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Weniger Service bei der Sparkasse?

Angeblich will die Ostsächsische Sparkasse Personal abbauen. Das Unternehmen dementiert, hat aber anderes vor.

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© Symbolfoto

Von Andrea Schawe

Freital. Die Ostsächsische Sparkasse plant in Freital einige Veränderungen. Gerüchte darüber gibt es schon seit einigen Wochen in der Stadt. Im Pesterwitzer Ortschaftsrat wurde darüber rege diskutiert. Ab Juni soll nur noch eine Mitarbeiterin am Schalter in der Filiale arbeiten, heißt es. „Alle anderen werden abgezogen“, sagte eine Pesterwitzerin. Auch der Freitaler Stadtrat hat sich mit dem Thema beschäftigt. Die Pesterwitzer sind verunsichert. Vor allem die vielen älteren Leute, die etwa im örtlichen Pflegeheim leben, seien mit der Technik der Geldautomaten völlig überfordert, hieß es. Sie seien es gewöhnt, ihr Geld am Schalter zu holen. „Das wird Schwierigkeiten geben, wenn nur noch eine Mitarbeiterin alle Senioren bedienen muss.“

Die Sparkasse dementiert. „Unsere Filiale in Zauckerode, aber auch unsere Filialen in Potschappel, im Weißeritz-Park und Pesterwitz bleiben wie alle unsere 100 Filialen in unserem Geschäftsgebiet unverändert und zu den gewohnten Öffnungszeiten für unsere Kunden erhalten“, sagt Unternehmenssprecher Andreas Rieger. Die Schalter in Pesterwitz seien weiter besetzt. „Wir leben vom Kundengeschäft“, sagt Rieger. „Das schaffen wir nicht ab.“

Intern steht bei der Sparkasse vieles auf dem Prüfstand, um auf neue Rahmenbedingungen zu reagieren und sich für die Zukunft zu rüsten: Der niedrige Leitzins schmälert bei gleichbleibenden Kosten den Gewinn, auch der Wettbewerb im Internet wächst. Nach neuen internationalen Anforderungen müssen die Geldinstitute höhere Rücklagen bilden. Der Fokus der Sparkasse soll deswegen mehr auf den persönlichen Beratungen liegen. Denn das Aufkommen am Schalter sank in den vergangenen Jahren bei gleichbleibender Kundenzahl massiv – dazu wird weniger Personal benötigt.

Ziel der Sparkasse sei es, Spezialisten in Zentren zu bündeln, so Rieger. Deswegen ist eine Wertpapierberaterin aus Pesterwitz in die Filiale in Potschappel umgezogen. „Sie ist ja nicht verschwunden.“ Die Anzahl der Beratungen in Pesterwitz sei gering gewesen, die Mitarbeiterin habe auch nicht am Schalter gearbeitet. In Zukunft könnten sich die Kunden noch immer vor Ort in Pesterwitz individuell bei Altersvorsorge, Baufinanzierung und Geldanlagen beraten lassen – nur eben mit Termin. Wer kurzfristig mit einem Fachberater reden möchte, muss in die Hauptfiliale nach Potschappel fahren.

„Es gibt auch nirgends Kürzungen von Öffnungszeiten“, so Rieger. Die Zauckeroder Filiale habe schon seit 2009 nur an zwei Tagen in der Woche geöffnet. „Genauso halten wir an unserem umfangreichen Serviceangebot der Selbstbedienungstechnik weiter fest.“ Die Ostsächsische Sparkasse Dresden hat 40 Filialen und neun zusätzliche Standorte mit Automaten im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Die mobilen Filialen in der Region bleiben ebenfalls erhalten. Der Sparkassenbus hält an verschiedenen Wochentagen an mehr als 80 Haltestellen, unter anderem in Freital-Wurgwitz, Dorfhain, Hartha, Oelsa, Mohorn und Grumbach. „Serviceeinschränkungen kann ich da beim besten Willen nicht erkennen“, sagt Andreas Rieger.

Die Sparkasse will auch weiter in ihre Filialen investieren. Bis Ende des Jahres soll in allen 100 Standorten ein neues Kassensystem installiert werden. Bargeld wird dann mithilfe von Automaten ein- und ausgezahlt. Die Kunden können aber weiterhin die Stückelung bestimmen, größere Bargeldbeträge oder unrunde Summen abheben oder auf das Konto einzahlen, sagt der Unternehmenssprecher. Die Mitarbeiter an der Kasse brauchen dazu die EC-Karte der Kunden. Damit heben sie an einem Automaten Geld ab, ohne Pin. „Die Bankmitarbeiter kommen so nicht mehr an große Bargeldbestände ran“, erklärt Rieger. Das sei sicherer, vor allem im Hinblick auf Banküberfälle.

Wenn die Kassenautomaten eingeführt werden, sollen mehr Mitarbeiter in den Filialen sein, um den Kunden zu helfen und das System zu erklären. „Wir haben damit gute Erfahrungen gemacht“, sagt Andreas Rieger. In der Filiale in der Pirnaer Gartenstraße ist das neue System schon seit mehr als einem Jahr in Betrieb. „Ich bitte die Kunden, das auszuprobieren.“