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Weniger jugendliche Flüchtlinge

Der Landkreis Görlitz will darauf reagieren und die Plätze in den Wohngruppen verringern.

© Martin Schutt/dpa

Von Susanne Sodan

Görlitz. 39 minderjährige, unbegleitete Flüchtlinge sind vergangenes Jahr neu im Landkreis Görlitz angekommen. Das ist nur noch ein Bruchteil der Zahl von 2016. Damals wurden 162 junge Flüchtlinge in Obhut genommen, die ohne Erziehungs- oder Sorgeberechtigten im Kreis ankamen.

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Die aktuellen Zahlen zu den unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen sind im jüngsten Jugendhilfeausschuss des Kreises genannt worden: Im Jahr 2017 wurden neun junge Emigranten direkt im Landkreis festgestellt, 35 wurden dem Kreis vom sächsischen Landesjugendamt aus anderen Regionen zugewiesen. Allerdings kamen fünf der Görlitz zugeteilten minderjährigen Flüchtlinge gar nicht im Kreis an. Eine Zahl, die 2016 ebenfalls deutlich größer war. Damals wurden dem Kreis 195 Minderjährige zugewiesen, die unbegleitet nach Deutschland eingereist waren. Von ihnen kamen sogar 46 nicht hier an.

Insgesamt habe sich die Situation im Jahr 2017 sowohl auf Bundes- wie auch auf Landes- und Kreisebene im Vergleich zu den beiden Vorjahren verringert, erklärte Katja Barke im Jugendhilfeausschuss. Derzeit leben rund 90 unbegleitete Minderjährige im Landkreis Görlitz. Die meisten sind zwischen 16 und 18 Jahren alt. Bei den Herkunftsländern steht Afghanistan an der ersten Stelle. Im Jugendhilfeausschuss wurde auch erklärt, dass sich die Hauptfluchtroute geändert hat und deshalb auch mehr Flüchtlinge aus Afrika ankamen. Lediglich neun der jugendlichen Flüchtlinge, die 2017 im Görlitzer Kreis registriert wurden, waren Syrer.

Wer jünger als 18 Jahre und ohne Erziehungs- oder Sorgeberechtigten eingereist ist, wird im Landkreis zunächst von einer Inobhutnahmestelle aufgenommen. Dort sind erstmal zahlreiche Fragen zu klären, unter anderem, ob im Landkreis oder andernorts Verwandte des Jugendlichen oder des Kindes leben. Und auch, ob sie in einem anderen Kreis oder in einer hiesigen Folgeeinrichtung untergebracht werden sollen. Im Kreis Görlitz werden viele der Jugendlichen in Wohngruppen bei verschiedenen Organisationen betreut.

Für dieses Jahr geht die Jugendhilfe davon aus, dass im Kreis mit rund 30 neuen minderjährigen Flüchtlingen ohne Begleitung zu rechnen ist. Gleichzeitig wird für rund 50 Jugendliche die Unterbringung in einer der Folgeeinrichtungen zu Ende gehen, weil sie volljährig werden. Daher rechnet der Kreis damit, dass Ende dieses Jahres etwa 65 bis 70 jugendliche Flüchtlinge in den Wohngemeinschaften leben werden. An diese Zahlen werden nun auch die Plätze für die Inobhutnahme und die Wohngruppen angepasst. Mit den jetzigen Prognosen wären in der Inobhutnahme fünf Plätze ausreichend, wurde im Jugendhilfeausschuss erklärt. In den Wohngruppen soll Platz für 70 Jugendliche sein. Die größten Kapazitäten hatten der Kreis und die Einrichtungen im Jahr 2016 eingerichtet, damals gab es 28 Inobhutnahme- und 90 Wohngruppenplätze, derzeit sind es sieben Obhut- und 76 Wohngruppenplätze.