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Weniger Nachwuchs, volle Krippen – Wie ist das möglich?

Neustadt hat ausgerechnet, wie viele Plätze es für die Betreuung der Kinder braucht. Es sind gleichzeitig mehr und weniger.

Von Nancy Riegel

Auch im kommenden Jahr werden in den Krippen, Kitas und Horten in Neustadt Plätze frei bleiben. Das ergibt die aktuelle Planung der Betreuungsplätze für das Schuljahr 2019/2020, die Bürgermeister Peter Mühle (NfN) im jüngsten Stadtrat vorstellte. In dieser ist angegeben, wie viele Kinder aus Neustadt und anderen Orten betreut werden müssen und wie viel Kapazität dafür zur Verfügung steht.

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Obwohl deutschlandweit die Zahl der Geburten seit fünf Jahren steigt, sind die Neustädter nicht so nachwuchsfreudig wie erhofft. „Leider müssen wir feststellen, dass die Anzahl der geborenen, wohnhaften Kinder nicht mehr in der Höhe der seit Jahren prognostizierten Zahlen liegt, sondern rückläufig ist“, heißt es in der Bedarfsplanung. Neustadts Hauptamtsleiterin Anja Schneider erläutert, dass zwischen 2007 und 2013 durchschnittlich 100 Babys in Neustadt geboren wurden. Seit 2014 ist diese Zahl gesunken. Die Stadt rechnet nur noch mit 87 Neugeborenen.

Trotzdem wird die Zahl der Betreuungsplätze insgesamt im kommenden Jahr höher sein als jetzt: Das Rathaus rechnet mit 896 Stellen, aktuell sind es 889. Wie kommt es zu diesem Anstieg, wenn doch die Zahl der Geburten rückläufig ist?

Krippe: Mehr Kinder aus umliegenden Gemeinden

In den Krippen steigt die Zahl der zu betreuenden Kleinkinder. Sind dieses Jahr 134 aufgenommen worden, sind es nächstes Jahr 142. „Es werden mehr Krippenkinder aus den umliegenden Gemeinden in Kindereinrichtungen in Neustadt betreut, als dies noch bei der Bedarfsplanung im letzten sowie im vorletzten Jahr der Fall war“, erklärt Anja Schneider die Differenz. Außerdem konnte die Stadt einige Zuzüge verzeichnen. Somit bleiben 2019 voraussichtlich 19 Krippenplätze frei. Übrigens geht laut Planung jedes zweite Kind aus Neustadt in die Krippe.

Kita: Geburtenrückgang macht sich bemerkbar

Im Gegensatz zur Krippe ist bei den Kindergartenplätzen ein deutlicher Rückgang innerhalb eines Jahres zu verzeichnen: Von 356 auf jetzt 324. Fast alle davon leben auch in Neustadt und seinen Ortsteilen, die Stadt rechnet nur mit 13 Fremdkindern in den Einrichtungen. Die gesunkene Zahl der Geburten führt dazu, dass nach aktuellem Stand der Planung 44 Plätze in den Kitas frei bleiben.

Hort: Nur wenige Plätze bleiben

unbesetzt

Der Hort ist in Neustadt die Betreuungsform, die am meisten gefragt ist. Nur acht Plätze bleiben laut Bedarfsplanung nächstes Jahr unbesetzt. Rund 95 Prozent aller Eltern in Neustadt lassen ihre Kinder im Hort betreuen. Die Zahl der Kinder steigt auf 430 an. Aktuell sind es noch 399. Die Hauptamtsleiterin erklärt, dass im Hort derzeit die geburtenstarken Jahrgänge betreut werden – also die, die vor 2013 geboren sind. Außerdem sei die Zahl der Fremdkinder hier relativ hoch: „In der Julius-Mißbach-Grundschule werden auch die Kinder umliegender Gemeinden beschult und betreut, die Deutsch als Fremdsprache erlernen. In der evangelischen Grundschule Hohwald sind ebenfalls viele auswärtige Kinder.“ Im Hinblick auf die sinkende Zahl der Kita-Kinder wird wohl auch in wenigen Jahren die Zahl der betreuten Kinder im Hort abfallen.

Noch sind die Einrichtungen in Neustadt ausreichend besucht. „Der Betreuungsbedarf in den Kategorien Kinderkrippe, Kindergarten und Hort bewegt sich im Rahmen der vorgehaltenen Kapazität“, heißt es in der Bedarfsplanung.