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Weniger Schüler ohne Abschluss

Mehr als 90 Prozent besuchen erfolgreich eine weiterführende Schule. Doch im Vergleich schneidet der Freistaat schlecht ab.

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© dpa

Andrea Schawe

Dresden. Die Zahl der Schulabgänger in Sachsen, die keinen Abschluss haben, sinkt. Das geht aus einer Bildungsstudie des Wohlfahrtsverbands Caritas hervor. Der Anteil der Schüler, die nicht mindestens einen Hauptschulabschluss haben, lag 2015 bei 7,6 Prozent. Das sind etwa 2 300 Jugendliche. 2009 war der Anteil mit 11,1 Prozent noch deutlich höher. Etwa die Hälfte der Schüler in Sachsen verließen 2015 mit einem Realschulabschluss die Schule, knapp ein Drittel mit dem Abitur und zehn Prozent mit einem Hauptschulabschluss oder auch qualifizierenden Hauptschulabschluss.

Sachsen belegt bundesweit den viertschlechtesten Platz. In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ist der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss noch höher. Spitzenreiter ist Sachsen-Anhalt mit 9,9 Prozent. Die wenigsten Schulabgänger ohne Abschluss gibt es in Hessen mit 4,6 Prozent.Deutschlandweit verließ jeder 17. Jugendliche die Schule nach Beendigung ihrer Vollzeitschulpflicht ohne Abschluss.

In den sächsischen Großstädten gibt es die meisten Schüler ohne Abschluss. Vorn liegt Leipzig mit 10,1 Prozent, gefolgt von Chemnitz mit 9,3 Prozent. In Dresden liegt die Quote der jungen Menschen ohne Schulabschluss mit 6,8 Prozent deutlich darunter. Auch in einigen Landkreisen verlässt etwa jeder Zehnte die Schule ohne qualifizierten Abschluss. Im Landkreis Mittelsachsen sind es 8,8 Prozent der Schüler, für die Landkreise Sächsische Schweiz/Osterzgebirge und Görlitz liegt der Anteil bei 8,4 Prozent. Die wenigsten Schüler ohne Abschluss besuchten Schulen im Landkreis Meißen.

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Die positive Entwicklung in Sachsen dürfe kein Grund zur Entwarnung sein, sagt Matthias Mitzscherlich, Direktor des Caritasverbands in Dresden. Für die jungen Menschen ohne Schulabschluss bedeutet das „keine Berufsausbildung, keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt und somit keine Zukunftsperspektiven“, so Mitzscherlich. Vor allem lernschwache Schüler müssten gezielt gefördert und möglicherweise stärker sozialpädagogisch betreut werden. „Armutsbiografien werden sehr oft vererbt. Betroffene Jugendliche brauchen deshalb Unterstützung.“ Verstärkt werden müsse besonders die Schulsozialarbeit, um Probleme früh zu erkennen und abzustellen. „Das ist eine Aufgabe aller Akteure in der Bildung“, so Mitzscherlich. „Jeder junge Mensch muss seine Chance bekommen.“

Auch der Anfang März vorgestellte „Chancenspiegel 2017“ der Bertelsmann-Stiftung hatte die hohe Schulabbrecherquote hervorgehoben – vor allem bei Jugendlichen mit ausländischem Pass oder Migrationshintergrund. Für sie sei das Risiko eines Abbruchs ohne Hauptschulabschluss mehr als doppelt so hoch wie für deutsche Mitschüler. (mit dpa)