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Weniger Kröten, Frösche und Molche

Doch nicht nur die Zahl der Amphibien geht jedes Jahr zurück. Es gibt auch immer weniger Helfer an den Zäunen.

© DA-Archiv/Dietmar Thomas

Von Maria Fricke

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Döbeln. Der Arbeitsaufwand ist enorm. Rund 1 150 Stunden sind notwendig, um während der Paarungszeit der Amphibien die Krötenschutzzäune im Landkreis zu betreuen. Darüber informierte vor Kurzem das Landratsamt Mittelsachsen. Die Verwaltung organisiert die Betreuung an den insgesamt 26 Amphibienschwerpunkten im Landkreis. Bisher gab es dafür Unterstützung durch die Naturschutzbünde Freiberg sowie Chemnitz, die jeweils drei Zäune betreuen, sowie durch das Team der Naturschutzstation Weiditz. „Hinzukommen Naurschutzhelfer sowie diejenigen, die in der Umweltwerkstatt des Kreises ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren“, so Lothar Beier, der erste Beigeordnete des Landrates. „Die Beteiligten vollbringen eine große Leistung“, ergänzt der für den Bereich Kreisentwicklung, Verkehr, Umwelt und Technik Verantwortliche. Sie sorgen dafür, dass die Zäune aufgestellt und die dort angebrachten Eimer mit den Kröten, Fröschen und Molchen regelmäßig über die Straße getragen werden.

Doch die Zahl der Helfer nimmt immer weiter ab. „Sie werden immer älter und immer weniger“, so Beier. Daher müssen mehr und mehr bezahlte Arbeitskräfte einspringen und die Aufgabe übernehmen.

Aus diesem Grund sei man bemüht, von der händischen Arbeit wegzukommen und überall dort, wo es im Zuge des Straßenbaus möglich ist, Untertunnelungen für die Amphibien einzurichten. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 300 000 bis 500 000 Euro. Es gebe jedoch entsprechende Förderrichtlinien, sagt Beier. „Das Verfahren ist sehr aufwendig“, ergänzt er. Stationäre Amphibienzäune gibt es bereits an der K 7515 und K 7540 in Paudritzsch sowie an der S 201 im Bereich der Räuberschänke und der S 236 in Leubsdorf. Zäune werden bisher noch unter anderem noch in Obercrossen und Erlau, in Kriebstein sowie in Döhlen bei Ostrau und in Geringswalde aufgestellt.

An den Zäunen wird gezählt

Vorteil der Zäune ist jedoch, dass an diesen auch der Bestand an Tieren erfasst werden kann. Beim Tragen der Eimer über die Straße notieren die Helfer Anzahl und Art der Amphibien. Rund 16 000 Tiere sind dabei im vergangenen Jahr erfasst worden, fast 1 500 Frösche, Lurche und Molche weniger, als noch 2016. In jenem Jahr sind rund 18 500 Tiere gezählt worden, 2015 waren es knapp 19 300.

Beier vermutet, dass die zurückgehenden Zahlen auch mit der Zunahme an stationären Querungshilfen zusammenhängt. Denn an diesen werde der Bestand nicht mehr erfasst. Es werden demnach schlichtweg einfach weniger Tiere gezählt. Die Verluste, die an den Querungshilfen registriert werden, hielten sich nach Angaben der Verwaltung in Grenzen. Als Ursache für die zurückgehenden Zahlen ausgeschlossen wird der Waschbär. „Die Aussage, dass sich das Tier in den Eimer bedient, ist ein Märchen“, sagt Lothar Beier. So etwas hätten die Helfer ab den Zäunen im Kreis bisher noch nicht erlebt.

Am Mittwoch startete die untere Naturschutzbehörde des Landkreises) mit der Umweltwerkstatt, sowie ehrenamtliche Helfer und Naturschutzverbände mit dem Aufbau der mobilen Amphibienschutzanlagen. Es wurde bereits wurde erste der Zaun in Döhlen in der Gemeinde Ostrau aufgebaut.