Merken

Weniger Leute brauchen mehr Wasser

Die Zahl der Einwohner im Gebiet des Wasserverbandes geht zurück. Deshalb werden 2017 Gebühren erhöht.

Teilen
Folgen
© Jens Büttner/dpa

Von Tina Soltysiak

Region. Was haben wir im Sommer geschwitzt. Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke. Kaum Niederschlag. Und das wochenlang. Da muss doch der Wasserverbrauch in die Höhe geschnellt sein. Das mag man denken. Weil auch Kleingärtner Trinkwasser zum Gießen genutzt haben, ist der Tagesverbrauch tatsächlich zum Teil um 500 Kubikmeter höher gewesen als im Durchschnitt. „Im Jahresvergleich macht sich das aber nicht bemerkbar“, erklärt Stephan Baillieu, Geschäftsführer des Wasserverbands Döbeln-Oschatz.

Demografie spiegelt sich im Wasserverbrauch wider

Monatlich werden im Verbandsgebiet zwischen 4,5 und 4,6 Millionen Kubikmeter Trinkwasser verbraucht. Das war 2013, 2014 und 2015 so. Und das, obwohl die Anzahl der Abnehmer im selben Zeitraum gesunken ist. „2013 hatten wir mehr als 104 000 Kunden, im vergangenen Jahr reichlich 1 000 weniger“, erzählt Baillieu. Dieser Trend setze sich weiter fort.

Unternehmen erhöhen die Abnahme der Wassermengen

Dass der Wasserverbrauch trotz des Rückgangs der Bevölkerung insgesamt relativ konstant geblieben ist, hänge mit der wachsenden Anzahl der gewerblichen Abnehmer zusammen, so Stephan Baillieu. In den vergangen zwei Jahren wurden 54 000 Kubikmeter mehr abgenommen.

Wasser aus der Leitung frischer als aus der Plastikflasche

Beim Wasser würden „die Leute sparen wie die Weltmeister“, erklärt Geschäftsführer Baillieu. Zum Teil aber an der falschen Stelle. Denn das Trinkwasser im Verbandsgebiet sei frisch. Lange Standzeiten gebe es nicht. Wie lange das Wasser bereits in den Plastikflaschen lagert, wisse hingegen niemand so genau. Die aktuelle Analyse des Reinwassers aus dem Wasserwerk in Gärtitz, die Mitte Dezember durchgeführt worden ist, hat ergeben, dass es frei von Bakterien ist. Und zwar sowohl bei 22 Grad als auch bei 36 Grad.

Wasserhärte lässt Haushaltsgeräte schneller verkalken

Die Wasserhärte ist in der Region Döbeln immer wieder ein Thema. Sie hängt vom Gehalt an Calcium- und Magnesiumverbindungen ab. Kalkablagerungen in Haushaltsgeräten und an Wasserhähnen sind die sichtbaren Folgen. „Wir haben eine Gesamthärte von 25,9 Grad deutsche Härte“, sagt Stephan Baillieu. Zum Vergleich: In Dresden liegt der Wert bei acht. „In Mücheln in Sachsen-Anhalt zum Beispiel aber bei 40 Grad deutsche Härte“, erklärt er. Die Härte des Wassers spielt etwa beim Wäschewaschen eine Rolle: Je härter, umso mehr Waschmittel ist notwendig.

Wasserverband investiert in Sicherung der Versorgung und Qualität

Wasser sei „das Lebensmittel Nummer eins und deshalb gelten strenge Reglements“, so Stephan Baillieu. Deshalb werden in diesem Jahr mehr als zwei Millionen Euro in die Sicherung der Versorgung und Qualität investiert – unter anderem in die Erneuerung von Hausanschlüssen. Während die Gesamtaufwendungen steigen, sinkt das Jahresergebnis des Wasserverbandes. Unter dem Strich steht für 2015 ein Plus von 130 000 Euro. Für dieses Jahr wird mit etwa 27 000 Euro weniger gerechnet. „2016 wird es definitiv keine Gebührenerhöhung geben. Für 2017 ist allerdings eine Preisanpassung geplant“, sagt der Geschäftsführer.