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Gesundheit

Wenn bei Kindern die Sprache hakt

Was sind echte Alarmsignale, die auf Entwicklungsstörungen hinweisen? Bis wann müssen Kinder Wörter sprechen können? Und was können junge Eltern dabei tun?

Die Zunge ist wichtig für deutliches Sprechen. Das kann geübt werden.
Die Zunge ist wichtig für deutliches Sprechen. Das kann geübt werden. © Foto: dbl-ev.de_J. Tepass

Diese Frage treibt junge Eltern immer wieder um: Ist mein Kind hinterher, weil es noch nicht richtig spricht oder nicht alle Wörter kennt oder sie nicht richtig aussprechen kann? Sicher, es ist gut, bestimmte Meilensteine zu kennen, die Kinder gerade beim Thema Sprache erreichen müssen, aber ein ständiger Vergleich mit der „Norm“ ist nicht wirklich immer hilfreich. 

Immer Experten fragen

Entwicklungsverzögerungen der Sprache müssen in jedem Fall von Sprachentwicklungsstörungen unterschieden werden. Dafür gibt es durchaus strenge Grenzen. Zum Beispiel: erste Worte bis zum 16. Monat, Zwei- bis Dreiwortsätze mit 24 Monaten, keine kommunikativen Gesten wie Winken, Arme hochstrecken oder Kopfnicken. Echte Alarmsignale sind dabei Verschlechterungen der Entwicklung, also der Verlust bereits erworbener Entwicklungsschritte. 

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Zunächst Hörstörungen prüfen

Wie klären die Experten die Probleme ab? Als Erstes wird stets eine Hörstörung geprüft, die Sprachentwicklungen behindern kann. Weitere ernsthafte Ursachen einer schweren Sprachentwicklungsverzögerung können auch geistige Entwicklungsstörungen sein. Auch das wird natürlich überprüft. Können diese Ursachen ausgeschlossen werden, finden Experten meist verschiedene Faktoren im Umfeld der Kinder, die für die Sprachentwicklungsstörungen verantwortlich sind. Sprechen die Eltern ausreichend und deutlich genug mit ihren Kindern? Wie sprechen die Kinder in der Umgebung? Wichtig sind zum Beispiel betontes Vorlesen und im Anschluss auch über das Gelesene zu sprechen, raten die Fachleute. Auch Reime und Lieder sind wichtig für die sprachliche Entwicklung von Kindern. Zudem sollten Kinder unbedingt lernen, zuzuhören. Natürlich ist auch das Korrigieren von Fehlern wichtig, wobei dies eher beiläufig passieren sollte, machen die Experten deutlich. 

Sprechen ohne Angst vor Fehlern

Das wichtigste Fundament der Sprachentwicklung ist dabei in aller Regel bis zum vierten Lebensjahr gelegt. Dennoch wirken sich all die Umfeld-Faktoren auch im Anschluss noch auf die weitere Ausdifferenzierung der Sprache aus. Heißt, Eltern und Umfeld sollten auch nach dem vierten Lebensjahr weiter auf deutliches Sprechen oder auf Fehler achten. Aber auch hier gilt: alles möglichst ohne Druck! Eine entspannte Umgebung ist wichtig, in der Sprechfreude ohne Angst vor Fehlern möglich ist. 

Dieser Beitrag erschien in der "Medizin heute" 01/2020.