Vorjahr schließlich bei den Geschwindigkeitsverstößen auf. Hier führt die Polizeidirektion Chemnitz mit 117 626 geahndeten Fällen die Statistik klar an. In diesem Bereich folgen die Polizeidirektionen Zwickau (85 217) und Leipzig (49 080) erst mit deutlichem Abstand.

Die Ursachen für diese Differenzen, so erklärt das Innenministerium auf Anfrage, seien erst durch umfangreiche Analysen eindeutig zu bestimmen. So müsse geprüft werden, wie viele Kontrolleinsätze es jeweils vor Ort gegeben habe. Zudem könnten die Größe der Polizeidirektionen sowie die Zahl der dortigen Autobahnstrecken und Bundesstraßen eine Rolle spielen.

Neben allen regionalen Unterschieden zeigt die neue Statistik aber auch eine erfreuliche Gemeinsamkeit: So ging die Gesamtzahl der Verstöße in allen Kategorien seit 2013 deutlich zurück. Bei den Handyverstößen von 8 144 auf 6 441 Fälle, beim fehlenden Gurt von 41 238 auf 31 168 Verstöße und bei den Tempoverstößen immerhin noch von 328 331 auf 308 103 Fälle.

Der ADAC Sachsen sieht dafür vor allem zwei Gründe. „Unsere Erfahrung ist, dass zusätzliche Polizeiaufgaben wie in den Bereichen Flüchtlinge oder Fußball tatsächlich für weniger Kontrollen sorgten“, sagt Helmut Büschke, Vorstandsmitglied Technik und Verkehr. „Andererseits führten aber auch viele Öffentlichkeitsmaßnahmen von Vereinen wie dem ADAC, dem Tüv oder der Dekra dazu, dass bei vielen Autofahrern eine höhere Akzeptanz da ist, die geltenden Regeln auch einzuhalten.“