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Weniger Zulauf bei Demos in Chemnitz

Zum sechsten Mal hatte „Pro Chemnitz“ zu einer Demonstration aufgerufen. Am Rande der Veranstaltung kam es zu Zwischenfällen.

© dpa

Chemnitz. Die Demonstration des rechtspopulistischen Bündnisses „Pro Chemnitz“ hat am Freitagabend weniger Zulauf gehabt als in der Vorwoche. Bei strömendem Regen versammelten sich nach Polizeiangaben rund 2 000 Menschen zur Kundgebung und zum anschließendem Zug durch die Innenstadt. Am Freitag davor waren bis zu 3 500 Menschen mitgelaufen. Auch der Gegenprotest fiel laut Polizei mit 400 Teilnehmern dieses Mal geringer aus.

„Pro Chemnitz“ hatte zum sechsten Mal zur Demonstration aufgefordert. Laut Demo-Aufruf sollte unter anderem gegen die Freilassung eines irakischen Tatverdächtigen aus der Untersuchungshaft im Fall des getöteten Daniel H. protestiert werden. Der Haftbefehl war in dieser Woche aufgehoben worden. Ein zweiter Tatverdächtiger aus Syrien sitzt weiter in U-Haft. Nach einem dritten Mann wird gesucht. Der Tod des Deutschen am Rande des Chemnitzer Stadtfestes Ende August hatte mehrere Demonstrationen ausgelöst.

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Am Rande des Aufmarschs wurden nach Polizeiangaben ein linkes Politik- und Kulturzentrum und ein Journalist attackiert. Versammlungsteilnehmer hätten bei der Demonstration am Freitagabend gegen die Kamera des Journalisten geschlagen, teilte die Polizei am Samstag in Chemnitz mit. Ermittelt werde wegen versuchter Körperverletzung. Zudem sei am Gebäude des Rothaus-Vereins unter anderem eine Scheibe zerstört worden. Das Haus wird nach Vereinsangaben von verschiedenen Initiativen, Vereinen und Gruppen sowie von Abgeordneten der Linken im sächsischen Landtag und im Bundestag genutzt.

Die Polizei sicherte die Demonstrationen wieder mit einem Großaufgebot ab. Insgesamt 800 Polizeibeamte aus Sachsen, Baden-Württemberg, Brandenburg und Sachsen-Anhalt waren im Einsatz. (dpa/epd)