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Deutschland & Welt

Weniger Luftverkehr macht nicht gesünder

Mit dem Einbruch des Flugverkehrs in der Corona-Krise ist es viel ruhiger geworden. Doch einem echten Gesundheits-Effekt steht noch etwas entgegen.

© Federico Gambarini/dpa

Von Anja Sokolow

Dessau/Frankfurt. Kaum noch Kondensstreifen am Himmel und vor allem: kaum noch Lärm. Der Einbruch des Flugverkehrs in der Corona-Krise sorgt in vielen Regionen für ungewohnte Stille. Vor allem Anwohner in Flughafennähe oder in Einflugschneisen genießen sie. Doch zu langfristigen Effekten für die Gesundheit wird die kurzfristige Ruhe eher nicht führen. "Ein Großteil der Wirkungen von Lärm auf den Menschen entsteht durch eine Lärmbelastung über einen langen Zeitraum, über Monate oder Jahre", sagte Thomas Myck, Lärmexperte beim Umweltbundesamt, der Deutschen Presse-Agentur.

Es sei daher nicht davon auszugehen, dass die kurzfristige Abnahme der Lärmbelastung das bestehende Erkrankungsrisiko durch Verkehrslärm verringere und zum Beispiel zu weniger lärmbedingten Herz-Kreislauf-Erkrankungen führe, sagte Myck anlässlich des Tags gegen Lärm am 29. April.

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Durch die aktuelle Corona-Pandemie sei das Verkehrsaufkommen in Deutschland stark zurückgegangen. Das betreffe insbesondere den gewerblichen Luftverkehr, der praktisch zum Erliegen gekommen sei. "In der Folge hat die Fluglärmbelastung deutlich abgenommen", so Myck.

Anderer Krach wird lauter

Dies zeige ein Vergleich der Dauerschallpegel für März 2020 mit dem Vorjahr. Beispielsweise habe an der Fluglärmmessstelle Klein-Gerau des Frankfurter Flughafens in diesem Zeitraum die Belastung von 63,2 Dezibel auf 53,8 Dezibel am Tag abgenommen. Vorläufige Messungen für April ergaben demnach einen noch geringeren Wert von 46,7 Dezibel.

"Durch den Rückgang des Fluglärms in der Flughafenumgebung treten andere Lärmquellen wie der Straßen- oder Schienenverkehr, die bisher vom Fluglärm überdeckt wurden, stärker in den Vordergrund", so Myck. Es sei daher davon auszugehen, dass sich die tatsächliche Lärmsituation für manche Flughafenanrainer nur wenig verbessert habe. (dpa)

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